25.01.2013

Staubsauger: 59 Bodenstaubsauger im Test

So testet die Stiftung Warentest

Der Alltag für Staubsauger ist hart, der Test der Stiftung Warentest auch. Wenn auch nicht ein Leben lang, gut zehn Jahre sollte ein Gerät schon halten. Die Stiftung Warentest bewertet Boden­staubsauger nach vier Prüfungs­schwer­punkten: Saugen, Hand­habung, Umwelt­eigenschaften und Halt­barkeit. Die Noten für jeden Schwer­punkt heißen Gruppen­urteile. Aus den vier Gruppen­urteilen ergibt sich das test-Qualitäts­urteil. Lesen Sie hier, wie die Stiftung Warentest testet und bewertet.

Boden­staubsauger im Test

Die Stiftung Warentest kauft die Staubsauger anonym im Handel ein. Sie testet weder kostenlose Muster noch Prototypen.

Preise

Der Produktfinder zeigt Online-Preise ohne Versand­kosten für jeden Boden­staubsauger. Die Preise ermittelt der Online­dienst idealo.de.

Gewichtung

Die Stiftung Warentest berechnet das test-Qualitäts­urteil zu Staubsaugern aus den vier Gruppen­urteilen. Die Gruppen­urteile ergeben sich aus mehreren Einzel­urteilen. Je bedeutender ein Gruppen­urteil für das Produkt, desto höher ist die Gewichtung im test Qualitäts­urteil. Die Gewichtungen für die vier Gruppen­urteile betragen:

  • Saugen 45%,
  • Hand­habung 30%,
  • Umwelt­eigenschaften 15%,
  • Halt­barkeit 10%

Abwertungen

  • Abwertungen sorgen dafür, dass sich gravierende Mängel auch deutlich auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Wichtig sind Abwertungen immer dann, wenn die rein rechnerische Bewertung den Mangel nicht ausreichend deutlich macht. Die Stiftung Warentest wendet bei Staubsaugern folgende Abwertungen an:
  • Saugen. Ist Saugen befriedigend oder ausreichend, kann das test-Qualitäts­urteil nicht besser sein. War das Saugen aus Ritzen mangelhaft, konnte das Gruppen­urteil Saugen nur eine Note besser sein.
  • Umwelt­eigenschaften. Sind die Umwelt­eigenschaften ausreichend werten die Tester das test-Qualitäts­urteil um eine halbe Note, sind sie mangelhaft um eine Note ab. Sind die Einzel­urteile Staubrück­halte­vermögen oder Schad­stoffe ausreichend oder schlechter, kann auch das Gruppen­urteil Umwelt­eigenschaften nicht besser sein. Ist der Strom­verbrauch ausreichend, können die Umwelt­eigenschaften nur eine Note besser sein. Seit 2011: Ist das Geräusch auf Teppichboden ausreichend oder mangelhaft, können die Umwelt­eigenschaften maximal eine Note besser sein. Ist das Geräusch auf Hartboden ausreichend, können die Umwelt­eigenschaften maximal zwei Noten besser sein. Vorher galt: War das Geräusch ausreichend oder mangelhaft, konnte das Urteil für die Umwelt­eigenschaften maximal eine Note besser sein.
  • Halt­barkeit. Ist die Halt­barkeit mangelhaft, lautet das test-Qualitäts­urteil ebenfalls mangelhaft. Ist die Halt­barkeit ausreichend, kann das test-Qulitäts­urteil nur eine Note besser sein. Seit 2012: Ist das Einzel­urteil Motordauer­prüfung befriedigend oder schlechter oder die Stoß- und Fall­prüfung befriedigend oder schlechter, kann das Gruppen­urteil Halt­barkeit nicht besser sein. Vorher galt: Ist das Einzel­urteil Motordauer­prüfung ausreichend oder schlechter, konnte das Gruppen­urteil Halt­barkeit nicht besser sein.
  • Kenn­zeichnung. Abwertungen sind in den Tabellen mit einem Stern­chen (*) gekenn­zeichnet.

