17.11.2009

Sterbevierteljahr: Volle Rente noch drei Monate nach dem Tod

In den ersten drei Monaten nach dem Tod des Ehepartners zahlt die Deutsche Rentenversicherung die Rente des Verstorbenen in voller Höhe dem noch lebenden Partner aus – zusätzlich zu dessen Einnahmen. Das gilt auch, wenn dessen Einkommen in dieser Phase, dem sogenannten Sterbevierteljahr, die Freibeträge überschreitet.

Wie aus Anfragen an Finanztest immer wieder klar wird, befürchten viele, dass sie einen Teil wieder zurückzahlen müssen. Doch die drei Monatsrenten stehen dem Hinterbliebenen ungekürzt zu.

Wer das Sterbevierteljahr innerhalb eines Monats nach dem Tod bei der Post beantragt, bekommt die drei Renten auf einmal überwiesen.

Ab dem vierten Monat gibt es die eigentliche Witwen- oder Witwerrente. Sie beträgt entweder 25 oder 55 Prozent der Rente des Verstorbenen. Dies gilt für Ehen, die ab dem 1.1.2002 geschlossen wurden oder für Ehen, bei denen beide Partner am 1.1.2002 unter 40 Jahre alt waren. Für alle anderen beträgt die große Witwenrente 60 Prozent. Für die große Witwenrente muss die Witwe das 45. Lebensjahr vollendet haben, erwerbsgemindert sein oder ein minderjähriges Kind erziehen, das Anspruch auf eine Waisenrente hat. Ab dem Jahr 2012 wird die Altersgrenze für die große Witwenrente stufenweise angehoben. Im Jahr 2029 beträgt die Altersgrenze 47 Jahre. Die Rente kann gemindert werden, wenn das eigene Einkommen der Witwe die Freigrenzen überschreitet (701,18 Euro im Westen und 616,18 Euro im Osten Deutschlands).

Die Regelungen gelten auch für Witwer und für hinterbliebene Partner in eingetragenen Lebensgemeinschaften.

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