18.01.2011

Themenpaket Pflege: Mehr Geld für die Pflege

Themenpaket Pflege Test

Finanztest hat sich umfang­reich dem Themen­gebiet Pflege gewidmet. Das Themenpaket Pflege enthält folgende Aspekte: Gesetzliche Pflege­versicherung, Eltern­unterhalt und einen Test von 30 Pfleg­etagegeld­tarifen zur Private Zusatz­versicherung (Ergeb­nisse von 2011 nur im PDF). Zu Pflegetagegeldtarifen gibt es einen neueren Test.

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Test Themenpaket Pflege finanztest 02/2011
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Grund­legende Informationen zur Pflege­versicherung

Finanztest hat sich dem Themengebiet Pflege bereits umfassend gewidmet: Das Themenpaket Pflege informiert darüber, wofür und wie es Leistungen aus der Gesetzlichen Pflegeversicherung gibt, wie hoch der Unterhalt an Eltern sein darf und was Private Zusatzversicherungen taugen. Dazu enthält das Themenpaket einen Test von 30 Pflegetagegeldversicherungen (aus Finanztest 02/2011, zum aktuellen Test). Eine gute Pfleg­etagegeld­versicherung kostet heute für einen 55-jährigen Mann monatlich etwa 55 Euro, für eine gleich­altrige Frau etwa 70 Euro.

Weitere Änderungen ab 2013

Interes­sant an der geplanten Neuregelung: Zukünftig soll der Abschluss einer privaten Pflegeversicherung für jeden möglich sein, unabhängig von Vorerkrankungen wie etwa Diabetes oder Blut­hoch­druck. Solche Krankheiten führen bislang häufig dazu, dass Menschen keinen Vertrag bekommen. Jetzt soll die Regelung eines sogenannten Kontrahierungs­zwangs in das Pflegeneu­ordnungs­gesetz integriert werden.

Bald auch Unisextarife

Ebenfalls wichtig für alle, die über den Abschluss einer Pflege­versicherung nach­denken: Männer zahlen für eine private Pflege­versicherung derzeit weniger als Frauen. Das soll sich jedoch ab dem kommendem Jahr mit der Einführung von sogenannten Unisextarifen ebenfalls ändern. Dann könnten Männer künftig mehr zahlen als in den bislang angebotenen Tarifen.
Tipp: Finanztest empfiehlt, einen Tarif zu wählen, der in allen drei Pfle­gestufen und auch bei Demenz leistet.

Pflegefall in der Familie: So hilft die Pflege­versicherung

Rund 2,4 Millionen pflegebedürftige Menschen bekommen Leistungen der gesetzlichen Pflege­versicherung. Da die meisten Pflegebedürftigen zu Hause von Angehörigen versorgt werden, ist dies für sie und ihre Familien eine wichtige Hilfe. Doch erst einmal müssen sie heraus­finden, was ihnen zusteht: Neben dem monatlichen Pflegegeld oder der Kosten­über­nahme für professionelle Pflege­dienste gibt es zum Beispiel Zuschüsse für den barrierefreien Umbau der Wohnung oder für die Anschaffung eines Badewannenlifts. Die Pflege­versicherung zahlt auch, wenn die pflegende Person erkrankt oder Urlaub braucht.

Vom Gutachten bis zur Pfle­gestufe

Leistungen der Pflege­versicherung kommen nicht von selbst: Pflegebedürftige Menschen müssen sie bei ihrer Krankenkasse oder privaten Kranken­versicherung beantragen. Ein medizi­nischer Gutachter prüft, wie viele Stunden am Tag jemand Hilfe bei alltäglichen Verrichtungen wie Aufstehen, Körper­pflege oder Essen braucht. Danach richtet sich die Pfle­gestufe, von der wiederum die Höhe der Leistungen abhängt. Demenz­kranke Menschen, die körperlich noch fit sind, bekommen nach dieser Definition oft keine Pfle­gestufe. Trotzdem können ihre Angehörigen bis zu 2 400 Euro im Jahr für die Betreuung und Beaufsichtigung bekommen.

