28.09.2005
Wirknachweise
Im Bereich der Eigenbluttherapie mangelt es insgesamt an hochwertigen klinischen Studien.
Einige Studien legen nahe, dass das Abwehrsystem durch Eigenbluttherapie stimuliert werden kann, sie weisen jedoch erhebliche methodische Mängel auf. So fehlt zum Beispiel eine Kontrollgruppe, anhand derer ein Vergleich gezogen werden kann, ob die Wirksamkeit der Blutinjektion größer ist als die einer Injektion eines Scheinmittels. Zudem ist unklar, welche Bedeutung die Stimulierung des Immunsystems für einen Krankheitsverlauf hat.
Studien dieser Art liegen zu folgenden Erkrankungen vor: schwere Durchblutungsstörungen an den Fingern und Zehen (sekundäre und primäre Raynaud-Krankheit), chronische Lebererkrankungen, Hörsturz, Migräne, wiederholte Fehlgeburten und zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit, auch Claudicatio intermittens genannt). Zu letztgenannter Krankheit, bei der Betroffene wegen Beinschmerzen nur kleine Wegstrecken zurücklegen können, liegen auch kontrollierte Studien vor. Die methodisch beste dieser Studien umfasste aber nur 18 Patienten. Die Ergebnisse zeigen keinen Effekt der Therapie mit Eigenblut, das durch UV-Strahlen und Sauerstoff "aktiviert" wurde, auf die Länge der zurückgelegten Gehstrecke dieser Patienten.
Kürzlich wurde eine weitere überzeugende Studie, an der 31 Patienten mit einem atopischen Ekzem (Neurodermitis) teilnahmen, veröffentlicht. Unbehandeltes Eigenblut wurde einmal pro Woche über fünf Wochen in einen Muskel gespritzt. Gegenüber der Gruppe, der eine Scheinsubstanz gespritzt wurde, verbesserten sich die Hauterscheinungen der mit Eigenblut Behandelten deutlich. Diese Ergebnisse müssen noch von einer weiteren Forschergruppe wiederholt werden, bevor sie in eine positive Empfehlung umgesetzt werden können.
