19.12.2012

WGF insolvent: Nicht alles ist verloren

WGF insolvent Meldung

Die Düssel­dorfer Immobilienfirma WGF, West­fälische Grund­besitz und Finanz­verwaltung AG, ist zahlungs­unfähig. Das Unternehmen hat kürz­lich Insolvenz beim Amts­gericht Düssel­dorf angemeldet. Die WGF hat­te Hypotheken­anleihen und Genuss­scheine an Anleger ausgegeben. Hoff­nungs­schimmer zumindest für Anleihen-Käufer: Die Anleihen sind erst­rangig durch Immobilien besichert.

WGF-Anleihen sind mit Immobilien abge­sichert

Die WGF hatte seit dem Jahr 2004 sogenannte Hypotheken­anleihen an Anleger ausgegeben. Eine solche Anleihe ist ein fest­verzins­liches Wert­papier, das mit Grund­pfandrechten an Immobilien im Eigentum der WGF abge­sichert ist. Alle von der WGF heraus­gegebenen Hypotheken­anleihen sind erst­rangig besichert. Damit wird dem Anleger ein erst­rangiges Pfandrecht einge­räumt. Im jetzigen Insolvenzfall kann WGF keine Zinsen und keine Rück­zahlungen von Anleihen gewähren. Die Anleger haben somit das Recht, sich das ausstehende Geld zurück­holen, wenn die WGF-Immobilien verkauft werden müssten. Soweit ist es aus WGF-Sicht jedoch noch nicht. „Wir werden in den kommenden Wochen einen Insolvenz­plan ausarbeiten, der die Sanierung des Unter­nehmens vorsieht, den Gläubigern eine Quotenzahlung auf ihre Forderungen anbietet und diesen Plan den Gläubigern auf einer Gläubiger­versamm­lung nach Insolvenz­ordnung zur Abstimmung stellen“, kündigte der Sanierungs­vorstands der WGF, Bernd Depping an. Nach seinen Angaben beträgt der Nominal­wert der ausstehenden Anleihen etwa 200 Millionen Euro.

WGF-Genuss­scheine droht Total­ausfall

Die WGF hatte 2010 und 2011 auch Genuss­scheine ausgegeben und damit nach eigenen Angaben 2,7 Millionen Euro einge­nommen. Damit sind Anleger direkt mit am unternehmerischen Risiko beteiligt – und das reicht bis bis hin zum Total­verlust der Anlage. Im Jahr 2011 betrug der WGF-Verlust 68,1 Millionen Euro, teilte das Unternehmen heute mit. Anleger müssen auch damit rechnen, dass der Immobilien­finanzierer auf seine Genuss­scheine keine Zinsen zahlt.

Tipp: Haben Sie WGF-Anleihen im Depot, sollten Sie schnell einen Anwalt für Bank- und Kapitalmarkt­recht aufsuchen und ihre Ansprüche prüfen lassen. Viel schlechter sind Ihre Aussichten für Genuss­scheine. Aber auch da sollten Sie Ihre Ansprüche prüfen lassen.

Hinweis: test.de hat die Höhe der Einnahmen der WGF über Genuss­scheine in einer älteren Fassung dieses Textes mit „rund 130 Millionen Euro“ beziffert. Diese Zahl haben wir nach einem Hinweis des Anbieters korrigiert.

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