09.11.2012

Telefon: Über 70 Schnurlose im Test

So testet die Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest bewertet schnurlose Telefone in fünf Disziplinen: Telefonieren, Hand­habung, Akku, Vielseitig­keit und Umwelt­eigenschaften. Bei Telefonen mit Anruf­beant­worter kommt der Anruf­beant­worter als sechste Disziplin hinzu. Die Noten in den Disziplinen werden Gruppen­urteile genannt. Aus den Gruppen­urteilen ergibt sich das test-Qualitäts­urteil. Lesen Sie hier, wie die Stiftung Warentest testet.

Schnurlose Telefone im Test

Die Stiftung Warentest kauft die Telefone anonym im Handel ein. Sie testet weder Anbieter­muster noch Prototypen.

Gewichtung

Die Stiftung Warentest berechnet das test-Qualitäts­urteil aus den Gruppen­urteilen Telefonieren, Anruf­beant­worter, Hand­habung, Akku, Vielseitig­keit und Umwelt­eigenschaften. Jedes Gruppen­urteil geht mit einem festen Anteil ins Qualitäts­urteil ein. Die Gruppen­urteile selbst entstehen aus einer Vielzahl von Einzel­wertungen, auch Einzel­urteile genannt.
Die Gruppen­urteile für Telefone sind aktuell wie folgt gewichtet:

  • Telefonieren 30%
  • Anruf­beant­worter 15%
  • Hand­habung 20%
  • Akku 15%
  • Vielseitig­keit 10%
  • Umwelt­eigenschaften 10%

Abwertungen

Abwertungen sorgen dafür, dass sich gravierende Mängel auch deutlich auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Wichtig sind Abwertungen immer dann, wenn die rein rechnerische Bewertung den Mangel nicht deutlich macht. Die Stiftung Warentest wendet bei Telefonen folgende Abwertungen an:

  1. Anruf­beant­worter. Ist die Bedienung des Anruf­beant­worters ausreichend oder schlechter, kann das Gruppen­urteil Anruf­beant­worter höchs­tens eine halbe Note besser sein.
  2. Gebrauchs­anleitung. Ist die Gebrauchs­anleitung ausreichend oder schlechter, kann die Hand­habung bestenfalls eine Note besser sein.
  3. Display und Tastatur. Sind Display und Tastatur ausreichend oder schlechter, kann die Hand­habung nur eine halbe Note besser sein.
  4. Akku. Ist der Akku ausreichend oder schlechter, wird das test-Qualitäts­urteil um bis zu einer halben Note abge­wertet.
  5. Strom­verbrauch. Ist der Strom­verbrauch im Standby nur ausreichend, können die Umwelt­eigenschaften bestenfalls eine Note besser sein.

Telefonieren 30%

Die Tester koppeln die schnurlosen Telefone mit Leitungs­simulatoren an ein hoch­wertiges Referenztelefon. Diese Methode ermöglicht eine Bewertung der Sprach­qualität bei bester Über­tragung.
Sprach­qualität: Messung mit Test­kopf und künst­licher Ohrnach­bildung. Beur­teilung der Sprach­qualität nach Stan­dard ITU-T P.862, PESQ-Methode (Perceptual Evaluation of Speech Quality), ein Verfahren zur Beur­teilung der Sprach­qualität von Über­tragungs­systemen. Ergänzender Hörtest durch drei Experten beim Hören, Sprechen, Lauthören und Frei­sprechen.
Reich­weite in Stan­dard-Einstellung und Eco-Einstellung (reduzierte Sende­leistung). Bestimmung der Reich­weite im Frei­feld und im mehr­stöckigen Stahlbeton­gebäude.
Warnung an der Reich­weitengrenze: Warnt das Telefon recht­zeitig? Die Tester prüfen die Signalisierung der Verbindungs­qualität beim Telefonieren. Sie bewerten optische und akustische Signale des Hand­apparats bei zunehmender Entfernung von der Basis.

Anruf­beant­worter 15%

Drei Experten bewerten die Sprach­verständlich­keit beim Abhören von Nach­richten über das Mobil­teil und über die Basis. Sie prüfen die Ansage, das Aufsprechen und das Abhören von Nach­richten per Bedienung am Gerät und mittels Fern­abfrage.

Hand­habung 20%

Drei Experten prüfen die Gebrauchs­anleitung und die Bedien­schritte zum In-Betrieb-Nehmen des Telefons. Sie bewerten unter anderem Voll­ständig­keit, Richtig­keit, Glie­derung, Verständlich­keit und Aufbau der Anleitung.
Bedienung und Menü: Die Tester bewerten Grund­funk­tionen und Komfort­funk­tionen. Grund­funk­tionen sind beispiels­weise Wählen mit und ohne Kurz­wahl, Annehmen von Anrufen, Telefon­buch und Wahl­wieder­holung. Komfort­funk­tionen sind beispiels­weise Namens­eingabe, Wahl der Rufnummer aus dem Namens­speicher und die Verkettung von Rufnummern. Wie gut funk­tioniert das Menü? Die Tester beur­teilen Struktur und Benutzerführung. Außerdem zählen Trage­komfort und Hand­lich­keit des Mobil­teils.
Display und Tastatur: Sind die Tasten groß genug und gut beschriftet? Wie gut lassen sie sich bedienen? Sind die Anzeigen im Display bei heller und dunkler Umge­bung klar zu erkennen? Die Experten bewerten diese und weitere Details.

Akku 15%

Techniker messen den elektrischen Strom beim Telefonieren und im Standby. Die Betriebs­dauer mit einer Akkuladung ermitteln die Tester dann rechnerisch: aus der Akku­kapazität und dem gemessenen Strom. Zwei Betriebs­arten: mit und ohne Sende­leistungs­reduktion. Die Tester bewerten außerdem die Ladedauer, den Wechsel der Akkus und die Akku­anzeige. Stan­dard­akkus sind vorteilhaft – sie geben Extra­punkte.

Vielseitig­keit 10%

Die Stiftung Warentest bewertet alle wesentlichen Ausstattungs­merkmale: mit einem Punkteschema, abge­stuft nach Wichtig­keit.

Umwelt­eigenschaften 10%

Gesamt­strom­verbrauch: Die Tester bewerten die Leistungs­aufnahme der Basis­station bei 2 Stunden Telefonieren am Tag und 22 Stunden Standby.
Strom­verbrauch im Standby: Leistungs­aufnahme der Basis­station ohne einge­legtes Mobil­teil.
Konstruktion: Ist das Telefon sauber verarbeitet und robust konstruiert? Die Tester bewerten Gratfreiheit und Pass­genauigkeit der Teile, den Knick­schutz an Kabeln, Steckern und Buchsen und die Wisch­festig­keit von Beschriftungen. Ein Fall­test klärt, ob die Telefone für den harten Alltag gerüstet sind: Die Mobil­teile stürzen in einer Fall­trommel 50 mal aus 80 cm Höhe. Sie müssen anschließend noch funk­tionieren.
Sende­leistungs­reduktion: Passt das Telefon seine Sende­leistung an die Umstände an? Reagiert es auf den Abstand zur Basis? Funkt der Hand­apparat auch im Bereit­schafts­modus, ohne Gespräch? Stoppt der Funk­verkehr, wenn der Hand­apparat auf der Basis liegt? Die Tester bewerten auto­matische und manuell einstell­bare Maßnahmen wie Eco-Modus und Eco-Plus. Maximale Punkt­zahl gibt es für Telefone, die alle tech­nischen Möglich­keiten ausschöpfen und die Sende­leistung sinn­voll reduzieren.

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