28.09.2005
Berater und andere „Therapeuten“
Im Gesundheitsbereich gibt es darüber hinaus noch eine Reihe von beratenden Berufsgruppen. Beispielsweise können Gesundheitsberater zu Ernährungsfragen beraten, Lebensberater Hilfe in psychisch belastenden Situationen anbieten.
Für das, was sie tun, können diese Menschen ganz unterschiedlich qualifiziert sein. Unter ihnen können sich sowohl ausgebildete Fachleute befinden als auch Berater, die sich ihre Fähigkeiten ohne fachkundige Anleitung selbst angeeignet haben.
Personen, die derartigen Tätigkeiten nachgehen, sind nicht berechtigt, Diagnosen zu erstellen und Menschen zu behandeln. Im Rahmen ihres Berufs dürfen sie nicht einmal feststellen, ob das, was der Klient ihnen schildert, als Störung einzustufen ist. In der Praxis wird das allerdings sehr oft nicht eingehalten.
Des Weiteren gibt es eine Reihe von unkonventionellen Verfahren, bei denen Laien in die Techniken eingewiesen und dann zu „Therapeuten“ ernannt werden. Dieses Wort legt zwar nahe, dass es sich um Personen handelt, die Heilbehandlungen durchführen – wenn sie jedoch weder Arzt noch Heilpraktiker sind, sind sie dazu nicht berechtigt.
Folgende Verhaltensweisen von Behandlern sollten nachdenklich stimmen, ob man dort wirklich in guten Händen ist:
- Ein Verfahren oder Mittel wird durch seine exotische Herkunft (Ureinwohner, Himalaja o. Ä. ) als etwas ganz Besonderes dargestellt.
- Es soll heilen können, wo die übliche Medizin erfolglos ist.
- Es soll bei vielen Erkrankungen, die nichts miteinander zu tun haben, wirken.
- Die Behandlung soll sicher, risikolos und nebenwirkungsfrei sein.
- Sie wird als derart erfolgreich dargestellt, dass nicht nachzuvollziehen ist, warum nicht schon längst alle Therapeuten so behandeln.
- Ein Behandler fordert auf, sofort mit der Behandlung zu beginnen, obwohl es kein Akutfall ist.
- Er kündigt eine schwere Krankheit oder gar den Tod an, wenn die Behandlung abgelehnt wird.
- Der Behandler reagiert ablehnend auf den Wunsch, sich vor der Behandlung noch mit jemand anderem zu beraten.
- Er verlangt vom Patienten, alle anderen Medikamente abzusetzen.
- Er weigert sich, Barzahlungen zu quittieren.
- Er fordert Vorauszahlungen für eine länger dauernde Behandlung.
- Er äußert sich abfällig gegenüber etablierten Behandlungsmethoden.
