Einbrecher stehen meist unter Zeitdruck. Sind sie nicht innerhalb weniger Minuten durch die Tür, ziehen sie weiter. Zusätzliche Türsicherungen sind deshalb sinnvoll. Die Stiftung Warentest hat 15 Produkte getestet. Sechs sind leicht zu knacken. Nur fünf schrecken Einbrecher ernsthaft ab.
Über 700 Einbrüche pro Tag
Alle zwei Minuten schlagen in Deutschland Einbrecher zu. Der Schaden ist immens: Jährlich rund 600 Millionen Euro, so die Versicherungswirtschaft. Den meisten Menschen ist die Gefahr nicht bewusst. Das Immobilienportal Immowelt befragte Surfer im Netz: 60 Prozent der Teilnehmer haben keine speziellen Sicherungen an Fenstern und Türen. Ein einfaches Türschloss reiche als Einbruchschutz aus. Irrtum: Nur gut gesicherte Fenster und Türen widerstehen auch Brecheisen, Meißel und Bohrer. In Etagenwohnungen kommen Einbrecher meist durch die Eingangstür. Acht von zehn Türen brechen sie mit einfachen Hebelwerkzeugen auf.
Vier Produktgruppen im Test
Die Stiftung Warentest hat vier Produktgruppen geprüft, die den Einbruchschutz deutlich erhöhen können: Schließzylinder, Kastenzusatzschlösser, Querriegelschlösser und Türschilde. Schließzylinder öffnen und schließen den Schlossriegel. Kastenzusatzschlösser bieten zusätzlichen Schutz auf der Innenseite der Wohnungstür. Querriegelschlösser verlaufen über die gesamte Türbreite und verschließen sowohl die linke als auch die rechte Seite. Türschilde erschweren das Herausziehen und Anbohren des Schließzylinders. Doch nicht alle Produkte halten, was sie versprechen.
Testergebnis enttäuscht
Von 15 getesteten Produkten sind nur fünf gut oder sehr gut, sechs jedoch mangelhaft. Darunter alle Kastenzusatzschlösser. Sie eignen sich als Türsicherungen nicht. Die Modelle von Evva und Ikon ließen sich im Test mit Schraubendreher und Stemmeisen leicht aufhebeln - innerhalb der vorgegebenen Zeit von nur drei Minuten. So lange brauchen Einbrecher durchschnittlich, bis sie durch die Tür sind. Beim Abus 9030 war Gewalt gar nicht nötig. Die Testdiebe konnten ihn mit einfachen Hilfsmitteln öffnen. Gute Querriegelschlösser halten Diebe länger als drei Minuten auf Trab. Die besten Modelle im Test heißen Ikon DRS 8443 und Ikon DRS 8444. Preis allerdings: jeweils über 300 Euro. Enttäuschend jedoch die beiden Querriegelschlösser von Abus. Schwachpunkt ist hier der Schließzylinder. Er lässt sich gewaltfrei mit simplem Diebeswerkzeug öffnen.
Testsieger BKS Janus
Das geht viel besser, wie der Testsieger bei den Schließzylindern zeigt: der BKS Janus. Ob Bohren, Ziehen oder Aufsperren - dieser Schließzylinder hält stand. Testqualitätsurteil: Sehr gut, Note 1,3. Ebenso gut schützt der Ikon Vector. Beide Schließzylinder erfüllen die Widerstandsklasse A. Ikon verspricht allerdings die höhere Widerstandsklasse B. Die erreicht der Schließzylinder nicht. Testurteil deshalb: nur befriedigend. Die Widerstandsklassen gehen auf die Versicherungswirtschaft zurück. Die Initiative Vertrauen durch Sicherheit (VdS) vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft nennt die Widerstandsklassen A bis C. Die höchsten Klassen B und C sind für den gewerblichen Bereich vorgesehen.
Zwei Türschilde sind gut
Bei den Türschilden liegen zwei Produkte vorn. Die Modelle von FSB und Abus schützen den Schließzylinder gegen Angriffe von außen. Ob Ziehen, Biegen, Bohren oder Meißeln - die Schilde wehren alles ab. Das Türschild von Ikon ist nicht ganz so hart im Nehmen. Zumindest mit einem Meißel kommen Diebe hier ans Ziel. Grundsätzlich gilt: Bei der Sicherung der Tür sind Fachleute gefragt. Sie stimmen Tür, Zylinder, Schloss und Türschild aufeinander ab. Gut kombiniert und richtig montiert bieten die Testsieger perfekten Schutz.
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Tabelle Ergebnisse kompakt: Alle Türsicherungen im Überblick
Alle Ergebnisse: Test Türsicherungen aus der Zeitschrift test (07/2009)
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