08.06.2007

Wärmepumpen: So können Hausbesitzer sparen

Tipps

Flächenheizung wählen

  • Dämmen. Wärmepumpen arbeiten nur dann ökonomisch, wenn das Haus gut gedämmt ist. Planen Sie beim Hausbau oder bei der Modernisierung eine gute Dämmung ein. Die sollte mindestens der Energieeinsparverordnung EnEV entsprechen.
  • Heizung. Stimmen Sie Heizung und Wärmepumpe aufeinander ab. Wählen Sie eine Heizung mit geringer Vorlauftemperatur. Am besten eine Flächenheizung (Fußboden- oder Wandheizung). Je höher die Vorlauftemperatur der Heizung, desto mehr Strom verbraucht die Wärmepumpe.
  • Wärmepumpen. Es gibt verschiedene Typen von Wärmepumpen. Beispiel: Sole/Wasser, Wasser/Wasser und Luft/Luft. Die Bezeichnung zeigt, wo die Wärme herkommt und wo sie hingeht. Die getesteten Modelle vom Typ Sole/Wasser ernten Erdwärme mit Sole (eine Glykol-Lösung), die durch die Erdkollektoren fließt und geben sie an das Wasser im Heizkreislauf beziehungsweise im Warmwasserspeicher ab. Wärmepumpen vom Typ Wasser/Wasser ernten die Wärme direkt aus dem Grundwasser. Wärmepumpen vom Typ Luft/Luft gewinnen Wärme aus der Außenluft und geben sie an die Innenluft ab.
  • Erdkollektoren. Erdkollektoren sammeln die Wärme über ein flächendeckend verlegtes Leitungsnetz. Das Netz sollte etwa 1,5 bis 2 mal so groß wie die beheizte Wohnfläche sein. Pro Quadratmeter liefert der Boden 15 bis 40 Watt. Verlegen Sie die Erdkollektoren etwa 1 bis 1,5 Meter tief. Wählen Sie dafür freie Flächen, die von der Sonne aufgeheizt werden. Je feuchter der Boden, desto besser die Wärmeübertragung. Überbaute Erdkollektoren liefern weniger Energie.
  • Erdsonden. Erdsonden sparen Platz. Sie holen die Energie aus der Tiefe. Die Sonden reichen bis zu 100 Meter tief in den Boden. Sie spenden meist 30 bis 50 Watt pro Meter. Erdsonden lassen sich aber nur dort einbringen, wo das Bohrfahrzeug hinfahren kann.

Umwelt schonen

  • Klimaschutz. Wärmepumpen sind ein Beitrag zum Klimaschutz. Sie reduzieren den Ausstoß von Kohlendioxid im Vergleich zur Gas- oder Ölheizung um bis zu 30 Prozent. Das gilt aber nur für gut geplante Anlagen. In einem schlecht gedämmten Haus oder mit alter Radiatorheizung wäre die Wärmepumpe ein Klimakiller.
  • Ozonkiller. Kältemittel waren früher als Ozonkiller bekannt. Das gilt für die Generation der Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW) und halogenierten Kohlenwasserstoffe (Halone). Moderne Wärmepumpen arbeiten dagegen mit ozon-neutralem Kältemittel. Allerdings verschärfen Kältemittel den Treibhauseffekt. 1 500mal stärker als Kohlendioxid. Kältemittel dürfen nicht in die Atmosphäre gelangen. Sie müssen fachgerecht recycelt werden.
  • Mit Ökostrom. Betreiben Sie die Wärmepumpe mit ökologisch erzeugtem Strom. Strom aus erneuerbaren Energiequellen oder Kraft-Wärme-Kopplung schont die Umwelt.
  • Planen. Planen Sie den Einbau der Wärmepumpe schon beim Hausbau oder vor einer Modernisierung. Das Verlegen der Erdkollektoren ist aufwändig. Bestehende Gärten gehen dabei kaputt.
  • Pflanzen. Erdkollektoren und Erdsonden entziehen dem Boden Wärme. Tief wurzelnde Pflanzen können unter dem Wärmeverlust leiden. Machen Sie deshalb einen Bogen um besonders empfindliche Pflanzen oder stimmen Sie Ihren Garten auf Ihr Wärmefeld ab.
  • Grundwasser. Prüfen Sie, ob Sie das Grundwasser als Wärmequelle anzapfen können. Das ist besonders effizient.

Geld sparen

  • Rabatt. Nutzen Sie die Rabatte der Stromanbieter. Einige Konzerne bieten Spezialtarife für die Betreiber von Wärmepumpen. Fragen Sie nach.
  • Mit Sonne. Kombinieren Sie die Wärmepumpe mit Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung. Dann brauchen Sie die Wärmepumpe nur im Winter. Das spart Strom. Sonnenkollektoren liefern warmes Wasser günstiger als Wärmepumpen.
  • Förderung. Bund und Länder fördern den Einbau von Wärmepumpen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW gewährt günstige Darlehen. Fragen Sie nach.

Behaglich wohnen

  • Küche oder Keller. Sie müssen die Wärmepumpe nicht im Keller verstecken. Moderne Geräte passen gut in Küche oder Bad. Wählen Sie dafür ein leises Gerät.
  • Lautstärke. Der Kompressor der Wärmepumpe brummt leise vor sich hin. Wie ein Gefrierschrank etwa. Berücksichtigen Sie das bei der Aufstellung. Stellen Sie die Wärmeepumpe nicht gerade an die Schlafzimmerwand.
  • Kühlen. Wärmepumpen können auch kühlen. Wesentlich günstiger als eine Klimaanlage. Die Wärmepumpe muss allerdings darauf ausgelegt sein. Die Wärmepumpen im Test können das nicht. Einige Modelle sind aber in Komfortausführung mit Kühlfunktion zu haben. Wählen Sie eine Wärmepumpe mit aktiver oder passiver Kühlfunktion, wenn Ihr Gerät auch kühlen soll. Bevorzugen Sie Erdsonden. Die sind für den Kühlbetrieb besser geeignet als Erdkollektoren.
  • Legionellen. Heizen Sie den Warmwasserspeicher einmal in der Woche auf 60 bis 65 Grad Celsius auf. Das schützt vor Legionellen. Die meisten Geräte bieten Automatikprogramme dafür. Drehen Sie die Temperatur aber nicht permanent so hoch. Die Wärmepumpe verbraucht sonst sehr viel Strom und arbeitet nicht mehr effizient.

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