07.12.2007

Weihnachtsbeleuchtung: Teurer Lichterglanz

Weihnachtsbeleuchtung Test

Beleuchtete Tannenbäume, blinkende Sterne, meterlange Lichtschläuche am Haus: In vielen Gegenden wetteifern Anwohner um die schönste Festbeleuchtung. Die Stromversorger freuts: In fünf Wochen verbraucht ein 13 Meter langer Lichtschlauch mit Glühlämpchen Strom für rund 9 Euro. Doch es geht auch preiswerter.

Private Lichtfestspiele

Während wieder hunderte Stromversorger ihre Preise im Dezember und Januar erhöhen, veranstalten viele Stromkunden ihre privaten Lichtfestspiele: Beleuchtete Tannenbäume im Vorgarten, meterlange Lämpchenketten am Haus, blinkende Figuren in den Fenstern. Wenn es um die festliche Ausschmückung des Hauses geht, verstummt in vielen Familien offensichtlich die Diskussion übers Stromsparen.

Stromverbrauch wie ein Kühlschrank

Dabei entpuppt sich manches Weihnachtslicht als wahrer Stromfresser. Auffälligstes Beispiel im Test: das Illuminationsset von REV Ritter. Eine Lichterkette mit 10 normalen Glühlampen. Leistungsaufnahme: 25 Watt pro Glühlampe. Da kommt einiges zusammen: Bei einer Brenndauer von acht Stunden am Tag zieht die Kette in fünf Wochen 70 Kilowattstunden Strom. Strompreis: über 13 Euro. Zum Vergleich: Ein sparsamer Kühlschrank mit Vier-Sterne-Gefrierfach verbraucht im ganzen Jahr rund 24 Euro. Zwei Licherketten mit normalen Glühlampen fressen allein in der Weihnachtszeit mehr Strom.

Die Menge machts

Lichterketten mit kleinen Glühlämpchen sind sparsamer. Stromverbrauch pro Meter: nur 1,2 bis 5 Watt. Lichterschläuche mit kleinen Glühlämpchen fressen wiederum mehr Strom. Leistungsaufnahme pro Meter: etwa 12 bis 15 Watt. Hier summiert sich der Verbrauch. Beispiel: Ein Lichtschlauch wie der Praktiker Homefit Lighting ist neun Meter lang und mit 324 Glühlämpchen bestückt. Bei einer Brenndauer von acht Stunden am Tag zieht der Lichtschlauch in fünf Wochen immerhin 39 Kilowattstunden Strom. Strompreis: über 7 Euro. Drei dieser Lichtschläuche verbrauchen über die Weihnachtszeit gesehen fast ebenso viel Strom wie ein Kühlschrank im ganzen Jahr.

Sparen mit LED

Deutlich sparsamer sind dagegen Lichterketten und Lichtschläuche mit LED. Stromverbrauch pro Meter: nur etwa 2,5 Watt. Kaum ein Viertel von dem, was Lichtschläuche mit Glühlämpchen verbrauchen. Die sparsamen LED-Lichter sind allerdings teurer und haben einen sichtbaren Nachteil: Sie strahlen ihr Licht sehr gebündelt in die Dunkelheit. Wer direkt in das Diodenlicht schaut, empfindet es auch aus einiger Entfernung als gleißend und unangenehm. Licht aus LED ist zwar hell, aber wenig romantisch. Besonders intensiv leuchten farblose Schläuche mit bunten Leuchtdioden. Etwas weniger grell sind eingefärbte Schläuche mit weißen Lämpchen.

Schwachpunkt Sicherheit

Drei der 14 Beleuchtungssysteme im Test können zum Sicherheitsrisiko werden: Die Chrissline Start 50 von Markslöjd überlebte die Zugprüfung nicht. Die Kabelenden rissen aus den Lämpchen heraus. Wer sie berührt, riskiert einen Stromschlag mit 220 Volt. test-Urteil: mangelhaft. Ebensfalls mangelhaft sind die LED-Lichterkette von Neckermann und der Lichtschlauch Classic-Supralight von REV. Beim Classic-Supralight kann Wasser in das Trafogehäuse gelangen, obwohl der Lichtschlauch für Draußen vorgesehen ist. Auch die Lichterkette von Neckermann ist nicht richtig gegen eindringendes Wasser geschützt. Noch ein Minuspunkt: Alle drei Produkte sind nicht ausreichend wärmebeständig. Sie erfüllen die DIN-Norm nicht.

Drei gute Weihnachtsbeleuchtungen

Insgesamt ist nur eine Lichterkette gut: die LED-Dioden-Lichterkette von Hellum für 20 Euro. Bei den Lichterschläuchen stehen zwei gute Produkte zur Auswahl: Das Starter-Set für LED-Supralight von REV Ritter für 20 Euro plus 5 Euro je Meter Schlauch. Und der LED Lichterschlauch, 8 Meter blau von Praktiker für 30 Euro.

Schnelltest:  13 Lichterketten und -schläuche im Sicherheitscheck

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