04.01.2013

Weiße Zähne: Was Zähne wirk­lich aufhellt

Weiße Zähne Special

Weg mit dem Gilb – Zähne sollen nicht nur gesund sein, sondern auch schön aussehen. Viele wünschen sie sich weißer. Für fast jeden gibt es Methoden zur Zahn­aufhellung, strahlend weiße Zahnreihen sind nicht mehr allein Hollywood-Schönheiten vorbehalten. test beant­wortet zwölf Fragen zum Thema – von der Weiß­macher-Zahnpasta bis zum Office-Bleaching beim Zahn­arzt.

Verhelfen spezielle Weiß­macher-Zahnpasten zu weißeren Zähnen?

Weiße Zähne Special
Weiß­macher-Zahnpasten: Sie können die ursprüng­liche Farbe etwas auffrischen.

Nein, weißer machen die Spezialzahnpasten die Zähne nicht. Im besten Fall frischen sie die ursprüng­liche Naturfarbe wieder etwas auf. Sie können allerdings Verfärbungen gut entfernen (siehe Test: Zahnpaste für weiße Zähne aus test 4/2011). Die meist bräunlich-schwarzen Beläge werden vor allem durch Pigmente aus Nahrungs- und Genuss­mitteln verursacht, wie zum Beispiel Tee, Kaffee, Rotwein oder Nikotin. Ihre reinigende Wirkung verdanken die Zahnpasten nicht etwa chemischen Bleich­mitteln, sondern vor allem den einge­setzten Putzkörpern. Gesundem Zahn­schmelz können sie nichts anhaben. Menschen mit freiliegenden Zahnhälsen sollten vorsichtig sein: Für sie sind die Weiß­macher-Zahnpasten mitunter zu aggressiv.

Hellt die Prophylaxebe­hand­lung beim Zahn­arzt die Zähne auf?

Ja. Die professionelle Zahn­reinigung (siehe Professionelle Zahnreinigung: Wie Kunden Qualität erkennen aus test 9/2011)), die heute zum Stan­dard­angebot vieler Praxen gehört, erzielt einen aufhellenden Effekt, der sich allein mit Zahnbürste und -pasta nicht erreichen lässt. In erster Linie dient sie jedoch der Gesund­erhaltung der Zähne. Die Prophylaxe­assistentin reinigt Zähne und Zahn­zwischenräume und poliert anschließend das Gebiss. Die Kosten für eine Prophylaxebe­hand­lung betragen je nach Aufwand 50 bis 150 Euro. Wem die dadurch wiedergewonnene Originalfarbe noch nicht gefällt, der sollte mit dem Zahn­arzt die Möglich­keiten besprechen, die Zähne chemisch aufzuhellen, also zu bleichen, Bleaching genannt.

Auch vor dem Bleaching ist die Prophylaxebe­hand­lung in jedem Fall zu empfehlen. Die aufhellenden chemischen Wirk­stoffe erreichen ihr Ziel besser, wenn die Zähne schon von äußeren Verfärbungen und Zahn­stein befreit sind.

Muss ich zum Bleichen immer den Zahn­arzt aufsuchen?

Es empfiehlt sich dringend, unter zahn­ärzt­licher Aufsicht zu bleichen. Zuerst muss nämlich abge­klärt werden, ob die Zähne für die Prozedur über­haupt geeignet sind. Der Zahn­arzt muss sie auf Karies, feinste Risse im Schmelz, defekte Füllungs­ränder oder freiliegende Zahnhälse kontrollieren. Nur bei gesunden Zähnen und intaktem Zahn­fleisch sollte gebleicht werden. Sonst können die Wirk­stoffe ins Zahn­innere eindringen und entzündliche Prozesse in Gang setzen. Der Zahn­arzt weist auch auf die Grenzen des Mach­baren hin – schnee­weiße Zähne bekommt nun mal nicht jeder. Und Kronen, Brücken und Füllungen lassen sich in der Farbe nicht durch das Bleich­mittel beein­flussen.

Was ist von frei­verkäuflichen Bleich­mitteln für zuhause zu erwarten?

Der Boom ist abge­ebbt. Mitunter bieten Apotheken und Drogerien zwar noch Mittel an, doch viele Angebote haben sich wegen geringer Dosierung der Wirk­stoffe als nicht sehr effektiv erwiesen. Von hoch­dosierten Bleich­mitteln aus dem Internet sollte man ohne zahn­ärzt­liche Empfehlung und Kontrolle Abstand nehmen. Die Zähne könnten Schaden nehmen.

Wie bleicht der Zahn­arzt?

Weiße Zähne Special
Beim Zahn­arzt. Auf der Zahn­farb­skala lässt sich realistisch abschätzen, wie hell die Zähne durchs Bleichen werden können.

