24.09.2009

Windows 7: Fenster in die Zukunft

Windows 7 Schnelltest

Morgen, am 22. Oktober, ist es so weit: Das neue Windows 7 steht in den Regalen. test hat das mit Spannung erwartete Betriebssystem getestet und sagt, ob und wo Windows 7 schneller und komfortabler ist als seine Vorgänger, für welche Rechner es geeignet ist und für wen sich der Wechsel lohnt.

Die magische Sieben – vielleicht will Microsoft ein wenig Zahlenmystik her­aufbeschwören und benennt den Vista-Nachfolger deshalb nicht mit einem klingenden Kunstwort, sondern einfach nach seiner offiziellen Versionsnummer. Win­dows XP gehörte zu Nummer 5, Vista zu Versionsnummer 6. Windows 7 wird ab dem 22. Oktober in den Regalen stehen.

Aufrüsten lassen sich PCs, die unter XP flüssig laufen – also durchaus auch Rechner, die schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben. Ob und an welchen Stellen Windows 7 schneller und komfortabler ist als seine Vorgänger, haben wir mit der Vorabversion (RC) am Beispiel jeweils eines aktuellen Note- und Netbooks getestet, den Testsiegern aus Heft 7/09.

Tipp: Welche Windows-Version auf Ihrem Rechner läuft, erfahren Sie in der Systemsteuerung unter „System“ – auch erreichbar über die Tastenkombination Windows (untere Tastenreihe) + Pause.

Installation: Schnell und schlank

Nur 20 Minuten dauerte die Neuinstallation von Windows 7 in unserem Test auf dem Notebook, rund 30 beim Netbook – dabei sind weniger Benutzereingaben als bei älteren Windows-Versionen nötig. Der zügige Installationsablauf mag auch daran liegen, dass einige Zusatzprogramme wie Win­dows Mail, Fotogalerie und die Videoschnittsoftware Movie Maker nicht mitinstalliert werden. Sie können nachträglich als kostenloses Paket „Windows Live“ her­untergeladen und installiert werden.

Freie Auswahl soll es beim Internetbrowser geben. Auf Druck der EU-Kommission wird Microsoft beim ersten Hochfahren voraussichtlich ein Auswahlfenster anzeigen, über das der Nutzer alternativ zum vorinstallierten Internet Explorer auch den Browser eines anderen Anbieters installieren kann. Der gewählte Alternativbrowser ersetzt dann den Windows Internet Explorer.

Tipp: Beliebte Browser sind zum Beispiel Firefox, Opera und Safari. Sie gelten als speicher- und ressourcenschonend.

Oberfläche: Flott und aufgeräumt

Bis unser Notebook mit Windows 7 Home Premium hochgefahren ist, vergehen 45 Sekunden, das sind zehn Sekunden weniger als beim selben Gerät unter Vista. Auch das Aufwachen aus dem Standbymodus ist beim neuen System etwas schneller. Selbst wenn sich an der Rechenleistung im Mittel nichts ändert, fühlt sich Windows 7 dynamischer an: Nervige Bedenksekunden bis zum Ausführen einer Aktion gibt es kaum noch, und die Warnmeldungen der Benutzerkontensteuerung stören seltener als bei Vista den Arbeitsablauf.

Für mehr Übersicht sorgt die neue Task­leiste am unteren Bildschirmrand. Programme können sich bei der Installation nicht mehr selbsttätig hier breitmachen. Nur der Nutzer kann auf der Leiste Programm- und Dateiverknüpfungen verankern, die mit ihrem Programmsymbol dargestellt werden. Es ist bei aktiven Programmen umrandet. Mehrere geöffnete Dokumente oder Webseiten können als Stapel dargestellt werden. Fährt man mit dem Mauszeiger darüber, erscheinen Vorschaubilder der Programmfenster, die beim Überstreichen elegant in voller Größe eingeblendet werden. Diese Effekte gehören genau wie die transparenten Fensterränder zur sogenannten Aero-Glass-Oberfläche. 

