test startet eine dreiteilige Serie zum Thema Impfen und beantwortet darin die Frage, welche Impfungen sinnvoll sind. Teil 1: Impfungen für Kinder. Dazu die Auswertung der großen Online-Umfrage Impfen mit mehr als 10 000 Teilnehmern. Ergebnis: Die Mehrheit steht dem Impfen aufgeschlossen gegenüber. Viele haben sich aber auch schon dagegen entschieden oder sind grundsätzlich skeptisch.
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Serie Teil 1: Impfungen für Kinder
In Deutschland gibt es keine Impfpflicht – aber vieles abzuwägen. Allein für Kinder und Jugendliche werden derzeit offiziell 13 Standardimpfungen empfohlen. Doch welche Impfungen sind wirklich sinnvoll – und welche nicht? Die Stiftung Warentest hilft – gestützt auf Einschätzungen von Experten – in einer dreiteiligen Serie, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Teil 1 der Serie: Impfungen für Kinder. test bringt darin 13 Seiten geballte Informationen, etwa:
- einen test-Impfkalender für Kinder,
- die Fakten zu den Krankheiten, gegen die Kinder geimpft werden,
- die Fakten zu den Impfungen für Kinder,
- eine Empfehlung dafür, in welchen Fällen die jeweilige Impfung sinnvoll ist – und in welchen eher nicht.
[Update: 12.10.2012]: Alle Infos in einem Paket
Alle Teile der Impfserie mit Teil 1 Kinderimpfungen (test 03/2012), Teil 2 Reiseimpfungen (test 05/2012) und Teil 3 Impfungen für Erwachsene (test 10/2012) hat die Stiftung Warentest jetzt im Themenpaket Impfen zusammengestellt. Außerdem darin enthalten: Ein Impfkalender für Kinder und Erwachsene, Fragen und Antworten aus dem Experten-Chat, Infos, welche Krankenkassen Kosten für Reiseimpfungen übernehmen, und die Auswertung der Umfrage Impfen mit mehr als 10 000 Teilnehmern. Der Abruf des Themenpakets Impfen kostet 3 Euro.
Zum Abruf Themenpaket Impfen (PDF-Datei, 36 Seiten).
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Online-Umfrage mit mehr als 10 000 Teilnehmern
Das Thema Impfen bewegt. Das zeigt die hohe Resonanz auf eine Umfrage, die die Stiftung Warentest Ende 2011 auf test.de durchführte. Mehr als 10 000 Personen nahmen teil – ein Rekord. Vielen Dank! Die meisten Teilnehmer stehen dem Thema grundsätzlich positiv gegenüber: Sie verfügen über einen vollständigen Impfschutz, ließen sich oder ihre Kinder in den vergangenen zwei Jahren impfen oder planen Impfungen. Immerhin 17 Prozent der Befragten aber sehen Impfungen für sich selbst grundsätzlich skeptisch; 22 Prozent tun dies bei Impfungen für ihre Kinder. Und mehr als die Hälfte von ihnen kann sich nicht vorstellen, ihre Impfskepsis zu überdenken – diese Teilnehmer haben „ihre Meinung gebildet“.
Die Argumente der Kritiker
44 Prozent der grundsätzlichen Skeptiker haben persönlich schlechte Erfahrungen mit Impfungen gemacht. Doch häufiger noch führen sie allgemeine Argumente gegen das Impfen ins Feld. Das wichtigste richtet sich gegen die Pharmaindustrie. 90 Prozent der Impfskeptiker meint: „Impfempfehlungen werden ausschließlich von der Pharmaindustrie gesteuert.“. Fast genauso wichtig ist für sie ein weltanschauliches Argument: „Impfungen nehmen dem Körper die Chance zur natürlichen Auseinandersetzung mit der Erkrankung“ (siehe Grafik 1). Andere Hauptgründe gegen das Impfen beziehen sich auf mögliche Nebenwirkungen – dass Impfstoffe das Immunsystem überfordern und schwächen, schädliche Konservierungsmittel enthalten und für die Zunahme der chronischen Krankheiten mit verantwortlich sind. Solche Sorgen treiben Befürworter laut Umfrage nur wenig um. Aber auch bei ihnen ist die Annahme verbreitet, dass ausschließlich die Pharmaindustrie Impfempfehlungen steuert (24 Prozent). Am nächsten kommen sich Befürworter und Skeptiker bei der Einschätzung, dass Hygiene und Lebensstandard im Kampf gegen Infektionskrankheiten eine wichtige Rolle spielen.
