Mailen, surfen, digitale Fotos zeigen – moderne Smartphones und Tablet-Rechner wie das iPad können vieles. Beim Thema Drucken tun sie sich allerdings noch schwer. Die Tester haben es mit den beiden wichtigsten Betriebssystemen ausprobiert.
Druck nur über lokales WLan-Funknetz
Moderne Smartphones können vieles, für das bis vor kurzem noch ein größerer Computer nötig war. Und flachen Tablet-Rechnern wie Apples iPad (siehe Test „Tablet-Rechner“ aus test 12/2011) werden viele erst recht zutrauen, das Notebook mehr oder minder komplett zu ersetzen. Da kommt es überraschend, wenn ein paar scheinbar ganz selbstverständliche Dinge auf solchen Geräten nicht gehen – oder nur mit unerwartetem Aufwand. Zum Beispiel drucken.
Drucker per USB-Kabel verbinden, Treiber installieren, losdrucken: So einfach wie beim PC geht das weder mit dem Handy noch mit den meisten Tablets. Schließlich sind die als Mobilgeräte konzipiert und sollen keine Kabel hinter sich herziehen. Stattdessen läuft die Verbindung zwischen Handy und Drucker per Funk, genauer gesagt über ein lokales WLan-Funknetz. Das setzt schon einmal einen WLan-Router voraus – und einen netzwerkfähigen Drucker, der sich ins Funknetz integrieren lässt. Einfache Billigdrucker sind ausgeschlossen.
Drucken von iOS und Android
Doch wie genau kommt der Druckauftrag dann vom Handy zum Drucker? Wir haben es auf Smartphones und Tablets mit den beiden wichtigsten mobilen Betriebssystemen ausprobiert: Neben Apples iPhone und iPad kamen ein Android-Handy von Samsung und ein Android-Tablet von Asus zum Einsatz. Geprüft wurde mit Multifunktionsdruckern der drei wichtigsten Anbieter Canon, Epson und HP.
Große Unterschiede zwischen Handys und Tablets gibt es dabei nicht: Ein iPad verhält sich gegenüber einem Drucker prinzipiell wie ein iPhone, ein Android-Tablet wie ein Android-Handy. Die Unterschiede liegen in den Betriebssystemen – und darin, wieweit die Druckeranbieter sie unterstützen.
Airprint: Beschränkt, aber einfach
Unter den gängigen mobilen Betriebssystemen bietet derzeit nur Apples iOS überhaupt eine Möglichkeit, Druckaufträge direkt aus beliebigen Anwendungen („Apps“) loszuschicken. Dafür stellt iOS eine Technik namens „Airprint“ bereit. Apps, die Airprint unterstützen, haben einen Menüpunkt „Drucken“. So lässt sich aus dem Mailprogramm eine E-Mail und aus dem Browser eine Webseite drucken.
Doch noch unterstützen längst nicht alle Apps diese Funktion. Auch verstehen nur einige neuere Druckermodelle Airprint. Zudem bietet diese Technik dem Nutzer kaum Einstellmöglichkeiten beim Drucken. Papierart, Druckgröße oder -qualität – Fehlanzeige. Immerhin: Wenn es funktioniert, funktioniert es sehr einfach.
Drucker-Apps: Mehr Aufwand
Wer keinen Airprint-fähigen Drucker hat oder von einem Android-Gerät drucken will, muss auf Spezial-Apps zurückgreifen, wie sie die Druckeranbieter bereitstellen. Das ist eher umständlich: Jedes Mal wenn er etwas drucken will, muss der Nutzer die Drucker-App aufrufen. Für Fotos und Textdateien mag das angehen, aber bei Webseiten wird es kompliziert. Die Drucker-App muss selbst eine Browserfunktion mitbringen. Und der Nutzer muss mit der Drucker-App surfen, um Webseiten zu drucken.
Die Apps der Druckeranbieter fallen recht unterschiedlich aus . So druckt Canons App nur Fotos, keine Texte oder Webseiten. Die HP-App druckt auch Textdokumente – braucht dafür aber eine Internetverbindung und ein Nutzerkonto. Denn für den Textdruck nutzt sie HPs ePrint-Dienst, der Druckaufträge über Internetrechner von HP abwickelt (siehe „Drucker-Scanner-Kombis“ aus test 04/2011). Teils können die Android-Apps weniger als die Versionen für Apple-Geräte: Epson druckt Texte, HP Webseiten nur in der iOS-App, nicht auf Android-Geräten.
Fotos mit beschnittenem Rand
Immerhin bieten Drucker-Apps oft mehr Einstellmöglichkeiten für Druckaufträge. Die meisten unterstützen auch die Scanfunktion von Multifunktionsgeräten. Doch mit Notebook und PC können die mobilen Apps bei Qualität und Zuverlässigkeit nicht mithalten. So sind beim Fotodruck stets die Ränder beschnitten. Die Epson-App bietet die Möglichkeit, einen Bildausschnitt zu wählen, druckt ihn aber nicht korrekt. Die Android-Version hat auch Probleme mit Webseiten: Beim Druck vom Smartphone ist die Schrift so stark vergrößert, dass sich der Ausdruck auf viele Seiten verteilt.
Textdruck nur bei einfachem Layout
Beim Textdruck zeigt sich: Einfach aufgebaute Dokumente funktionieren einigermaßen, komplexere Layouts gehen dagegen eher schief. Insgesamt ist es noch ein weiter Weg, bis Smartphone und Tablet beim Drucken mit „richtigen“ Computern mithalten können. Bis dahin werden viele Nutzer ihre Fotos oder Texte lieber per Mail oder USB-Kabel auf den PC übertragen, um sie von dort komfortabel auszudrucken.
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