Sehr praktisch ist die neue Fensterverwaltung: Zieht man ein Fenster zum Bildschirmrand, wird es auf einer Monitorhälfte vergrößert – gut, um zwei Dokumente gleichzeitig zu betrachten. Wird ein Fenster zum oberen Rand gezogen, erscheint es in Vollbildansicht. Bewegt man den Mauszeiger in die untere, rechte Bildschirmecke, werden alle Fenster kurz ausgeblendet. Mit einem Klick in die Ecke wird der Desktop dauerhaft freigelegt.

Tipp: Die Fenster lassen sich auch per Tastenkombination ordnen. Windows + Links-/Rechtspfeil heftet das aktive Fenster an den linken oder rechten Bildschirmrand, Win­dows + Aufwärtspfeil maximiert es.

Netbooks: Abgespeckt und funktional

Netbooks werden bislang größtenteils mit Windows XP als Betriebssystem verkauft. Das könnte sich ab Ende Oktober ändern. So haben beispielsweise Asus und Hewlett-Packard schon angekündigt, künftig auch die Miniatur-Notebooks mit Windows 7 anzubieten. Dabei wird wohl aus Kostengründen meist eine abgespeckte Starter-Version des Betriebssystems zum Einsatz kommen, bei der einige Multimedia- und Komfortfunktionen gestrichen wurden. Auf die schicke Aero-Glass-Oberfläche und auf die Miniatur-Fenstervorschau beispielsweise müssten Netbookkäufer dann verzichten.

Der Vorteil: Im Vergleich zu Windows XP kitzelt die Starter-Version von Windows 7 auch aus der relativ leistungsschwachen Hardware unseres Test-Netbooks in einigen Prüfpunkten mehr Leistung heraus. Programminstallationen laufen schneller ab und Dateien lassen sich im Windows Explorer zügiger kopieren. Bei anderen Prüfpunkten war XP leicht im Vorteil, sodass sich die Leistung im Schnitt die Waage hält.

Tipp: Wer sich in den letzten Monaten einen Vista-Computer gekauft hat oder in diesen Wochen kauft, muss auf Windows 7 nicht verzichten. Vielen seit Ende Juni 2009 verkauften Rechnern liegt ein Upgrade-Gutschein bei, mit dem die Kunden ab dem 22. Oktober auf Windows 7 aufrüsten können. Gezahlt werden müssen aber die Bearbeitungs- und Versandkosten – je nach Anbieter etwa 15 bis 30 Euro.

Umstieg: Teuer und oft schwierig

Teurer wird es für Fans von Windows 7, die ohne Computer-Neukauf in die schöne, neue Fensterwelt eintauchen möchten:

Linux-Nutzer oder Nutzer älterer Win­dows-Versionen als XP und 2000 müssen eine Vollversion für etwa 200 Euro kaufen. Zum Preis günstigerer Versionen ohne Handbuch und Support (System-Builder-Lizenzen ) hat Microsoft noch nichts gesagt.

XP- und Vista-Nutzer können eine billigere Up­grade-Lizenz für etwa 120 Euro erwerben. Damit lassen sich Vista-PCs einfach aktualisieren, während XP-PCs in der Regel eine aufwendige Neuinstallation (siehe „Upgrade“) erfordern – nichts für Einsteiger.

Mehrfachnutzer können zum „Family Pack“ (etwa 150 Euro, limitiertes Angebot) greifen, das Upgrade-Lizenzen für bis zu drei XP- oder Vista-PCs umfasst.

Gleich alle Rechner im Haushalt auf Windows 7 umzustellen, macht vor allem Sinn, wenn ohne große Fummelei ein einfaches Heimnetzwerk eingerichtet werden soll. Mit dem neuen Betriebssystem sind nur wenige Mausklicks nötig, um zwischen den per WLan oder Netzwerkkabel verbundenen PCs beispielsweise Musik, Bilder oder Videos auszutauschen oder um Drucker gemeinsam zu nutzen.

Tipp: Unter Windows 7 läuft ältere Standardsoftware meist problemlos. Spezialsoftware kann in den teureren Unternehmensversionen Professional und Ultimate in einem speziellen „XP-Modus“ gestartet werden. In Windows Starter und Home Premium laufen alte XP-Programme mittels Virtualisierungssoftware (kostenlos im Internet zum Beispiel: VirtualBox).

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