Seit Montag läuft die 17. UN-Weltklimakonferenz im südafrikanischen Durban. Wesentliche Einigungen der rund 190 Staaten sind nicht in Sicht. Da scheint es sinnvoller, selbst etwas für den Klimaschutz zu tun: test.de gibt Tipps zum Energiesparen und erklärt, wie der Wechsel zu Ökostrom klappt. Das test Spezial „Grüner leben“ zeigt die 50 klimaschonendsten Geräte für zu Hause.
Globaler Kohlendioxidausstoß auf Rekordhoch
Der Klimawandel schreitet voran: Laut einer aktuellen Hochrechnung des US-Energieministeriums haben Kraftwerke, Fabriken und Autos 2010 weltweit insgesamt 33,5 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre geblasen. Das sind fast sechs Prozent mehr als 2009 – und so viel wie nie zuvor. Hauptverursacher der klimaschädlichen Treibhausgase sind China gefolgt von den USA, Indien, Russland, Japan und Deutschland.
Erderwärmung um 4 bis 6 Grad Celsius
Die Prognosen vieler Klimaforscher sind entsprechend düster: Sie rechnen mit einer Erwärmung der Erdatmosphäre um durchschnittlich vier bis sechs Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts. Die Folge: Katastrophale Wetterextreme mit längeren Hitzewellen, mehr Dürren, stärkeren Stürmen und mehr Überschwemmungen. Beim vorherigen Klimagipfel 2010 im mexikanischen Cancún hatte die Staatengemeinschaft noch beschlossen, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Wie das erreicht werden soll, blieb aber offen – und scheint heute unwahrscheinlicher denn je.
Europa will Energie sparen
Die Europäische Union will bis 2020 ein Fünftel weniger Energie verbrauchen und die CO2-Emissionen um 20 Prozent gegenüber 1990 senken. Um diese Klimaziele zu erreichen, plant EU-Energiekommissar Günther Oettinger eine Richtlinie zur Energieeffizienz. Sie sieht etwa vor, dass Energieversorger ihren Kunden beim Energiesparen helfen sollen, zum Beispiel indem sie diesen modernere Heizsysteme anbieten oder den Kauf besonders sparsamer Haushaltsgeräte – Kühlschränke, Geschirrspüler, Waschmaschinen – finanziell fördern. Zu erkennen sind sparsame Geräte am Energielabel: Es sollte die höchste Klasse aufweisen, bei Kühlschränken zum Beispiel „A-dreifach-Plus“, also A+++.
Neugeräte sparen 400 Euro Stromkosten im Jahr
Laut Umweltbundesamt ließe sich in Deutschland die Leistung von zehn Großkraftwerken einsparen, wenn alle Stromsparmöglichkeiten ausgenutzt würden. Dazu gehört auch, Haushaltgeräte nach Ende ihrer Lebensdauer durch sparsame Neugeräte zu ersetzen. Das käme nicht nur dem Klima zugute, sondern auch dem Geldbeutel. Nach Berechnungen der Stiftung Warentest verbraucht ein komplett mit Altgeräten ausgestatteter Haushalt etwa doppelt so viel Energie wie ein Haushalt, der nur auf Spargeräte setzt. Das Einsparpotenzial liegt bei rund 400 Euro im Jahr. Beispiel Kühl-Gefrier-Kombis: Geräte aus dem Jahr 1992 verursachen im Schnitt Stromkosten von 145 Euro im Jahr. Kombis aus 2009 begnügen sich dagegen bereits mit rund 55 Euro. Oder Fernseher: Wer sich für einen sparsamen LCD-Fernseher anstatt für einen Stromfresser entscheidet, spart im Laufe der Nutzungszeit von zwölf Jahren bis zu 1 000 Euro Kosten für Strom.
Klimaschutz mit dem test Spezial „Grüner leben“
Die 50 sparsamsten und zugleich guten Elektrogeräte für zu Hause nennt das test Spezial „Grüner leben“. Das Heft nimmt insgesamt 220 Produkte unter die Lupe und sagt, welche wirklich ökologisch sinnvoll sind und wo Greenwashing betrieben wird. Überdies gibt es Tipps für sechs Lebensbereiche, unter anderem zu Bio- und regionalen Lebensmitteln, zu Ökofonds und ethischen Banken und zum Thema Ökostrom. Das test Spezial „Grüner leben“ kostet 7,80 Euro und ist im Zeitschriftenhandel oder im Shop auf test.de zu haben.
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