28.09.2005
Durchführung
Autogenes Training wird meist in Gruppen von sechs bis zwölf Teilnehmern - seltener in Einzelsitzungen - erlernt. Das Training findet in einem ruhigen Raum statt, und Störungen von außen sollten möglichst vermieden werden.
Kurze Aufzeichnungen über die eigenen Fortschritte nach Abschluss der Übungen festigen den Trainingserfolg.
Diagnose
Eine übliche medizinische Diagnose liegt bereits vor oder geht dem Erlernen der Technik voraus.
Das Training wird meist im Sitzen, seltener auch im Liegen mit geschlossenen Augen durchgeführt. Die Übenden sitzen angelehnt oder in der so genannten Droschkenkutscherhaltung: leicht vorgebeugt, die Füße fest auf dem Boden, die Arme auf den Knien abgestützt. Die Körperhaltung soll beim Üben entspannt, aber nicht schlaff sein.
Unterstufe
In den ersten Übungsstunden erläutert der Trainer Grundlagen und Prinzipien der Methode. Die Unterstufe des autogenen Trainings besteht aus sechs Übungen. In der Regel wird bei jeder Sitzung eine Formel eingeübt, bis alle sechs Übungen in einem Ablauf beherrscht werden. Der Trainer gibt Beispiele für die Formeln und Sätze, spricht sie beim Üben aber nicht vor. Alle Teilnehmer sollen für sich eigene beruhigende Formeln finden. Die Übenden sollen vom Trainer unabhängig sein und seine Unterstützung nur zur Anleitung und zum Lernen nutzen.
Nach dem Üben werden die Erfahrungen, die jeder bei seiner Übung in der Runde und zu Hause gemacht hat, gemeinsam besprochen, Fehler korrigiert, Anregungen zur Erleichterung gegeben und die nächstfolgende Übung angeleitet.
Die Trainer lehren auch das "Zurücknehmen" aus der Entspannung durch tiefes Einatmen, Muskelan- und -entspannung und Augenöffnen. Jede durchgeführte Übung wird intensiv zurückgenommen - mit Ausnahme der Anwendung als Einschlafhilfe.
Jede Übung dauert etwa drei bis fünf Minuten, eine Übungsstunde insgesamt 50 bis 70 Minuten. Im Abstand von ein bis zwei Wochen werden die Übungen vermittelt und trainiert. Dazwischen wird zu Hause geübt. Es ist von Vorteil, täglich und immer zur gleichen Tageszeit zu trainieren.
Hat man sich durch die Grundübungen in tiefe Entspannung gebracht, kann man sich eine Formel vorsprechen, mit der ein persönliches Problem bewältigt werden soll. Bei einem ängstlichen Menschen könnte diese Vorsatzformel etwa lauten: "Ich bin ruhig und gelassen. Ich lasse mich nicht schrecken." Jeder Übende kann, seinem Problem entsprechend, eine persönliche Formel wählen.
Oberstufe
Die Übungen der Oberstufe des autogenen Trainings sollen zur meditativen Versenkung anregen (siehe "Meditation"). Sie werden ebenfalls in sechs Stufen mit individuellen Leitsprüchen als Formeln durchgeführt.
Die inneren Bilder, die sich dabei einstellen, sollen die Übenden anschließend gemeinsam mit einem begleitenden Psychotherapeuten besprechen. Wer noch nicht geübt ist, sollte nicht sich selbst überlassen bleiben. Bei Erfahrungen mit der Oberstufe kann die Auseinandersetzung mit den selbst gewählten Bildern auch allein erfolgen.
Aufzeichnungen über die eigenen Fortschritte festigen den Trainingserfolg.
