30.05.2006

Vermögenswirksame Leistungen: Schöner sparen

Vermögenswirksame Leistungen Test

Obwohl die meisten fest angestellten Arbeitnehmer vermögenswirksame Leistungen bekommen, nutzen viele das Angebot nicht. Dabei sollte sich niemand die Chance entgehen lassen: Je nach Branche gibt es zwischen 6,45 und 40 Euro monatlich vom Chef. Arbeitnehmer können entscheiden, ob sie das Geld in Aktienfonds, einen Bausparvertrag, Banksparplan oder sogar in die betriebliche Altersvorsorge investieren wollen. Und wer wenig verdient, hat zusätzlich Anspruch auf staatliche Förderung. Finanztest sagt, welche Möglichkeiten Arbeitnehmer haben, wann die einzelnen Anlageformen geeignet sind und welche staatliche Förderung es gibt.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Vermögenswirksame Leistungen

Spezieller Sparplan

Der Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung regeln, ob fest angestellte Mitarbeiter Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen (VL) haben. Um sie zu bekommen, müssen Arbeitnehmer einen speziellen Sparplan abschließen. Der Chef bekommt davon eine Durchschrift und überweist dann monatlich eine festgelegte Sparrate direkt in den Sparplan. Je nach Branche sind das zwischen 6,45 und 40 Euro im Monat. Über das Kapital können die Sparer aber erst nach insgesamt sieben Jahren verfügen (sechsjährige Sparphase plus höchstens einjährige Sperrfrist). Überschreiten sie in dieser Zeit die Einkommensgrenzen nicht, erhalten sie zusätzlich eine Förderung vom Staat. Wer diese Zuschüsse nicht bekommt, kann früher über das Geld verfügen. Allerdings sind viele Verträge so gestrickt, dass auch für diese Sparer ein vorzeitiger Ausstieg grundsätzlich nicht möglich ist.

Bausparverträge

Bausparverträge sind bei VL-Sparern besonders beliebt. Grund: die staatliche Förderung. Wer unter der Einkommensgrenze von 17 900 Euro (Ehepaare 35 800 Euro) liegt, erhält eine Arbeitnehmersparzulage von neun Prozent auf die jährlichen Einzahlungen bis maximal 470 Euro. Der Staat zahlt in diesem Fall also 43 Euro (Ehepaare 86 Euro) Zulage pro Jahr. Die Förderung beantragen Arbeitnehmer jedes Jahr zusammen mit der Steuererklärung. Dazu müssen sie eine Bescheinigung des Bausparinstituts der Anlage N ihrer Steuererklärung beifügen. Zusätzlich können Sparer die Wohnungsbauförderung erhalten. Bedingung: Das jährliche zu versteuernde Einkommen beträgt nicht mehr als 25 600 Euro (Ehepaare 51 200).Dann zahlt der Staat noch einmal maximal 45 Euro (Ehepaare 90 Euro) pro Jahr. Diese Förderung müssen Sparer bei ihrer Bausparkasse beantragen. Allerdings: Beide Fördersummen zahlt das Finanzamt erst am Ende der Sperrfrist in den Sparvertrag ein.
Geeignet für: Sicherheitsorientierte Anleger und VL-Sparer, die das Geld später zum Bauen oder Modernisieren verwenden möchten. Wer ihn dagegen als reinen Sparvertrag abschließen möchte, sollte darauf achten, dass die Bausparsumme nicht größer ist als die insgesamt eingezahlten Beiträge plus möglicher Wohnungsbauprämien.

Aktienfonds

Auch für Sparpläne mit Aktienfonds gibts eine staatliche Förderung: Für die Arbeitnehmersparzulage gelten die gleichen Einkommensgrenzen wie bei den Bausparverträgen. Auf jährliche Einzahlungen bis maximal 400 Euro gibt der Staat 18 Prozent dazu. Das sind maximal 72 Euro im Jahr (Ehepaare 144 Euro). Aktienfonds bieten höhere Gewinnchancen, bergen aber auch ein größeres Risiko als Bausparverträge. Günstiger als bei der Hausbank bekommen Anleger die VL-Sparpläne oft über freie Fondsvermittler oder Fondsbanken im Internet. Doch Achtung: Nicht jeden Fonds gibts auch für die vermögenswirksamen Leistungen. VL-Sparer müssen sich also vorher gut informieren.
Geeignet für: Fondseinsteiger und Anleger, die für höhere Renditechancen ein gewisses Risiko in Kauf nehmen und vor allem für Arbeitnehmer mit Anspruch auf Arbeitnehmersparzulage.

Banksparpläne

Banksparpläne fördert der Staat nicht. Die Basisverzinsung der Angebote liegt derzeit zwischen 0,5 und 2.25 Prozent. Allerdings sind die Zinsen variabel - wenn der Marktzins steigt, kann sich auch die Rendite der Banksparpläne verbessern. Zum Ende der Sperrfrist zahlen die meisten Banken einen festen Schlussbonus zwischen 12 und 14 Prozent auf die bis dahin geleisteten Einzahlungen.
Geeignet für: Sicherheitsorientierte Anleger, die keine VL-Förderung vom Staat erhalten.

Betriebliche Altersvorsorge

Wer keine staatliche VL-Förderung erhält, kann die vermögenswirksamen Leistungen auch für die betriebliche Altersvorsorge nutzen. Vorteil: Die eigenen Zahlungen und die vom Chef bleiben steuer- und bis 2008 sozialabgabenfrei. Bei allen anderen Produkten gilt das nicht. Der Höchstbetrag für die steuer- und sozialabgabenfreie Gehaltsumwandlung liegt 2006 bei 2 520 Euro. Wer darauf verzichtet, zusätzlich Geld in eine vor 2005 begonnene Direktversicherung zu zahlen, kann weitere 1 800 Euro steuerfrei sparen.
Geeignet für: Sparer, die keine Förderung erhalten und den Steuerfreibetrag für die betriebliche Altersvorsorge von insgesamt 4 320 Euro noch nicht ausgeschöpft haben.

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