27.02.2003

Terrestrisches Digitales TV: Kabel kappen

DVB-T-Empfänger: Die Rückkehr der Zimmerantenne

Terrestrisches Digitales TV Meldung

In Berlin und Brandenburg können ab März die privaten TV-Kanäle über eine Zimmer- oder Hausantenne nur noch per Zusatzbox empfangen werden. Hier der erste große Test.

Ob er will oder nicht, der Technikmuffel wird sich nun mit Technik befassen müssen – zumindest wenn er in Berlin oder Brandenburg per Antenne fernsieht und das auch weiterhin tun will. Mit Erscheinen dieses Hefts werden die privaten Fernsehkanäle in der Hauptstadtregion abgeschaltet, es endet die analoge Ausstrahlung von RTL, Sat1 und Pro Sieben und Co. Wer weiterhin sein Fernsehprogramm per Haus- oder Zimmerantenne empfangen will, muss sich nach einem Empfänger für DVB-T umsehen (Digital Video Broadcasting Terrestrial).

Bisher weitgehend unbekannt

Wir haben zehn dieser hierzulande bislang recht unbekannten Geräte geprüft – mit gemischten Ergebnissen. Einerseits empfangen bis auf ein Modell alle Receiver die digitalen Bild- und Tonsignale „gut“ oder sogar „sehr gut“. Andererseits fanden wir „Kinderkrankheiten“. Manche Empfänger sind recht unempfindlich: Wer am Rand des Digital-Empfangsgebiets wohnt, kann mit Schwaiger und Technisat noch störungsfrei empfangen, während mit Digenius, Kathrein, Panasonic und Zehnder nichts mehr geht.

Der Panasonic-Receiver kam auch aufgrund seiner geringen Vielseitigkeit (wenig Anschluss- und Tonsteuermöglichkeiten) und Schwächen in der Handhabung nur auf ein „Ausreichend“ im test-Qualitätsurteil. Die Geräte einfach handhaben zu können, ist besonders wichtig, denn von der zwangsweisen Umstellung von analog auf digital sind viele Menschen betroffen, die mit derartigen Dingen sonst wenig zu tun haben und auch nichts zu tun haben wollen. Dennoch: Selbst für bekennende Technikmuffel ist es meist kein Problem, einen DVB-T-Empfänger anzuschließen.

Fernseher, Videorekorder und DVB-T-Tuner werden meist über Scartkabel verbunden, die Kabel mit den großen vielpoligen rechteckigen Steckern. Moderne Fernseher haben, ebenso wie neuere Videorekorder, zwei dazu passende Buchsen. Allerdings sparen viele Anbieter von DVB-T-Boxen ausgerechnet an diesem Detail: Nur jede zweite Box hat neben dem Scartanschluss für den Fernseher einen weiteren für Videorekorder.

Technisch unerfahrene Käufer sollten den Kauf eines Receivers vorbereiten.

Tipp: Notieren Sie sich, wie viele Scartbuchsen der Fernseher und der Videorekorder haben und ihre Beschriftung, und nehmen Sie die Anleitungen der Geräte mit ins Geschäft. Lassen Sie sich vom Verkäufer die einfachste Anschlussmöglichkeit für den gewählten Receiver erläutern, am besten mit einer Skizze.

Wer einen Receiver möchte, der mit möglichst wenig Aufwand zu installieren ist, sollte sich neben dem mit 299 Euro recht teuren Schwaiger DigiZapp auch den Universum ansehen. Der von Quelle vertriebene DVB-T 8129 kostet nur 180 Euro, hat zwei Scartbuchsen und ist nur wenig schlechter als die Testsieger.

Doppelt kaufen?

Mit der Umstellung von analog auf digital werden die in Fernsehgeräten und Videorekordern enthaltenen Empfänger nutzlos. Deshalb muss nicht nur für jeden Fernseher eine eigene Empfängerbox gekauft werden, sondern bei Bedarf auch für den Videorekorder. Der Bedarf tritt für denjenigen ein, der gleichzeitig Fußball gucken und Tatort aufnehmen will.

Zwei Receiver gehen ganz schön ins Geld. Dennoch kann sich der Kauf insbesondere für Kabelkunden lohnen. Bei monatlichen Kabelgebühren von bis zu 15 Euro rechnet er sich bereits nach wenigen Jahren. Bei der Rechnung darf man die Stromkosten für den Empfänger und – wenn eine Hausantenne fehlt – den Kaufpreis für eine Zimmerantenne aber nicht vergessen. Antennen gibt es im Fachhandel für weit unter 100 Euro. Gebühren für die GEZ müssen weiterhin gezahlt werden.

So senken Sie den Stromverbrauch

Die Receiver benötigen im Standby mit bis zu 11,3 Watt pro Stunde viel Energie. Dieses Geld kann mit einer abschaltbaren Steckerleiste gespart werden. Im Test hielten die Receiver auch 48-stündige Stromunterbrechungen problemlos ohne Datenverlust aus. Nur bei Timerprogrammierungen zur Aufnahme muss der Receiver am Netz bleiben.

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