Saugen 45%

Staub­aufnahme. Die Test­experten beur­teilen die Staub­aufnahme der Staubsauger in Anlehnung an die Norm EN 60312. Damit alle Prüf­linge die gleichen Bedingungen haben, ist selbst der Staub genormt. Die Prüfungen auf Wilton-Teppichboden erfolgen bei maximaler Saug­leistung zuerst mit neuen Staubbeuteln beziehungs­weise Staubboxen, danach mit gefüllten: Füllungen jeweils 200 Gramm, danach 400 Gramm DMT8-Staub. Dabei handelt es sich um einen synthetischen Staubsauger­prüf­staub, der von seiner Charakteristik realem Hausstaub entspricht. Viele moderne Staubsauger lassen sich aber bei höchster Saug­leistung kaum noch über den Teppich schieben. Die Düse saugt sich fest. Deshalb hat die Stiftung Warentest eine neue Prüfung einge­führt. Seit 2011 beur­teilen die Tester zusätzlich die Staub­aufnahme bei einer Schiebe­kraft von 30 Newton. Das entspricht in etwa der Kraft, die ein Erwachsener beim Staubsaugen akzeptabel findet. Für diese Prüfung saugen die Staubsauger mit leerem Staubbeutel beziehungs­weise Behälter. Die Tester regeln die Saug­leistung der Staubsauger soweit herunter, dass sich die Düsen mit 30 Newton schieben lassen. Jeder Staubsauger läuft in dieser Prüfung also mit einer individuell einge­stellten Saug­leistung. Ebenfalls neu seit 2011: Die Tester beziehen alle Staub­aufnahme­ergeb­nisse vom Wilton-Teppichboden auf die Saug­ergeb­nisse eines Referenzsaugers.
Beim Saugen auf Duracord-Teppichboden, glattem Hartboden sowie aus Ritzen, Ecken und an Kanten sind die Beutel und Boxen immer mit 200 Gramm befüllt.
Kann der Staubbeutel oder die Staubbox keine 200 Gramm beziehungs­weise 400 Gramm DMT8-Staub fassen, gehen die Tester anders vor: Sie prüfen die Staubsauger bei einem Unter­druck von 40 Prozent des Ausgangs­werts.
Faser­aufnahme. Sie ist besonders wichtig für Haustier­besitzer. Die Tester saugen die ebenfalls genormten Fasern mit einer 200-Gramm-Füllung DMT8-Staub von Teppichboden und Pols­tern.

Hand­habung 30%

Fünf Nutzer machen den Alltagtest: Sie beur­teilen die Gebrauchs­anleitung, Auf- und Abbau der Geräte sowie Griffe, Schalter, Anzeigen und Aufbewahrung - zusätzlich seit dem Update 2011: das Tragen der Geräte. Weitere Prüf­punkte: Wie gut lassen sich Teppich- und Hartboden, Treppen und Polster saugen, Düsen reinigen, Staubbeutel und Filter wechseln oder die Staubbox entleeren. Auch bewerten die Alltags­tester, wie gut die Düsen auf Wilton-Teppichboden gleiten und sich lenken lassen (Manövrierbar­keit). Bisher galt: Die Einstellung der Saug­leistung erfolgte dabei nach Anbieter­angaben beziehungs­weise bei mitt­lerer Einstellung der Saug­leistungs­regulierung. Ab 2012 gilt: Die Schiebe­kraft wird bei maximaler Saug­leistung beur­teilt, die Manövrierbar­keit bei reduzierter Saug­leistung (30 Newton). Auf Hartboden saugen die Nutzer immer mit maximaler Saug­leistung.

Umwelt­eigenschaften 15%

Staubrück­halte­vermögen. Seit 2011: Die Tester vergleichen den Fein­staub­gehalt in der Zu- und Abluft als Abscheidegrad. Je mehr Staub im Filter zurück­bleibt, desto höher der Abscheidegrad, desto besser. Vorher galt: Die Tester bestimmten den Fein­staub­gehalt in der Abluft.
Geräusch. Die Experten ermitteln die Schall­leistung in Anlehnung an die Norm EN 60704. Dabei muss das Gerät mit maximaler Leistung auf Teppichboden saugen, seit 2011 auch auf Hartboden. Zuvor machten fünf Nutzer beim Saugen auf Hartboden einen subjektiven Hörtest.
Strom­verbrauch. Die Tester ermitteln während der Staub­aufnahme­prüfung (s.o.) auch, wie viel Strom der Staubsauger beim Saugen auf Wilton-Teppichboden verbraucht. Das Ergebnis bezieht sich auf zehn Quadrat­meter.
Schad­stoffe. Die Tester suchen nach PAK in Anlehnung an die Vorgaben des ZEK 01.4-08 in Griffen, Kabel, Schlauch, Stecker und nach bestimmten Phtalaten nach Extraktion und GC/MS in Weich­kunst­stoff­teilen, insbesondere Griffen.

Halt­barkeit 10%

Die Motordauer­prüfung läuft unterbrochen von Ruhe­pausen über 600 Stunden.
Stoß­prüfung (500 Zyklen). Die Staubsauger fahren 10 000 Mal über Schwellen und stoßen 1 000 Mal gegen Pfosten.
Fall­prüfung. Die Saugdüse muss 1 200 Stürze aus 80 Zenti­metern Höhe über­stehen.
Prüfung Kabel­auszugs: 6 000 Züge.
Prüfung Schlauchbe­festigungen. 40 000 Schwenkungen bei einge­spanntem Anschluss­stutzen.
Quetschen der Rohre, Schläuche und Neben­luft­steller. Die Tester belasten sie zehn Sekunden lang mit 70 Kilogramm.

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