28.09.2005
Beurteilung der Wirksamkeit
Die Wirksamkeit der Verfahren wurde gemäß den internationalen Standards der evidenzbasierten Medizin (evidence based medicine, EBM) beurteilt. Für diese Art der Beurteilung gibt es viele unterschiedliche Klassifikationen. Diejenige, nach der die Stiftung Warentest vorgegangen ist, hat vier Kategorien von Studien definiert; die Beweiskraft ist bei den zuerst genannten Arbeiten am größten, bei den weiteren nimmt sie kontinuierlich ab. Je nach Qualität der existierenden Arbeiten werden folgende Evidenzklassen gebildet:
- Es gibt wenigstens eine systematische Übersicht (Review, Metaanalyse) auf der Basis von methodisch hochwertigen, kontrollierten und randomisierten Studien.
- Es gibt wenigstens eine methodisch hochwertige, kontrollierte randomisierte Studie mit ausreichend großer Teilnehmerzahl.
- Es gibt wenigstens eine hochwertige, kontrollierte Studie, deren Teilnehmer allerdings nicht nach dem Zufallsprinzip auf die verschiedenen Studiengruppen verteilt wurden (Randomisierung).
- Es gibt andere Daten, zum Beispiel Beobachtungsstudien ohne Kontrollgruppe oder experimentelle Studien.
Bei der Beurteilung der Beweiskraft der für ein Verfahren vorliegenden Studien wurden folgende Kriterien berücksichtigt:
- Das Evidenz-Niveau. Dieses spiegelt wider, ob es sich um eine Übersicht über viele Einzelstudien, ob es sich um mehrere Einzelstudien oder nur eine Studie handelt.
- Die Qualität der Methodik, die der jeweiligen klinischen Studie zugrunde liegt, und wie glaubhaft die aus den Ergebnissen abgeleiteten Schlussfolgerungen sind (Validität). Liegen nur unkontrollierte Studien oder gar nur Erfahrungsberichte vor, kann die Wirksamkeit der Methode nicht als nachgewiesen angesehen werden.
- Die Anzahl der im Rahmen dieser Studien behandelten Personen. Die Aussage über die Wirksamkeit einer Methode wird umso solider, je mehr Menschen im Rahmen solcher Studien behandelt wurden.
