17.04.2012

Zahn­zusatz­versicherung: 147 Angebote im Test

Zahnzusatzversicherung Test

Hoch­wertiger Zahn­ersatz wird für Kassen­patienten teurer: Es gilt eine neue Gebühren­ordnung, nach der Zahn­ärzte abrechnen. An den Kosten beteiligen sich gesetz­liche Kranken­kassen nur mit einem festen Zuschuss, den größten Teil bezahlt der Patient selbst. Eine private Zusatz­police lohnt deshalb – vor allem für Kunden, die teuren Zahn­ersatz wünschen.
Der Test zeigt Licht und Schatten: Von 147 Policen bieten 33 sehr gute Leistungen für Zahn­ersatz – 23 Policen bieten nur ausreichende Leistung.

ACHTUNG: Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test Zahnzusatzversicherung.

Neue Gebühren­ordnung macht Zahn­ersatz teurer

Seit Anfang des Jahres gilt eine neue private Gebühren­ordnung für Zahn­ärzte (GOZ). Auch gesetzlich Krankenver­si­cherte müssen sich deshalb auf höhere Kosten einstellen, insbesondere für hoch­wertigen Zahn­ersatz wie Inlays oder Implantate. Denn ihre Kasse zahlt nur einen Zuschuss zur wirt­schaftlich güns­tigsten Versorgung. Bei der Anwendung der neuen Gebühren­ordnung hat der Zahn­arzt viel Spielraum. Eine privat abge­rechnete Voll­krone wird zum Beispiel um 50 oder 75 Euro teurer, je nachdem, ob er mit dem 2,5- oder 3,5-fachen Gebühren­satz abrechnet. Sein Honorar beträgt dann entweder 220 oder 330 Euro. Hinzu kommen noch Labor­kosten, die oft mehr als die Hälfte der Rechnung ausmachen. Grund genug, sich nach einer privaten Zusatz­versicherung umzu­sehen, die diese Kosten zumindest teil­weise über­nimmt.

147 Tarife im Test – 33 mit sehr guten Leistungen

In einem großen Test hat Finanztest 147 Angebote für eine private Zahn­zusatz­versicherung verglichen. Davon haben 33 die Note sehr gut für ihre Leistungen für Zahn­ersatz erhalten. In den besten Tarifen über­nehmen die Versicherer zum Beispiel von den 3 000 Euro Kosten eines aufwendigen Zahn­ersatzes mit Implantat mehr als 2 300 Euro. Die gesetzliche Kasse zahlt nur 387 Euro.

Lohnend für höher­wertigen Zahn­ersatz

Eine Zusatz­versicherung lohnt sich vor allem für diejenigen, die sich beim Zahn­ersatz nicht auf die kostengüns­tigste Version beschränken wollen. Die gesetzlichen Kassen be­teiligen sich nur an den Kosten für die Regel­versorgung: Für jeden zahnmedizini­schen Befund haben Zahn­ärzteschaft und Kassen eine solche Stan­dard­versorgung fest­gelegt. Dafür erhalten Versicherte einen Fest­zuschuss – egal, welchen Zahn­ersatz sie sich machen lassen. Diese Regelung macht den Zahn­arztbe­such oft teuer. Zur Regel­versorgung gehö­ren zum Beispiel nur Legierungen ohne Edel­metall, aber keine Kronen oder Brücken mit Gold­anteil oder mit Keramik­verblendung. Den Aufpreis dafür müssen Patienten aus eigener Tasche beisteuern.

Zahn­ersatz mit Implantat besonders teuer

Besonders teuer werden Inlays und Implantate, weil sie in der Regel­versorgung nicht vorkommen und daher komplett privat abge­rechnet werden. An den hohen Kosten beteiligt sich die Krankenkasse nur mit einem sehr geringen Zuschuss. Eine Implantat­versorgung kann beispiels­weise 3 000 Euro kosten, wenn zunächst ein Knochen­aufbau notwendig ist. Die Krankenkasse zahlt nur 387 Euro. Lässt sich ein Patient ein Inlay anstelle einer Amalgamfüllung einsetzen, berechnet der Zahn­arzt sein Honorar voll­ständig nach der privaten Gebühren­ordnung. Die Rechnung kann dann zusammen mit den Labor­kosten leicht 600 Euro betragen. Die Kasse beteiligt sich daran aber nur mit 30 bis 45 Euro. Das sind die Kosten für eine Amalgamfüllung. Den allergrößten Teil der Rechnung zahlt der Patient selbst – falls er keine Zusatz­versicherung hat.

Fallen im Klein­gedruckten

Manchmal sind die Patienten jedoch von ihrer Versicherung enttäuscht. Sie erhalten eine hohe Rechnung und der Versicherer zahlt weniger als erwartet. Viele Versicherte kennen den Inhalt ihrer Verträge nicht genau – schließ­lich sind die Versicherungs­bedin­gungen selbst für Experten oft schwer zu verstehen. Vor allem an den Kosten für Inlays oder Implantate beteiligen sich Versicherer in einigen Tarifen nur in geringem Umfang oder schließen diese sogar ganz aus. Wem die Versorgung mit Inlays und Implantaten besonders wichtig ist, der sollte deshalb genau hinschauen: Manche Versicherer beschränken ihre Leistung auf eine bestimmte Anzahl von Implantaten. Andere legen Höchst­beträge fest, die sie pro Inlay oder Implantat zahlen. Die sind mit einer aufwendigen Behand­lung schnell über­schritten.

Recht­zeitig versichern

Eine Versicherung erst kurz vor der Behand­lung abzu­schließen, bringt nichts. Hat der Zahn­arzt ein Zahn­problem bereits fest­gestellt, ist die folgende Behand­lung vom Versicherungs­schutz ausgeschlossen. Zu Beginn der Vertrags­lauf­zeit gilt außerdem eine Warte­zeit von acht Monaten, und in den meisten Tarifen begrenzen die Versicherer außerdem ihre Leistungen in den ersten Vertrags­jahren auf bestimmte Höchst­beträge. Zahn­erkrankungen im Antrag zu verschweigen, ist auch keine Lösung. Wenn Kunden das tun, kann der Versicherer später vom Vertrag zurück­treten und die Leistung verweigern. Der Versicherer darf beim Zahn­arzt nach­fragen und kann so alle Angaben des Kunden über­prüfen.

ACHTUNG: Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test Zahnzusatzversicherung.

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