28.09.2005
Geschichte und Entwicklung
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts versuchten viele Ärzte eine Reiztherapie mit Blutinjektionen, um Entzündungen oder die Neigung zu Infektionen zu behandeln. Der Hautarzt Spiethoff entwickelte 1913 eine standardisierte Methode, die in den darauffolgenden drei Jahrzehnten regelrecht zur Mode wurde. Es wurde über Erfolge bei vielerlei Erkrankungen berichtet, von der Syphilis und Tuberkulose über Herz-Kreislauf-, Haut- und Augenkrankheiten, orthopädische und gynäkologische Leiden bis hin zum Krebs.
Um die Wirkung des Eigenbluts zu verstärken, wurde es verschiedenen Behandlungen unterzogen, bevor es wieder injiziert wurde: Man ließ das Blut gefrieren und wieder auftauen; setzte es Hitze aus und entfernte Blutgerinnungsfaktoren oder die roten Blutkörperchen. Es wurde mit Sauerstoff oder Ozon aufgeschäumt und mit ultraviolettem Licht bestrahlt. Daraus entwickelten sich die hämatogene Oxidationstherapie und die Ozontherapie. Schließlich fügte man auch verschiedenste Medikamente und Lösungsmittel hinzu.
In der konventionellen Medizin spielt die Eigenbluttherapie keine Rolle mehr. Sie wird heute überwiegend von Heilpraktikern angewendet.
