So testet die Stiftung Warentest
Die Stiftung Warentest bewertet schnurlose Telefone in fünf Disziplinen: Telefonieren, Handhabung, Akku, Vielseitigkeit und Umwelteigenschaften. Bei Telefonen mit Anrufbeantworter kommt der Anrufbeantworter als sechste Disziplin hinzu. Die Noten in den Disziplinen werden Gruppenurteile genannt. Aus den Gruppenurteilen ergibt sich das test-Qualitätsurteil. Lesen Sie hier, wie die Stiftung Warentest testet.
Testergebnisse für Schnurlose Telefone
Schnurlose Telefone im Test
Die Stiftung Warentest kauft die Telefone anonym im Handel ein. Sie testet weder Anbietermuster noch Prototypen.
Gewichtung
Die Stiftung Warentest berechnet das test-Qualitätsurteil aus den Gruppenurteilen Telefonieren, Anrufbeantworter, Handhabung, Akku, Vielseitigkeit und Umwelteigenschaften. Jedes Gruppenurteil geht mit einem festen Anteil ins Qualitätsurteil ein. Die Gruppenurteile selbst entstehen aus einer Vielzahl von Einzelwertungen, auch Einzelurteile genannt.
Die Gruppenurteile für Telefone sind aktuell wie folgt gewichtet:
- Telefonieren 30%
- Anrufbeantworter 15%
- Handhabung 20%
- Akku 15%
- Vielseitigkeit 10%
- Umwelteigenschaften 10%
Abwertungen
Abwertungen sorgen dafür, dass sich gravierende Mängel auch deutlich auf das test-Qualitätsurteil auswirken. Wichtig sind Abwertungen immer dann, wenn die rein rechnerische Bewertung den Mangel nicht deutlich macht. Die Stiftung Warentest wendet bei Telefonen folgende Abwertungen an:
- Anrufbeantworter. Ist die Bedienung des Anrufbeantworters ausreichend oder schlechter, kann das Gruppenurteil Anrufbeantworter höchstens eine halbe Note besser sein.
- Gebrauchsanleitung. Ist die Gebrauchsanleitung ausreichend oder schlechter, kann die Handhabung bestenfalls eine Note besser sein.
- Display und Tastatur. Sind Display und Tastatur ausreichend oder schlechter, kann die Handhabung nur eine halbe Note besser sein.
- Akku. Ist der Akku ausreichend oder schlechter, wird das test-Qualitätsurteil um bis zu einer halben Note abgewertet.
- Stromverbrauch. Ist der Stromverbrauch im Standby nur ausreichend, können die Umwelteigenschaften bestenfalls eine Note besser sein.
Telefonieren 30%
Die Tester koppeln die schnurlosen Telefone mit Leitungssimulatoren an ein hochwertiges Referenztelefon. Diese Methode ermöglicht eine Bewertung der Sprachqualität bei bester Übertragung.
Sprachqualität: Messung mit Testkopf und künstlicher Ohrnachbildung. Beurteilung der Sprachqualität nach Standard ITU-T P.862, PESQ-Methode (Perceptual Evaluation of Speech Quality), ein Verfahren zur Beurteilung der Sprachqualität von Übertragungssystemen. Ergänzender Hörtest durch drei Experten beim Hören, Sprechen, Lauthören und Freisprechen.
Reichweite in Standard-Einstellung und Eco-Einstellung (reduzierte Sendeleistung). Bestimmung der Reichweite im Freifeld und im mehrstöckigen Stahlbetongebäude.
Warnung an der Reichweitengrenze: Warnt das Telefon rechtzeitig? Die Tester prüfen die Signalisierung der Verbindungsqualität beim Telefonieren. Sie bewerten optische und akustische Signale des Handapparats bei zunehmender Entfernung von der Basis.
Anrufbeantworter 15%
Drei Experten bewerten die Sprachverständlichkeit beim Abhören von Nachrichten über das Mobilteil und über die Basis. Sie prüfen die Ansage, das Aufsprechen und das Abhören von Nachrichten per Bedienung am Gerät und mittels Fernabfrage.
Handhabung 20%
Drei Experten prüfen die Gebrauchsanleitung und die Bedienschritte zum In-Betrieb-Nehmen des Telefons. Sie bewerten unter anderem Vollständigkeit, Richtigkeit, Gliederung, Verständlichkeit und Aufbau der Anleitung.
Bedienung und Menü: Die Tester bewerten Grundfunktionen und Komfortfunktionen. Grundfunktionen sind beispielsweise Wählen mit und ohne Kurzwahl, Annehmen von Anrufen, Telefonbuch und Wahlwiederholung. Komfortfunktionen sind beispielsweise Namenseingabe, Wahl der Rufnummer aus dem Namensspeicher und die Verkettung von Rufnummern. Wie gut funktioniert das Menü? Die Tester beurteilen Struktur und Benutzerführung. Außerdem zählen Tragekomfort und Handlichkeit des Mobilteils.
Display und Tastatur: Sind die Tasten groß genug und gut beschriftet? Wie gut lassen sie sich bedienen? Sind die Anzeigen im Display bei heller und dunkler Umgebung klar zu erkennen? Die Experten bewerten diese und weitere Details.
Akku 15%
Techniker messen den elektrischen Strom beim Telefonieren und im Standby. Die Betriebsdauer mit einer Akkuladung ermitteln die Tester dann rechnerisch: aus der Akkukapazität und dem gemessenen Strom. Zwei Betriebsarten: mit und ohne Sendeleistungsreduktion. Die Tester bewerten außerdem die Ladedauer, den Wechsel der Akkus und die Akkuanzeige. Standardakkus sind vorteilhaft – sie geben Extrapunkte.
Vielseitigkeit 10%
Die Stiftung Warentest bewertet alle wesentlichen Ausstattungsmerkmale: mit einem Punkteschema, abgestuft nach Wichtigkeit.
Umwelteigenschaften 10%
Gesamtstromverbrauch: Die Tester bewerten die Leistungsaufnahme der Basisstation bei 2 Stunden Telefonieren am Tag und 22 Stunden Standby.
Stromverbrauch im Standby: Leistungsaufnahme der Basisstation ohne eingelegtes Mobilteil.
Konstruktion: Ist das Telefon sauber verarbeitet und robust konstruiert? Die Tester bewerten Gratfreiheit und Passgenauigkeit der Teile, den Knickschutz an Kabeln, Steckern und Buchsen und die Wischfestigkeit von Beschriftungen. Ein Falltest klärt, ob die Telefone für den harten Alltag gerüstet sind: Die Mobilteile stürzen in einer Falltrommel 50 mal aus 80 cm Höhe. Sie müssen anschließend noch funktionieren.
Sendeleistungsreduktion: Passt das Telefon seine Sendeleistung an die Umstände an? Reagiert es auf den Abstand zur Basis? Funkt der Handapparat auch im Bereitschaftsmodus, ohne Gespräch? Stoppt der Funkverkehr, wenn der Handapparat auf der Basis liegt? Die Tester bewerten automatische und manuell einstellbare Maßnahmen wie Eco-Modus und Eco-Plus. Maximale Punktzahl gibt es für Telefone, die alle technischen Möglichkeiten ausschöpfen und die Sendeleistung sinnvoll reduzieren.
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