12.10.2010

Zahn­zusatz-Versicherung bei Tchibo: Zähne gut versichert

Zahnzusatz-Versicherung bei Tchibo Schnelltest

Tchibo bietet eine Zahn­zusatz­versicherung von der Gothaer Kranken­versicherung an. Die Police gehört zu den leistungs­starken Angeboten am Markt, eine lebens­lange Garantie der Leistung gibt es aber nicht. Welche Leistung der Versicherte tatsäch­lich für Zahn­ersatz erhält, hat test.de an Hand von vier Modellen berechnet.

Versicherung gibt Geld zum Zahn­ersatz dazu

Unter dem Namen Asstel vermittelt Tchibo erneut eine Zahn­zusatz­versicherung der Gothaer Kranken­versicherung. Bereits im Januar hatte der Kaffee­röster diesen Tarif mit einem Bonus verkauft. Dieses Mal gibt Tchibo den Kunden eine elektrische Zahnbürste dazu, wenn sie bis Jahres­ende einen Vertrag unter­schreiben. Eine solche Zahn­zusatz­versicherung kann sich für gesetzlich Kranken­versicherte lohnen, wenn sie teuren Zahn­ersatz brauchen. Das können Brücken, Kronen, Inlays oder Implantate sein.

Beitrag steigt alle 10 Jahre

Auffällig an dem Tarif KEZ der Gothaer ist die Tarif­struktur der Beiträge. Sie sind für Männer und Frauen alters­abhängig und steigen nach Vertrags­abschluss ab dem 21. Lebens­jahr im Zehn­jahres­rhythmus. Eine 21-jährige Frau zahlt für die Police monatlich 5,31 Euro. Wenn sie 31 Jahre alt wird, verlangt der Versicherer für den selben Schutz 9,95 Euro im Monat und nach ihrem 41. Geburts­tag 13,25 Euro. Auch danach steigt der Beitrag in der Regel alle zehn Jahre weiter. 19,93 Euro beträgt er für eine Seniorin von 70 Jahren, siehe Tabelle. Die Beiträge für Männer sind bis zum 61. Geburts­tag geringer. Danach über­treffen sie die für Frauen. Mit 70 Jahren zahlt ein Mann 24,69 Euro monatlich.

Leistungs­starke Police

Der Gothaer-KEZ-Tarif gehört zu den leistungs­stärkeren Zahn­zusatz-Policen. Von den Leistungen her ist er vergleich­bar mit dem Tarif Medident der Gothaer, der im letzten Test Zahnzusatzversicherungen (Finanztest 05/2010) ein gut erhalten hat. Sowohl für teure Kronen und Brücken, als auch für Implantate und Inlays über­nimmt die Gothaer zusammen mit dem Kassen­zuschuss 70 bis 80 Prozent der Gesamt­kosten. Ob es die vollen 80 Prozent sind, entscheidet das Bonus­heft. In ihm muss für jedes der letzten 10 Jahre ein Zahn­vorsorge-Check vermerkt sein.

Implantat ja, Knochen­aufbau nein

Ein Implantat einschließ­lich Zahn­ersatz kann etwa 3 000 Euro kosten, davon entfallen 1000 Euro auf den Knochen­aufbau. test.de hat ausgerechnet, was der Versicherte mit Zusatz­police für das Implantat aus eigener Tasche zahlen muss. Mit Vorsorgebonus von 30 Prozent, den der Patient nach zehn Jahren regel­mäßiger Vorsorge erhält, über­nimmt die Kasse 375 Euro und die Zusatz­police 1 225 Euro, wie Modell vier in der Tabelle zeigt. Für den zusatz­versicherten Patienten bleiben immer noch 1 400 Euro zu zahlen, denn die Kosten für den Knochen­aufbau - aus medizi­nischen Gründen oft nötig - ersetzt die Gothaer nicht. Viele andere Tarife bezahlen aber den Knochen­aufbau.

Schutz greift nach acht Monaten

Von Vorteil ist, dass der Gothaer-Schutz im Gegen­satz zu vielen anderen Tarifen die jähr­lichen Leistungen nicht auf einen fest­gelegten Höchst­betrag begrenzt. Auch die üblichen Leistungs­begrenzungen in den ersten Vertrags­jahren sind relativ kundenfreundlich. In den ersten beiden Vertrags­jahren werden insgesamt schon höchs­tens 750 Euro erstattet. In den ersten drei Vertrags­jahren sind es zusammen maximal 1 500 Euro. Danach ist die jähr­liche Höchst­grenze aufgehoben. Auch beim Gothaer-Tarif gilt aber die übliche Warte­zeit von acht Monaten nach Vertrags­schluss bis zur ersten möglichen Leistung.

Leistungs­versprechen nicht für immer

Ein lebens­langes Leistungs­versprechen enthält der Vertrag mit der Gothaer aber nicht. Der Versicherer kann jähr­lich nach Vertrags­schluss die Leistungen einschränken oder erhöhen. Er könnte etwa später Inlays von der Leistung ausschließen. Dazu ist nicht die Zustimmung eines unabhängigen Treuhänders nötig, wie das bei vielen anderen Tarifen der Fall ist. Auch die Beiträge kann das Unternehmen ändern. Der Kunde hat nach jeder Änderung das Recht zu kündigen. Ohne Änderung kann der Kunde den Vertrag frühestens nach zwei Jahren und danach jedes Jahr kündigen. Die Gesell­schaft selbst hat kein ordentliches Kündigungs­recht.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Tabelle: Beiträge im Monat für Zahn­zusatz­versicherung der Gothaer

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