Nachtest (aus test 1/2004): Ein ungleiches Paar
Seit dem Test von Spiegelreflexkameras im Juni kamen zwei neue Modelle auf den Markt. Ein Nachtest.
Für unseren Spiegelreflexkameratest im Juniheft 2003 kamen die Neulinge Minolta Dynax 3 L und Nikon F 75 zu spät. Im Nachtest entpuppten sich die beiden Gehäuse jetzt als Vertreter völlig unterschiedlicher Konzepte.
Für Ambitionierte
Die Nikon F 75 ist eine Einsteigerkamera mit professionellem Touch. Angenehm: die Belichtungskorrektur von +/– 3 Blenden und eine Abblendtaste. Der Motor taugt für Einzel- und Serienbilder, der Selbstauslöser hat drei Vorlaufzeiten. Schade: Das manuelle Einstellen der Filmempfindlichkeit fehlt.
Noch ein Manko: Für die Kamera taugen keine älteren Nicht-Autofokus-Objektive. Das Anschlussbajonett passt zwar, doch die Kamera verarbeitet die Blendenwerte des Objektivs nicht – von einzelnen Ausnahmen abgesehen. So ist kein sinnvolles Arbeiten möglich, es sei denn der Fotograf benutzt einen externen Belichtungsmesser.
Eine weitere Eigenheit: Etwa fünf Sekunden nach dem letzten Bild schaltet die Kamera auf Standby. Bis sie wieder auslösen kann, vergeht rund eine Viertelsekunde. Für Schnappschüsse dauert das zu lange. Bei dunklen Motiven fällt die Einstellgeschwindigkeit weiter ab. Die Präzision des Autofokus und die Vorausberechnung von Objektbewegungen sind dagegen hervorragend.
Für Minimalisten
Die Minolta Dynax 3 L spricht mit ihrer mageren Ausstattung eher Technikmuffel an. Nicht einmal Belichtung oder Filmempfindlichkeit können eingestellt oder korrigiert werden. So ist sie für Diafotografie kaum geeignet.
Die Minolta belichtet grundsätzlich etwas knapp, was aber bei der Benutzung von Farbnegativfilmen mittlerer Empfindlichkeit unkritisch ist. Ihre Stärke ist der recht schnelle Autofokus, dessen großes Messfeld in der Bildmitte per Tastendruck auf ein Spotfeld verkleinert werden kann. Motivbewegungen werden nicht vorberechnet. So kann ein Objekt schon mal aus der Schärfeebene laufen.
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