Tipps Pflegeversicherung

Eltern­unterhalt: Kinder zahlen für Pflege der Eltern

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Ein Platz im Pfle­geheim kostet leicht 3 000 bis 4 000 Euro im Monat. Reichen Zahlungen aus der Pflege­versicherung, Einkommen und Vermögen der pflegebedürftigen Eltern nicht, springt zunächst das Sozial­amt ein. Anschließend versucht die Behörde, Geld bei den Kindern einzutreiben. Seit Anfang des Jahres ist jedoch der Selbst­behalt erhöht. Das heißt: Kinder dürfen mehr Geld für sich behalten. Der Mindest­selbst­behalt für die zum Eltern­unterhalt verpflichteten Kinder beträgt nun nach der Düssel­dorfer Tabelle 1 500 Euro (vorher 1400 Euro). Für einen Ehepartner kommt ein Mindest­selbst­behalt in Höhe von 1 200 Euro (ehemals 1 050 Euro) dazu. Im Einzel­fall kann die Unter­halts­last dadurch um über 100 Euro pro Monat sinken.

Indirekt haften auch Schwiegersöhne und -töchter

Schwiegersöhne und -töchter sind nicht mit den Eltern des Ehepart­ners verwandt. Sie sind ihnen deshalb auch nicht zum Unterhalt verpflichtet. Indirekt kommt es aber in Einzel­fällen doch zur Haftung des Schwiegerkindes. Etwa dann, wenn der Schwiegersohn mehr als seine Ehefrau verdient und beide zusammen ein Netto­gehalt von monatlich mehr als 2 700 Euro erhalten. Dann trägt der Ehemann den Haupt­teil des Familien­unter­halts und seine Frau hat mehr finanziellen Spielraum für Unterhalt an ihre Mutter oder ihren Vater. So kann es sogar passieren, dass eine Tochter mit einem Netto­einkommen unter dem Selbst­behalt von 1 500 Euro Eltern­unterhalt zahlen muss.

Tipps Unterhalt für Eltern

Vorsorgen für die eigene Zukunft

Und was wird aus mir, wenn ich selbst einmal zum Pflegefall werde? Die Kosten für eine gute Versorgung im Pflegefall werden in Zukunft sicher nicht geringer. Wer im Alter nicht auf die Kinder oder aufs Sozial­amt angewiesen sein möchte, kann mit einer privaten Pflege­zusatz­versicherung vorsorgen. Es gibt sie in verschiedenen Formen, die bekann­testen sind:

  • Pfleg­etagegeld­versicherung
  • Pflege­kosten­versicherung
  • Pflegerenten­versicherung.

Tabelle: Vor-und Nachteile der unterschiedlichen Versicherungen

Pfleg­etagegeld­versicherung im Test

Finanztest hat 30 Pfleg­etagegeld­tarife untersucht und dabei besonders auf das Preis-Leistungs-Verhältnis geachtet. Die Modell­kunden zahlten jeweils den gleichen fest­gelegten Beitrag – zum Beispiel 55 Euro im Monat für eine Frau, die den Vertrag mit 45 Jahren abschließt. Die Tester ermittelten, in welchem Maße die Leistungen aus dem Vertrag den geschätzten Bedarf im Pflegefall decken. Frauen müssen deutlich höhere Beiträge zahlen als Männer, um auch nur annähernd gleiche Leistungen im Pflegefall zu erhalten. Auch wer beim Abschluss schon älter ist, zahlt mehr als jüngere Neukunden. Insgesamt sind nur zwei Angebote in allen vier Modell­fällen gut.

Tipps Pflegetagegeldversicherung

Pflegerenten­versicherungen im Test (Finanztest 03/2011)

In Ausgabe 03/2011 hat Finanztest Pflegerenten­versicherungen getestet. Sie sind viel teurer als andere Policen für den Pflegefall – etwa die Pfleg­etagegeld­versicherungen. Dafür bieten sie mehr Flexibilität, wenn jemand eine Zeit lang mit dem Beitrag aussetzen möchte oder den Vertrag nicht mehr durch­halten kann. Außerdem, so zeigt die Unter­suchung von Finanztest, erhalten Kunden mehr Geld bei Demenz.

Zum Test von 13 Pflegerententarifen.

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