19.10.2004

Zusatzversicherungen Kassenpatienten: Ein bisschen Privatpatient

Zusatzversicherungen Kassenpatienten Test

Seit Anfang des Jahres werben gesetzliche Krankenkassen mit privaten Zusatzversicherungen. Sie versprechen bessere Leistungen beim Zahnersatz und im Krankenhaus, mehr Naturheilkunde und viele andere Extras. Komfort-, Plus- oder Extra-Schutz heißen die Angebote. test.de zeigt, ob sich eine Zusatzversicherung lohnt und sagt, was Versicherte vor dem Abschluss beachten sollten.

Zu diesem Thema bietet test.de aktuellere Tests: Zusatzversicherungen für Kassenpatienten und Krankenhaus-Zusatzversicherung

Zwischen gesetzlich und privat

Die Gesundheitsreform hats möglich gemacht: Gesetzlich Versicherte können auch über ihre Kasse Zusatzversicherungen privater Anbieter abschließen. Erstmals treten gesetzliche Krankenkassen als Versicherungsvermittler auf. Sie haben für ihre Kunden bei den Privaten damit Sonderkonditionen ausgehandelt. Wenn Verträge zwischen Mitgliedern der gesetzlichen Kasse und einer privaten Versicherung zu Stande kommen, bleibt der Vertragspartner aber der private Anbieter.

Ermäßigt ist nicht immer günstig

Kunden können bereits seit vielen Jahren auch direkt mit den Privaten in Kontakt treten und einen Vertrag abschließen. Das ist meist zu empfehlen, denn die Vermittlung durch die eigene Kasse bringt in der Regel keinen signifikanten Preisvorteil: Die Ermäßigung liegt zwischen 1 und maximal 10 Prozent. Der direkte Weg kann für Kunden sogar kostengünstiger sein: Denn die gesetzlichen Krankenkassen bieten in der Regel nur die Zusatzversicherungen einer einzigen privaten Versicherungsgesellschaft an. Wenn sich Kunden unabhängig von ihrer Kasse auf dem Markt umschauen, können sie meist ein günstigeres und besseres Angebot finden.

Billiger und besser

Eines von vielen Beispielen: Ein 33-jähriger Mann, der bei der BKK Essanelle versichert ist, schließt eine Krankenhaus-Zusatzversicherung fürs Einbettzimmer bei der Axa ab. Sie ist Kooperationspartner seiner Kasse. Somit zahlt er 43 statt 46 Euro im Monat für den Tarif KG2+KH1/40. Dieser Tarif bekam im Test lediglich ein „Befriedigend“. Für 29 Euro würde der 33-Jährige einen „sehr guten“ Tarif bei der Concordia bekommen. Das Angebot der Concordia ist allen Kunden zugänglich, egal in welcher gesetzlichen Kasse sie sind.

Keine Wartezeit bei vermittelten Verträgen

Von den Kassen vermittelte Angebote haben allerdings auch Vorteile. Kunden müssen zum Beispiel bei einigen Privatversicherern keine Wartezeit einhalten. Normalerweise müssen Neukunden nach Vertragsabschluss generell drei Monate warten, bevor sie die Versicherung erstmals in Anspruch nehmen können. Geht es um Zahnersatz und Entbindung im Krankenhaus, beträgt die Wartezeit sogar acht Monate. Vermittelt die Kasse den Vertrag, fällt diese Frist bei einigen Privatversicherern weg.

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