31.12.2012

Wahl­tarife mit Krankengeld für Selbst­ständige: Angebote der Krankenkassen

Wahltarife mit Krankengeld für Selbstständige Test

Verdienst­ausfall durch Krankheit kann für Selbst­ständige existenz­gefähr­dend sein. Als gesetzlich Kranken­versicherte können sie sich auf verschiedenen Wegen mit einem Kranken­geld absichern. Besondere Wahl­tarife gibt es für selbst­ständige Künstler und Publizisten. Doch die Angebote der Kranken­kassen unterscheiden sich teil­weise extrem. Ein Kassen­wechsel kann sich daher lohnen. Der Produkt­finder gibt einen Über­blick über alle Wahl­tarife für Krankengeld.

Güns­tiger Basis­schutz: Gesetzliches Krankengeld

Alle gesetzlich kranken­versicherten Selbst­ständigen können sich günstig bei ihrer Krankenkasse den Anspruch auf gesetzliches Krankengeld sichern. Sie zahlen dann für ihre Kranken­versicherung 15,5 Prozent Beitrags­satz und nicht wie sonst den ermäßigten Satz von 14,9 Prozent. Der Aufschlag kostet sie nicht viel, derzeit maximal 23,63 Euro im Monat bei einem Monats­einkommen von 3 937,50 oder mehr. Dafür bekommen sie ab dem 43. Tag der Arbeits­unfähigkeit ein tägliches Krankengeld von knapp 92 Euro. Gut außerdem: Solange sie das gesetzliche Krankengeld beziehen, müssen sie keine Beiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung zahlen. An die Entscheidung für das gesetzliche Krankengeld sind sie drei Jahre lang gebunden. Sie können aber trotzdem die Kasse wechseln.

Wahl­tarif bindet Versicherte drei Jahre

Diesen Basis­schutz können sie durch Wahl­tarife ihrer Krankenkasse ergänzen. Diese Angebote richten sich nicht nur an Selbst­ständige und Freiberufler. Auch Arbeitnehmer, die nur tage­weise angestellt werden und deshalb keinen Anspruch auf Lohn­fortzahlung haben (unständig Beschäftigte) können sich so versichern. Für einen Krankengeld-Wahl­tarif müssen Versicherte extra Beitrag an ihre Kasse zahlen. An den Wahl­tarif sind sie für drei Jahre gebunden. Anders als bei der Entscheidung fürs gesetzliche Krankengeld können sie während dieser Bindungs­frist auch nicht die Kasse wechseln, selbst wenn diese in der Zwischen­zeit einen Zusatz­beitrag einführt.

Keine Gesund­heits­prüfung

Es gibt vier verschiedene Arten von Wahl­tarifen für Krankengeld. Allen gemein­sam ist: Die Kassen dürfen niemanden wegen Vorerkrankungen ablehnen. Ältere zahlen nicht mehr Beitrag als Jüngere und Frauen nicht mehr als Männer. Das ist bei privaten Kranken­tagegeld­versicherungen anders.

Geld schon vor dem 43. Krank­heits­tag

Sechs Wochen ohne Einkommen sind für viele Selbst­ständige eine zu lange Zeit. Deshalb bieten viele Kassen Wahl­tarife an, die zum Beispiel schon ab dem 15. oder dem 22. Tag bis zum Beginn des gesetzlichen Krankengeldes einen bestimmten Betrag pro Tag der Arbeits­unfähigkeit zahlen. Das ist vor allem für diejenigen interes­sant, die keine großen Rück­lagen, aber laufende Verpflichtungen haben.

Selbst­ständige Künstler und Publizisten

Für selbst­ständige Künstler und Publizisten, die über die Künst­lersozialkasse versichert sind, müssen die Krankenkassen spezielle Wahl­tarife anbieten, aus denen die Versicherten vom 15. bis zum 42. Krank­heits­tag Unterstüt­zung erhalten. Sie funk­tionieren genau so wie andere Krankengeld-Wahl­tarife mit Leistungen vor dem 43. Tag, allerdings sind die Beitrags­unterschiede in den Künst­lertarifen noch extremer als für andere Selbst­ständige. Der Vergleich mithilfe des Produktfinders zeigt: Durch einen Kassen­wechsel können Versicherte hier mehrere hundert Euro im Jahr sparen.

Höheres Krankengeld als die gesetzliche Grenze

Das gesetzliche Krankengeld beträgt 70 Prozent des Arbeits­einkommens – bemessen nach dem Gewinn im zurück­liegenden Jahr. Berück­sichtigt wird jedoch nur ein Einkommen von maximal 3 937,50 Euro im Monat. Das heißt: Es gibt höchs­tens knapp 92 Euro Krankengeld pro Tag, das entspricht etwa 2 756 Euro im Monat – egal, wie viel jemand wirk­lich verdient. Mithilfe spezieller Wahl­tarife können gut verdienende Versicherte diese Summe aufstocken, zum Beispiel um zusätzliche 50 Euro je Krank­heits­tag. Zusammen mit dem gesetzlichen Krankengeld darf aber niemand mehr bekommen, als er ohne die Krankheit verdienen würde.

Wahl­tarif als Ersatz fürs gesetzliche Krankengeld

Gesetzlich kranken­versicherte Selbst­ständige können bei manchen Kassen auch einen Wahl­tarif abschließen, der das gesetzliche Krankengeld komplett ersetzt. Dann zahlen sie an ihre Krankenkasse nur den ermäßigten Beitrags­satz von 14,9 Prozent. Im Wahl­tarif können sie teil­weise ein früher einsetzendes oder ein höheres Krankengeld vereinbaren – alles natürlich gegen Extra-Beitrag. Ob sich das lohnt, muss jeder für sich selbst durch­rechnen. In vielen Fällen dürfte die Kombination aus gesetzlichem Krankengeld plus ergänzendem Wahl­tarif güns­tiger sein.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Das bietet der Produktfinder

Dieser Artikel ist hilfreich. Nutzer finden das hilfreich.

Kommentare (0)

weitere Kommentare anzeigen

Alle Kommentare anzeigen

Schreiben Sie bitte einen Kommentar

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Jetzt einloggen oder Neu registrieren.
Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice