08.06.2007

Wärmepumpen: So können Hausbesitzer sparen

Öl und Gas werden immer teurer. Das macht alternative Energien attraktiv. Wärmepumpen zum Beispiel. Sie holen Wärme aus dem Erdreich und heizen damit das Haus. Warmes Wasser liefert die Wärmepumpe obendrein. Im Test: 10 Wärmepumpen für Einfamilienhäuser. Preis: etwa 8 800 bis 10 700 Euro. test.de stellt die Technik vor und sagt, für wen sich eine Wärmepumpe lohnt.

Wärme gratis

Extrem warm, trocken und sonnig: Der April brach in diesem Jahr bereits alle Rekorde. 283 Stunden Sonnenschein zählte der Deutsche Wetterdienst. Normal wären hierzulande nur 152 Stunden. Viel Sonne heißt viel Energie. Die bleibt im Boden gespeichert. Auch im regnerischen Mai. Und weil die Preise für Öl und Gas immer weiter steigen, wird die Sonne als Energielieferant wieder interessant. Wie wärs mit einer Wärmepumpe, Typ Sole/Wasser, fürs Einfamilienhaus? Die sammelt die Wärme aus dem Garten und bringt sie ins Haus. Gasheizung und Ölkessel sind überflüssig. Die Wärmepumpe heizt und bereitet warmes Wasser. Das funktioniert auch im Winter, wenn der Boden gefroren ist. Die Erdkollektoren im Garten liefern selbst dann noch genug Energie. Die ist von Natur aus kostenlos.

Technik teuer

Die Technik selbst ist allerdings teuer. Preis: etwa 10 000 Euro für Wärmepumpe und Warmwasserspeicher. Ein vergleichbarer Gas- oder Öl-Brennwertkessel mit Warmwasserspeicher kostet nur 3 400 bis 6 800 Euro. Dazu kommt jeweils die Installation. Komplettpakete vom Heizungsbauer machen die Sache meist etwas billiger. Installateure geben 5 bis 20 Prozent Rabatt auf den Listenpreis, wenn sie den Auftrag für den Einbau bekommen. Für die Wärmepumpe braucht es aber noch mehr: Ein System von Erdsonden oder Erdkollektoren, das die Energie aus dem Erdreich sammelt. Kostenpunkt: je nach Aufwand, mehrere Tausend Euro. Auch hier gibt es Komplettpakete mit Erdsonden, Wärmepumpe und und Installation. Wer neu baut, spart mit der Wärmepumpe auch die Kosten für Schornstein, Öltank oder Gasanschluss. Wichtig in jedem Fall: Das Haus muss gut isoliert sein.

Mit Fußbodenheizung ideal

Nach der hohen Investition macht sich die Wärmepumpe allmählich bezahlt. Die Betriebskosten sind niedriger als bei anderen Heizungen. Die Wärmepumpe braucht keinen Brennstoff mehr, nur Strom. Wenn die Voraussetzungen stimmen, liefert die Umwelt etwa 75 Prozent der Energie für Heizung und Warmwasser. Nur ein Viertel kommt durch den Einsatz von Strom hinzu. Stromkosten pro Jahr: etwa 600 bis 1 000 Euro. Voraussetzung: ein gut isoliertes Haus mit moderner Flächenheizung. Fußboden- oder Wandheizungen sind ideal. Ist die Vorlauftemperatur niedrig (um 35 Grad), arbeitet die Wärmepumpe besonders effektiv. Sie verbraucht wenig Strom und liefert viel Wärme. Wie funktioniert der Zauber?

Kältemittel bringt Wärme ins Haus

Eine Wärmepumpe funktioniert wie ein Kühlschrank - mit umgekehrten Vorzeichen allerdings. Der Kühlschrank zieht Wärme aus dem Inneren des Kühlraums ab und setzt sie auf der Rückseite des Gerätes wieder frei. Die Wärmepumpe dagegen holt Wärme von draußen und gibt sie im Inneren des Hauses wieder ab. Der Kühlschrank kühlt, die Wärmepumpe wärmt. Beide Geräte arbeiten mit einem Kältemittel. Das transportiert Wärme. Bei niedriger Temperatur und niedrigem Druck nimmt das Kältemittel Wärme auf, bei höherer Temperatur und höherem Druck gibt es die Wärme wieder ab. Dabei ändert das Kältemittel meist seinen Aggregatzustand. Bei höherer Temperatur und höherem Druck wird es flüssig, bei niedriger Temperatur und niedrigem Druck ist das Kältemittel gasförmig.

Wärmepumpe hält Kreislauf in Gang

Die Wärmepumpe hält diesen Kreislauf in Gang. Drei Pumpsysteme arbeiten daran: Kältemittel-, Sole- und Heizungspumpe. Die Solepumpe pumpt Sole (eine Glykol-Lösung) durch im Erdreich verlegte Leitungen. Diese Erdkollektoren oder Erdsonden holen Erdwärme heran. Im Wärmetauscher der Wärmepumpe geht die Wärme auf das Kältemittel über. Das verdampft. Der Wärmetauscher wird deshalb auch Verdampfer genannt. Der Kompressor der Wärmepumpe presst das gasförmige Kältemittel zusammen. Er verdichtet es. Das verdichtete Kältemittel kondensiert in einem zweiten Wärmetauscher. Es wird flüssig und gibt Wärme ab. Der zweite Wärmetauscher wird deshalb auch Verflüssiger genannt. Die Wärme geht auf Warmwasserspeicher und Heizkreislauf über. Die Heizungspumpe treibt das warme Wasser durch das Heizungssystem. Das flüssige Kältemittel passiert derweil ein Entspannungsventil: Es verliert seinen Druck und kühlt ab. Im ersten Wärmetauscher verdampft das Kühlmittel erneut und der Kreislauf beginnt von vorn.

Vaillant gewinnt

So funktionieren alle Wärmepumpen im Test. Aber nicht alle funktionieren gleich gut. Die Stiftung Warentest hat 10 Modelle getestet. Mit Warmwasserspeicher, ausgelegt für etwa 4 Personen. Der Testsieger heißt Vaillant Geotherm plus VWS 102/2. Diese Wärmepumpe heizt besonders effizient. Sie ist durchdacht konstruiert und sauber verarbeitet. Handhabung sehr gut. Leise obendrein: Dieses Gerät stört nicht, selbst in Küche oder Flur. Ebenfalls gut sind die Wärmepumpen von Alpha-Innotec und Stiebel Eltron sowie das baugleiche Modell von Tecalor. Alle vier Geräte sind auch mit Zusatzfunktion zu haben: Dann können sie nicht nur heizen, sondern auch kühlen. Umweltschonender und preiswerter als herkömmliche Klimaanlagen.

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