17.04.2007

Steuererklärung: So sparen Rentner Steuern

Freibeträge helfen Steuern sparen

Verschiedene Freibeträge senken die Steuerlast von Rentnern und Pensionären. Viele von ihnen müssen gar keine Steuern zahlen.

Persönlicher Freibetrag für die gesetzliche Rente

Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, aus berufsständischen Versorgungswerken oder der landwirtschaft­lichen Alterskasse sind nur zum Teil ­steuerpflichtig. Das gilt sowohl für Altersrenten als auch für Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten. Der steuerfreie Anteil richtet sich nach dem Beginn der Rente. Künftige Neurentner bekommen weniger steuerfrei:

Rentenbeginn / Steuerfreier Anteil
Vor 2006 / 50 Prozent
2006 / 48 Prozent
2007 / 46 Prozent
2008 / 44 Prozent

Erhält ein Rentner seit Juni 2006 jeden Monat 1 200 Euro, sind davon 48 Prozent (576 Euro) steuerfrei. Für die sieben Monate im Jahr 2006 ergibt sich ein Freibetrag von 4 032 Euro (7 x 576 Euro).

Im Jahr nach Rentenbeginn legt das ­Finanzamt den Freibetrag auf Dauer fest. Im Beispielfall ergibt sich der Freibetrag aus 48 Prozent der Jahresrente für 2007.

Nach derzeitigem Stand ergeben sich 6 912 Euro (48 Prozent von 14 400). Wenn jedoch in diesem Jahr die Rente erhöht wird, wirkt sich das auf den persönlichen Freibetrag aus. Künftige Erhöhungen ändern seine Höhe jedoch nicht.

Altersentlastungsbetrag

Viele Rentner, die neben der Rente Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, aus Kapitalvermögen oder aus selbstständiger Tätigkeit erzielen, haben Anspruch auf einen Altersentlastungsbetrag. Diesen Freibetrag gibt es auch für Riester-Renten sowie für Betriebsrenten aus Pensionsfonds, Pensionskassen oder Direktversicherungen, wenn sie komplett steuerpflichtig sind. Das sind sie, wenn Lohn und Betriebskapital steuerfrei eingezahlt wurden.

Das Finanzamt zieht den Freibetrag von der Summe aller Nebeneinkünfte ab, wenn der Rentner am Anfang des Jahres, für das er die Steuererklärung abgibt, mindestens 64 Jahre alt war.

Die Höhe des Freibetrags richtet sich danach, in welchem Jahr der Steuerzahler seinen 64. Geburtstag feiert:

64 Jahre, Anfang / Steuerfrei (Prozent) / Höchstbetrag (Euro)
2005 / 40,0 / 1 900
2006 / 38,4 / 1 824
2007 / 36,8 / 1 748
2008 / 35,2 / 1 672

Ist ein Rentner im Dezember 2005  64 Jahre alt geworden, kann er von seinen Nebeneinkünften aus dem Jahr 2006  38,4 Prozent abziehen. Von 3 000 Euro wären zum Beispiel 1 152 Euro steuerfrei.

Zusammenveranlagte Ehepartner können beide den Freibetrag bekommen, wenn sie die Altersgrenze erreicht haben.

Versorgungsfreibetrag

Versorgungsbezüge wie Beamtenpensionen und Leistungen aus Pensionszusagen und Unterstützungskassen, in die steuerfreie Beiträge eingezahlt wurden, müssen die Empfänger komplett versteuern.

Ab dem 63. Lebensjahr können die ­Pensionäre aber in der Regel von den Einnahmen einen Versorgungsfreibetrag sowie einen zusätzlichen Freibetrag abziehen. Die Höhe der Freibeträge richtet sich nach dem Beginn der Zahlung.

Beginn im Jahr / Steuerfrei (Prozent) / Max. Versorgungsfreibetrag (Euro) / Zusätzlicher Freibetrag (Euro)
Vor 2006 / 40,0 / 3 000 / 900
2006 / 38,4 / 2 880 / 864
2007 / 36,8 / 2 760 / 828
2008 / 35,2 / 2 640 / 792

Erhält ein 66-Jähriger seit 2006 eine Werkspension von 3 000 Euro im Jahr, zieht das Finanzamt davon 38,4 Prozent (1 152 Euro) sowie 864 Euro ab, sodass nur 984 Euro steuerpflichtig sind.

Sparerfreibetrag

Für 2006 bleiben Kapitalerträge wie Zinsen und Dividenden bis 1 421 Euro (Ehepaare: 2 842 Euro) steuerfrei. Der Betrag enthält die Werbungskostenpauschale von 51 Euro für Alleinstehende (102 ­Euro für Ehepaare). Seit Jahresbeginn beträgt der Sparerfreibetrag nur noch 801 Euro für Alleinstehende (Ehepaare: 1 602 Euro) inklusive Werbungskosten.

Übungsleiterpauschale

Leitet ein Rentner einen Chor, betreut er eine Mannschaft im Sportverein oder ­unterrichtet er an der Volkshochschule, kann er die Aufwandsentschädigungen oder zumindest einen Teil davon steuerfrei kassieren.

Für 2006 erkennt das Finanzamt 1 848 Euro steuerfrei an, wenn der Rentner nebenbei für eine öffentliche oder mildtätige Einrichtung als Trainer, Übungsleiter oder Betreuer tätig war. Vorgesehen ist, dass die Übungsleiterpauschale noch im Jahr 2007 auf 2 100 Euro steigt.

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