Es gibt drei Wege zum neuen Weiß: Für das Bleichen zuhause, Home-Bleaching genannt, fertigt der Zahn­arzt eine individuell pass­gerechte Kunst­stoff­schiene an. In die Schiene träufelt der Nutzer zuhause das Bleichgel und setzt sie stunden­weise – nach Anweisung des Zahn­arztes – ein. Der Bleich­prozess kann sich je nach Wirkungs­intensität des Gels insgesamt bis zu zwei Wochen hinziehen.

Schneller und für den Patienten unkomplizierter ist das Office-Bleaching, das Bleichen in der Zahn­arzt­praxis. Hier trägt der Arzt höher dosiertes Bleich­mittel direkt auf die Zähne auf. Nach der Einwirk­zeit kontrolliert er, ob die Aufhellung ausreicht. Wenn nicht, muss die Prozedur wieder­holt werden. Für ein dauer­haftes Ergebnis sind oft bis zu drei Behand­lungen notwendig.

Beim Power-Bleaching wird der Bleich­vorgang manchmal mit energiereichem Licht – mit Laser oder UV-Licht – unterstützt. Dabei entwickelt sich Wärme, die den Bleich­vorgang beschleunigt. Es gibt aber begründete Befürchtungen, dass diese Erwärmung den Zahn­nerv schädigen kann. Bereits nach sechs Wochen etwa sieht das Ergebnis des Power-Bleaching mit Licht nicht besser aus als Bleichen ohne Licht.

Wie viel heller werden die Zähne?

Der Aufhellungs­grad kann individuell sehr unterschiedlich ausfallen. Mit zwei bis drei Stufen auf der Zahn­farb­skala ist auf jeden Fall zu rechnen. Beim Power-Bleaching anfangs sogar mit bis zu acht Stufen. Das Ergebnis dunkelt aber vergleichs­weise schnell wieder nach. Oft ist schon nach einigen Wochen kein Unterschied mehr zu anderen Bleich­methoden zu sehen.

Lässt sich auch nur ein Zahn bleichen?

Ja, auch einzelne Zähne, die sich nach Verletzungen oder Wurzelbe­hand­lungen dunkel gefärbt haben, lassen sich aufhellen: Der Zahn­arzt gibt das Bleich­mittel direkt in den aufgebohrten Zahn.

Was kostet die Behand­lung?

Das neue Weiß ist nicht billig. Für ein Bleaching beim Zahn­arzt ist je nach verwendeter Methode und Zeit­aufwand mit 250 bis 600 Euro zu rechnen. Das Bleichen eines einzelnen Zahns kostet 70 bis 150 Euro. Die Preise können von Praxis zu Praxis stark schwanken, sodass sich ein Vergleich immer lohnt. Die Kosten für die rein ästhetischen Behand­lungen muss jeder selbst tragen. Gesetzliche Krankenkassen zahlen nicht.

Wie wirken die Bleich­mittel?

Alle Mittel, die die Beißer weißer machen, funk­tionieren nach demselben Prinzip: Sie enthalten Wasser­stoff­per­oxid oder Carbamidper­oxid. Beide Substanzen setzen im Mund aktiven Sauer­stoff frei. Der dringt in den Zahn­schmelz ein, spaltet dort gefärbte Moleküle auf und wandelt sie in farblose um. Eine chemische Reaktion, vergleich­bar der beim Blondieren von Haaren.

Wie lange hält die Bleich­wirkung an?

Ein Bleaching zeigt etwa ein bis drei Jahre Wirkung – je nach Bean­spruchung der Zähne und der Mund­hygiene. Wer viel raucht, Rotwein oder Tee trinkt, muss möglicher­weise schneller wieder aufhellen lassen.

Ist das Aufhellen wirk­lich risikolos, gibt es Neben­wirkungen?

Für die gesunde Mund­höhle stellt das Bleichen kein Risiko dar, voraus­gesetzt, die Behand­lung wird fachgerecht durch­geführt. Das ist durch Studien bewiesen. Direkt nach dem Bleichen können aber kurz­fristig unangenehme Neben­wirkungen auftreten: eine erhöhte Empfindlich­keit der Zähne und Zahnhälse. Fluoridgele schaffen meist schnell Abhilfe.

Wem ist vom Bleachen abzu­raten?

Schwangeren oder stillenden Frauen ist generell vom Bleichen abzu­raten. Genauso Kindern und Jugend­lichen. Erst wenn der Zahn­schmelz völlig ausgereift ist, mit etwa 16 Jahren, darf es losgehen.

Grund­sätzlich ist bei jüngeren ein besseres Ergebnis zu erzielen als bei alten Menschen. Mit den Jahren nutzt sich der Zahn­schmelz ab. So schimmert das darunter liegende gelb­liche Zahn­bein (Dentin) immer stärker durch. Auch das beste Bleich­mittel kommt nur noch schwer dagegen an – ein neuer Fall für den Zahn­arzt.

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