28.09.2005
Plausibilität
Das Konzept des autogenen Trainings ist wissenschaftlich plausibel. Das Verfahren verbindet psychotherapeutische Aspekte der Autosuggestion mit Effekten der Tiefenentspannung. Bei der Tiefenentspannung sind wahrscheinlich sowohl das Gefühle verarbeitende limbische System, ein Gebiet tief im Inneren des Gehirns, als auch das zentrale Steuer- und Regelsystem des Organismus, der Hypothalamus und die Hypophyse, beteiligt.
Heftige Empfindungen und Gefühle wie Angst, Wut oder Ärger gehen mit starken Erregungszuständen einzelner Organe und Muskelverspannungen einher. Diese Zustände können sowohl über den Körper als auch über die Psyche beeinflusst werden. So kann etwa durch eine muskelentspannende Behandlung wie Massage auch psychische Entspannung erreicht werden. Ebenso lässt sich durch Vorstellungskraft die körperliche Spannung lösen.
Durch regelmäßiges Üben wird ein Rückkopplungsmechanismus geschaffen, der eine immer bessere Kontrolle unwillkürlicher Prozesse ermöglicht. Es ist nachgewiesen, dass parallel zu den Übungen körperliche Änderungen vor sich gehen; zum Beispiel bewirkt die Autosuggestion von Wärme in der Hand eine Umverteilung des Blutflusses in diesen Bereich, was wiederum zu einem messbaren Temperaturanstieg führt.
Darüber hinausgehende Erkenntnisse liegen noch nicht vor, da die neurophysiologische Grundlagenforschung (also die Forschung, die sich mit den Vorgängen im Nervensystem befasst) zum autogenen Training noch nicht weit fortgeschritten ist.
