So testet die Stiftung Warentest
Die Stiftung Warentest bewertet Waschmaschinen in fünf Kategorien: Funktion, Dauerprüfung, Handhabung, Umwelteigenschaften und Schutz vor Wasserschäden. Die Noten in den Kategorien heißen Gruppenurteile. Aus den fünf Gruppenurteilen ergibt sich das test-Qualitätsurteil. Lesen Sie hier, wie die Stiftung Warentest testet und bewertet.
Testergebnisse für Waschmaschinen
Waschmaschinen im Test
Die Stiftung Warentest testet weder kostenlose Muster noch Prototypen, sondern kauft die Geräte ganz regulär ein. Die Einkäufer fragen dabei gezielt nach dem Waschmaschinentyp, den die Stiftung Warentest für den Test ausgewählt hat. Die Testergebnisse gelten für das getestete Modell.
Preise
Der Produktfinder zeigt Onlinepreise. Die Preise ermittelt die Stiftung Warentest. Der Stand des Preises wird für jedes Produkt angezeigt.
Abwertungen
Abwertungen sorgen dafür, dass sich gravierende Mängel auch deutlich auf das test-Qualitätsurteil auswirken. Wichtig sind Abwertungen immer dann, wenn die rein rechnerische Bewertung den Mangel nicht ausreichend deutlich macht. Abwertungen sind in den Tabellen mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet. Die Stiftung Warentest wendet bei Waschmaschinen folgende Abwertungen an:
- Funktion: Ist die Funktion (also das Waschen, Spülen und Schleudern) befriedigend, kann das test-Qualitätsurteil maximal eine halbe Note besser sein.
- Dauerprüfung: Ist die Haltbarkeit mangelhaft oder bei Waschtrocknern ausreichend, kann das test-Qualitätsurteil nicht besser sein.
- Umwelteigenschaften: Ist das Geräusch im Hauptwaschgang ausreichend oder mangelhaft, können die Umwelteigenschaften maximal eine Note besser sein. Ist das Geräusch beim Schleudern ausreichend, können die Umwelteigenschaften maximal zwei Noten besser sein. Bei Waschtrocknern führen ausreichende Umwelteigenschaften beim Waschtrocknen und Trocknen dazu, dass das test-Qualitätsurteil bestenfalls befriedigend sein kann.
Funktion: 40 %
Alle Geräte müssen verschiedene Waschprogramme durchlaufen:
- Buntwäsche 60 Grad Celsius (Standard- bzw. Labelprogramm) mit der Hälfte der maximalen Beladung laut Anbieter
- Buntwäsche 40 Grad Celsius mit voller und mit halber Beladung laut Anbieter
- Pflegeleichtes 40 Grad Celsius bei maximaler Beladung laut Anbieter.
Dabei sind die Waschmaschinen mit normierter, üblicher Haushaltswäsche beladen: Handtücher, Bettlaken und Kopfkissen. Hinzu kommen verschmutzte Stoffstreifen mit Hautfett, Ruß, Öl, Blut, Kakao und Rotwein. Nach dem Waschen messen die Experten, wie sauber die Schmutzstreifen geworden sind (Reinigungsleistung), wie gut die Wäsche ausgespült (Spülwirkung) und geschleudert (Schleuderwirkung) wird. Außerdem bewertet die Stiftung Warentest seit 2011 auch die Dauer der Programme.
- Wolle 30 Grad Celsius im Programm für maschinenwaschbare Wolle.
Normiertes Wollgewebe wird viermal gewaschen, danach das Einlaufen (Schrumpfung) gemessen und bewertet. Zusätzlich kommen die verschmutzten Stoffstreifen hinzu, an denen die Reinigungsleistung im Wollprogramm überprüft wird.
Waschtrockner
Hier splitten sich die 40 Prozent der Funktionsprüfung in die Teilbereiche Waschen (25 %) sowie Waschtrocknen und Trocknen (15 %).
