20.10.2005

Übersäuerung: Darfs etwas sauer sein?

Stoffwechselentgleisung: Saures Blut

Übersäuerung Meldung
Ein Regulationssystem hält den pH-Wert des Bluts konstant.

Eine Übersäuerung des Bluts ist eine Folge unterschiedlicher Krankheiten.

In seltenen Fällen kommt es zu einer Übersäuerung des Bluts, einer Azidose. Doch die Ernährung hat darauf keinen Einfluss. Es handelt sich vielmehr um schwerwiegende Komplikationen unterschiedlicher Krank­heiten. Azidosen entstehen durch Überproduktion saurer Stoffwechselprodukte, zum Beispiel beim entgleisten Diabetes und bei Kreislaufschock, oder weil die Harnausscheidung gestört ist, wie etwa bei fortgeschrittenem Nierenversagen.

Meist ist die Situation lebensbedrohlich und erfordert eine intensivmedizinische Behandlung. Langfristig steht die Therapie des Grundleidens im Vordergrund.

Auch starke Durchfälle, lang anhaltender Hunger, Alkohol und – zum Beispiel bei eingeschränkter Nierenfunktion – einige wenige Medikamente können die Regulationssysteme des Organismus überfordern. Bei älteren Menschen mit altersbedingt eingeschränkter Nierenfunktion tritt gelegentlich eine leichte Form der chroni­schen Azidose auf – häufig bleibt dies über einen längeren Zeitraum unbemerkt. Sie kann einen Kalzium­verlust mit Demineralisation der Knochen zur Folge haben und ist möglicherweise an der Entstehung von Osteoporose beteiligt. Da die Übersäuerung in diesem Fall eine Folge verminderter Säureausscheidung durch die Nieren ist, ist der Urin der Betroffenen neutral oder sogar alkalisch – die Teststrei­fen zur Bestimmung des Säuregrads helfen hier also auch nicht weiter. Sie sind für die Diagnostik nicht geeignet.

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