11.04.2008

Zahnzusatzversicherung bei Tchibo: Neue Police beim Kaffeeröster

Zahnzusatzversicherung bei Tchibo Schnelltest

Tchibo vermittelt den neuen Zahnzusatztarif der Gothaer Krankenversicherung. test.de erklärt, was er taugt und ob er sich an anderen guten Produkten am Markt messen lassen kann.

Schutz mit Zahnbürste

Bei Tchibo kann der Kunde jetzt auch eine Zahnzusatzversicherung der Gothaer Krankenversicherung abschließen. Der Kaffeeröster vertreibt bis 19. Mai den neuen Tarif KEZ, den die Gothaer auch jedem Kunden zu den gleichen Konditionen ohne zeitliche Befristung direkt anbietet. Tchibo-Kunden haben einen Vorteil: Sie bekommen noch eine elektrische Zahnbürste obendrauf. Höchsteintrittsalter sind 67 Jahre.

Beiträge steigen in jedem Lebensjahrzehnt

Das besondere an diesem Zahnzusatztarif: Die Beiträge für Männer und Frauen sind altersabhängig und steigen auch nach Vertragsabschluss im Zehnjahresrhythmus. Eine 22-jährige Frau zahlt für die Police monatlich 5,31 Euro. Wenn sie 31 Jahre alt ist, verlangt der Versicherer für den selben Schutz 9,95 Euro und nach ihrem 41. Geburtstag 13,25 Euro. Auch danach steigt der Beitrag in der Regel alle zehn Jahre weiter bis zu maximal 21,26 Euro im Ruhestand. Bei den Männern erreicht der Beitrag im Alter maximal 19,75 Euro monatlich.

Leistungsstarker Tarif

Von den gebotenen Leistungen kann die Gothaer mit dem KEZ-Tarif mit den leistungsstarken Zahnzusatz-Policen mithalten. Das zeigt auch die Finanztest-Untersuchung Zahnzusatzversicherungen aus dem vergangenen Jahr. Sowohl für teure Kronen und Brücken, als auch für Implantate und Inlays übernimmt die Gesellschaft 70 bis 80 Prozent der Gesamtkosten. Ob es die vollen 80 Prozent sind, entscheidet das Bonusheft. In ihm muss für jedes Jahr ein Zahnvorsorge-Check vermerkt sein.

Implantat mit und ohne Bonusheft

Ein Implantat einschließlich Zahnersatz kann etwa 1 800 Euro kosten. test.de hat ausgerechnet, was der Versicherte mit Zusatzpolice noch für das Implantat aus eigener Tasche zahlt. Ohne Vorsorgebonus übernimmt die Kasse 279 Euro und die Zusatzpolice 981 Euro. Für den zusatzversicherten Patienten bleiben immer noch 540 Euro zu zahlen. Kann er Vorsorgeuntersuchungen in den letzten fünf Jahren nachweisen, erhöht sich der Kassenzuschuss auf 335 Euro und aus dem Zusatztarif erhält er 1 015 Euro. Dann muss er noch 450 Euro selbst zuschießen. Am günstigsten ist es, wenn der Patient in den letzten zehn Jahren regelmäßig zur Vorsorge war. Dann gibt es von der Kasse 363 Euro, aus der privaten Police 1 077 Euro. Für ihn bleiben am Ende noch 360 Euro übrig.

Leistungsversprechen nicht für immer

Der Vertrag der Gothaer ist jedoch kein lebenslanges Leistungsversprechen. Der Versicherer kann nach Vertragsschluss die Leistungen einschränken oder erhöhen. Dazu ist nicht die Zustimmung eines unabhängigen Treuhänders nötig, wie das bei vielen anderen Tarifen der Fall ist. Auch die Beiträge kann das Unternehmen ändern. Der Kunde hat nach jeder Änderung das Recht zu kündigen. Die Gesellschaft selbst hat kein ordentliches Kündigungsrecht.

Knochenaufbau wird nicht erstattet

Eine weitere bedeutsame Einschränkung hat das Angebot: Die Kosten für Implantate übernimmt der Versicherer zwar. Aber sollte hierfür aus medizinischen Gründen ein Knochenaufbau notwendig sein, werden die Kosten dafür nicht erstattet. Diese Einschränkung ist nicht unbedeutsam, gibt es aber bei anderen Angeboten leider auch.

Insgesamt ein ordentliches Angebot

Zahnzusatzversicherungen sind nach Finanztest-Einschätzung empfehlenswerte Ergänzungen für Patienten, die nicht mit der reinen Kassenversorgung zufrieden sind. Der Tarif KEZ der Gothaer ist von seiner Leistungsstärke her zu empfehlen. Zwar steigen die Beiträge im Alter, aber selbst 21 Euro pro Monat für eine Frau oder 20 Euro für einen Mann sind noch überschaubar. Ob der Kunde allerdings nach vielen Vertragsjahren wirklich noch die Leistungen ersetzt bekommt, die das Unternehmen heute verspricht, kann niemand wissen. Das ist der gravierendste Nachteil der aktuell bei Tchibo angebotenen Police. Der Vertrag schneidet besser ab als die Zahnbürste von Tchibo. In der Untersuchung elektrische Zahnbürsten hat sie bei test.de nur ein „befriedigend“ erhalten.

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