- Die Waschprogramme sind die gleichen wie bei reinen Waschmaschinen. Beim Waschtrocknen wird fünfmal je Maschine durchgängig gewaschen und getrocknet und zwar in den Programmen 40 Grad Buntwäsche schranktrocknen und bügelfeucht. Neben der Reinigungsleistung messen wir den Feuchtegehalt (Restfeuchte) in der getrockneten Wäsche und beurteilen die Dauer.
- Das reine Trocknen beurteilen wir in den Programmen Baumwolle schranktrocken und bügelfeucht sowie bei Pflegeleicht schranktrocken. Dabei beurteilen wir die Restfeuchte , die Dauer und wie gleichmäßig eine Trommelfüllung trocknen wird (nur in den Programmen Pflegeleicht und bügelfeucht).
Dauerprüfung: 20%
Drei Waschmaschinen von jedem Fabrikat waschen jeweils 1 840 Mal in verschiedenen Programmen, mit kleinen Ruhepausen rund um die Uhr. Sie sind mit robusten Arbeitsanzügen beladen und waschen mit einem handelsüblichen Vollwaschmittel. Die Dauerprüfung dauert rund ein halbes Jahr und simuliert im Zeitraffer eine rund zehnjährige Nutzung bei 3,5 Wäschen pro Woche. Die Bewertung richtet sich danach, ob und wann Fehler auftreten und wie schwerwiegend sie sind.
Im Test 2011 umfasste die Dauerprüfung nur 1 680 Wäschen (rund neun Jahre). Der Grund: Die Waschprogramme dauern immer länger. Die zuvor übliche und von den Testern eingeplante Zeit reichte in diesem Fall nicht mehr aus.
Im Test Waschtrockner 2012 wuschen die Maschinen jeweils 1 430 mal in verschiedenen Programmen, davon 360 mal im Programm Waschtrocknen nonstop. Das entspricht insgesamt einer rund achtjährigen Benutzung. Der Grund auch hier: Lange Wasch- und Trockenzeiten.
Handhabung: 15 %
Drei Experten und zwei Nutzer bewerten, wie sich die Waschmaschine bedienen lässt. Unter anderen erfassen sie folgende Punkte:
- Gebrauchsanleitung
- Waschmittelzugabe
- Bedienelemente (zum Beispiel Programmwähler, Einstellen von Schleuderdrehzahlen oder Sonderfunktionen)
- Einfüllen und Herausnehmen der Wäsche
- Reinigen und Pflegen (Wartung) der Maschine
- Lockerheit der Wäsche (nach dem 40-Grad-Buntprogramm)
- Restlaufanzeige
Umwelteigenschaften: 15 %
Die Tester messen den Strom- und Wasserverbrauch in allen geprüften Programmen sowie den Stromverbrauch im Standby (Programm mit Zeitvorwahl sowie nach Programmende) und im Aus-Zustand. Außerdem messen die Prüfer das Geräusch beim Waschen im Hauptwaschgang und beim Schleudern. Bei Waschtrocknern splitten sich die Umwelteigenschaften auf: 10 Prozent für das Waschen und 5 Prozent für das Waschtrocknen und Trocknen.
Schutz vor Wasserschäden: 10 %
Ein Experte prüft das Wasserstoppsystem und den Auslaufschutz der Waschmaschine. Dabei berücksichtigt er folgende mögliche Fehler:
- Wenn der Wasserzulaufschlauch platzt, muss ein Ventil das sprudelnde Wasser direkt am Hahn abstellen. Dafür ist ein doppelwandiger Schlauch erforderlich.
- Damit die Trommel nicht überläuft, stoppt ein Niveauschalter rechtzeitig den Wasserzulauf. Fällt er aus, soll die Maschine stoppen, einen Fehler melden und am besten das eingelaufene Wasser automatisch abpumpen.
- Wenn das Magnetventil am Wassereinlass klemmt oder nicht richtig schließt, läuft ständig Wasser nach und muss abgepumpt werden. Dafür sorgt ein Sicherheitsschalter.
- Wenn die Waschmaschine undicht wird, soll eine Bodenwanne das auslaufende Wasser auffangen, ein Schwimmschalter das Programm stoppen und die Pumpe aktivieren.
- Wenn der Ablaufschlauch nicht fest installiert ist und auf den Boden fällt.
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