Auch Befürworter nicht vorbehaltlos pro Impfen
Aber auch die Befürworter stehen Impfungen nicht vorbehaltlos gegenüber. Rund 40 Prozent haben sich schon mindestens einmal gegen einen Piks für sich oder ihr Kind entschieden. Vor allem aus zwei Gründen: „Ich hielt diese Impfung nicht für notwendig“ und „Nebenwirkungen und Risiken der Impfung erschienen mir zu hoch“. Besonders unbeliebt war die Impfung gegen Schweinegrippe (siehe Grafik 2 und 3). Sie war 2009 recht ruckartig empfohlen worden und sorgte in den Medien für heftige Kontroversen. Auf Platz 2 folgt die Impfung gegen Grippe. Sie wird übrigens nur bestimmten Risikogruppen offiziell empfohlen: Chronisch Kranken, Schwangeren, Über-60-Jährigen sowie medizinischem Personal und Pflegeheimbewohnern.
Lückenhaftes Wissen
Etwa ein Viertel der Eltern lehnt auch relativ neu empfohlene Impfungen ab: gegen humane Papillomaviren (HPV) sowie Pneumo- und Meningokokken (siehe Grafik 3). Weiterhin schreckten 30 Prozent von ihnen vor der „Sechsfach-Impfung“ zurück. Standardimpfungen für Erwachsene fanden meist nur wenig Widerspruch (siehe Grafik 2). Aber womöglich gibt es dazu nur ein lückenhaftes Wissen – und damit einen lückenhaften Impfschutz. So haben nur 27 Prozent der Befragten von der Empfehlung gehört, sich als Erwachsene nochmals gegen Keuchhusten impfen zu lassen – zusammen mit der nächsten Auffrischimpfung gegen Tetanus und Diphtherie.
Auch Ärzte raten manchmal von Impfungen ab
Auch Ärzte wägen ihre Impfempfehlungen ab. So gaben 15 Prozent der Erwachsenen und sogar 21 Prozent der Eltern an, ihr Arzt habe ihnen schon deutlich oder zumindest spürbar von einer Impfung abgeraten. Bei denen für Kinder betraf das am häufigsten die gegen Schweinegrippe (33 Prozent), gefolgt von der gegen Windpocken (25 Prozent) und Grippe (23 Prozent). Ansonsten deckt sich die Reihenfolge der ärztlichen und elterlichen Ablehnung. Auch bei den Standardimpfungen für Erwachsene stimmt sie weitgehend mit der der Laien überein. Tatsächlich sind Impfentscheidungen individuell mit dem Arzt zu treffen und hängen etwa vom Gesundheitszustand ab. Übrigens folgten mehr als 80 Prozent der Befragten der ärztlichen Empfehlung- sowohl für sich selbst als auch auch für ihre Kinder.
Ärzte als wichtigste Informationsquelle
Ganz grundsätzlich spielen Ärzte bei Impfentscheidungen eine sehr wichtige Rolle. Das zeigen die Angaben derer, die sich oder ihre Kinder in den letzten zwei Jahren impfen ließen. Die meisten suchten dafür Rat bei Haus- oder Fachärzten (82 Prozent), beziehungsweise Kinderärzten (89 Prozent der Eltern). Und viele fühlten sich beim Beratungsgespräch ausführlich zur Notwendigkeit, aber auch zu den Risiken von Impfungen informiert. Andere persönliche Beratungsmöglichkeiten wie Krankenkassen, Gesundheitsämter, Impfberatungsstellen nutzten dagegen nur wenige Umfrageteilnehmer. Mehr Bedeutung kommt schriftlichen Informationsquellen zu, vor allem Zeitschriftenartikeln, dem Internet sowie Flyern oder Broschüren in den Arztpraxen.
Impfungen nachträglich kaum bereut
Sich selbst ließen die Befragten in den letzten zwei Jahren am häufigsten gegen Grippe impfen (70 Prozent). Es folgten die Einzelimpfung gegen Tetanus (37 Prozent) und die Vierfach-Impfung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Polio (29 Prozent). Bei den Kinderimpfungen aus den letzten zwei Jahren liegt die Sechsfach-Impfung ganz vorn (47 Prozent), gefolgt von verschiedenen anderen Standardimpfungen. Meist hatte übrigens der Kinderarzt darauf hingewiesen, dass diese anstehen (64 Prozent). Bei den Erwachsenen taten dies die Haus- oder Fachärzte viel seltener (40 Prozent). Übrigens: 97 Prozent der Teilnehmer, die sich selbst in den letzten zwei Jahren impfen ließen, sowie 95 Prozent der Eltern halten dies im Nachhinein für richtig.
Expertinnen im Chat
Die große Beteiligung an der Online-Umfrage Impfen hat gezeigt: Das Thema bewegt. Aus diesem Grund beantworteten Ihnen die Expertinnen Katrin Andruschow und Dr. Bettina Sauer Ihre Fragen zum Thema im Chat auf test.de: Hier finden Sie das Chat-Protokoll.
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