28.09.2005
Wirknachweise
Eine systematische Übersicht bewertete fünf Studien zu autogenem Training als begleitende Therapie des hohen Blutdrucks. Vier davon berichten über eine blutdrucksenkende Wirkung des autogenen Trainings. Wegen methodischer Schwächen (zum Beispiel geringe Fallzahl, keine Kontrolle über unspezifische Effekte) werden die Ergebnisse zurückhaltend als nicht stichhaltig beurteilt.
Zum Einsatz von autogenem Training bei stressbedingten Beschwerden fanden sich acht Studien, von denen sieben über positive Effekte berichten. Allerdings sind diese Ergebnisse aufgrund methodischer Schwächen nur als Hinweise auf eine Wirksamkeit zu werten. Neuere Studie belegen jedoch die Stressreduktion auch bei Krebspatienten und Patienten, bei denen eine Operation an den Herzkranzgefäßen vorgenommen wurde.
Verschiedene andere Anwendungsbereiche des autogenen Trainings, das im Allgemeinen als begleitende Therapiemaßnahme eingesetzt wurde, erfasst ein systematischer Überblick von 64 kontrollierten Studien. Zu den Indikationen hoher Blutdruck und Stress können auf dieser Basis deutlich optimistischere Schlüsse im Hinblick auf die Wirksamkeit gezogen werden, als es die zuvor genannten Arbeiten erlaubten. Ferner belegen sie, dass autogenes Training wirksam ist bei Angina Pectoris, Asthma, Kopfschmerzen, neurovegetativer Dystonie (Funktionsstörung des vegetativen, nicht dem Willen unterworfenen Nervensystems), Glaukom (verschiedene Augenerkrankungen, bei denen Sehnervenfasern zugrunde gehen), Ekzem, Epilepsie, Raynaud-Krankheit (schmerzhafte Gefäßkrämpfe an den Fingern), Schlafstörungen und milder Depression, die jeweiligen Symptome zu lindern.
Zusätzlich liegen je eine kontrollierte Studie mit positiven Ergebnissen zu den Anwendungsbereichen Sudeck-Krankheit, Tinnitus und Fibromyalgie vor, bei denen die Symptome Schmerz beziehungsweise Ohrgeräusche gebessert wurden. Ebenso konnte eine Wirksamkeit auf Schlafstörungen bei Krebspatienten, Reisekrankheit und kindlichen Verhaltensstörungen gezeigt werden.
