11.11.2011

Sicherheit von Spielzeug: Jedes sechste Spielzeug mangelhaft

Sicherheit von Spielzeug Test

Ein gefähr­liches Stethoskop, Kleinteile, die sich lösen, bedenk­liche Schad­stoffe – im Test von 40 Spielzeugen ist jedes sechste mangelhaft. Erfreulich: Rund die Hälfte der getesteten Spielzeuge ist gut oder sehr gut, darunter viele Produkte bekannter Marken. test.de informiert.

Themensets 11/2011

  • Brio Safari Figure 8 Set
  • Bruder Schaeff HR 16 Mini-Bagger
  • Chuggington Werkstatt mit Waschanlage
  • Eichhorn Achterbahn
  • Haba Einkaufsnetz Obst
  • Ikea / Duktig Frühstücks-Set
  • Its Imagical to be ... doctor set
  • Klein Doktorkoffer
  • Lego Bausteine Flughafen
  • My little Pony Meerjungfrauenschloss
  • Ostheimer Traktor und Pferdeanhänger
  • Plantoys Parkhaus
  • Playmobil Raubritterburg
  • Selecta Mein erster Ponyhof
  • Simba Knights Angriffsturm
  • Tanner Torte zum Schneiden
  • Tedi Modellzug
  • Woolworth / Dream collection Ponyspiele Set

Puppen 11/2011

  • Barbie Zauber-Haarspiel Prinzessin
  • Eddy Toys Modepuppe Ballerina
  • Galeria Kaufhof / Kidz Only Baby's erste Worte
  • Götz Muffin
  • Lissi Helena
  • Nenuco coloretes
  • Sigikid Die Puppe
  • Sparkle Girlz Fantasy Doll
  • Steffi Love Madrid
  • Toys"R"Us / You & Me Werd' wieder gesund
  • Zapf Creation Baby born

Kunststofffiguren 11/2011

  • Bandai Power Rangers RPM Turbo Cycle
  • Bob the builder Sprinti und Flitzer
  • Bullyland Pantherjunges
  • KiK Glitzer Pony
  • Littlest Pet Shop Zebra #2078
  • Mattel Cars Eiskremator
  • Papo Prinz Philipp und Pferd
  • Schleich Bayala Elfenreitset Tinuveel und Tennessee Walker Hengst
  • Simba Magic Fairies
  • The nature zone Stretchy Reptiles
  • Toys"R"Us / Universe of imagination Baby Dino Spielset

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Test Sicherheit von Spielzeug test 11/2011
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Unmittel­bare Gefahren

Im Test dabei: 40 Spielzeuge, die die Anbieter für Kinder ab 3 Jahren empfehlen, darunter 11 Puppen, 11 Kunst­stoff­figuren und 18 Themensets wie Eisenbahnen, Doktorkoffer oder ein Ponyhof. Zwei Spielzeuge scheitern bereits bei den ersten Sicher­heits­prüfungen zu verschluck­baren Klein­teilen oder Strangulations­gefahren. Bei der Puppe „You & Me, Werd´ wieder gesund“ von Toys“R“Us gibt es im Zubehör ein Stethoskop mit Schlaufe, die sich über den Kopf ziehen lässt. Ein kleines Kind könnte sich damit im schlimmsten Fall strangulieren. Die Schlaufe öffnet sich auch bei stärkeren Zug nicht. Bei einem Pferde­anhänger der Firma Ostheimer lösen sich bei den Prüfungen Kleinteile. Kleine Kinder könnten sie in den Mund nehmen und verschlu­cken. Bei beiden Spielzeugen fehlen die erforderlichen Warnhin­weise. So heißt es hier: Sicherheit mangelhaft.

Lang­fristige Gefahren

Im Spiel­zeugtest geht es aber nicht nur um Gefahren, die unmittel­bar eintreten können. Es geht auch um gesund­heits­gefähr­dende Schad­stoffe, die lang­fristig im Körper wirken. In fünf Spielzeugen sind sie in zu hohen Mengen enthalten. Mangelhaft sind: Brio, Eichhorn und Tedi sowie der Knights-Angriff­sturm von Simba und die Kidz-Only-Puppe von Galeria Kauf­hof. Die Spielzeuge enthalten bestimmte poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe (PAK), Phthalate oder Nickel. Diese Stoffe können Krebs erzeugen, die Fort­pflan­zungs­fähig­keit beein­trächtigen oder Allergien auslösen. Die Kunst­stoff­schienen vom Tedi Modell­zug zum Beispiel enthalten krebs­erzeugendes PAK. Die Eisenbahn von Eichhorn hat den fort­pflan­zungs­gefähr­denden Phthalat-Weichmacher DIBP im Lack. Die Metall­räder der Brio-Lok setzen Nickel frei. Nickel kann eine lebens­lange Kontaktal­lergie auslösen.

Grenz­werte oft zu hoch

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Ob PAK, Phthalate oder Nickel – solche Stoffe können sich lösen, wenn Kinder intensiv mit einem Spielzeug spielen, es in der Hand halten oder sogar in den Mund nehmen. Kinder müssen deshalb vor ihren Wirkungen geschützt werden – aus Vorsorge. Die gesetzlichen Rege­lungen für Spielzeug reichen bisher nicht aus. Die Grenz­werte sind oft zu hoch oder ungenau geregelt. Die Tester haben deshalb strenger bewertet – beim Thema Nickel zum Beispiel: In der Spielzeug-Richt­linie ist der Haut­kontakt mit Nickel nicht eindeutig reguliert. Dabei ist bereits jetzt jedes zehnte Kind gegen­über Nickel sensibilisiert. Oft wird daraus eine lebens­lange Kontaktal­lergie. Kinder sollten deshalb so wenig wie möglich mit Nickel in Kontakt kommen.

Kritischer Stoff in Puppen

Bei sieben von elf getesteten Puppen steckt Nonylphenol im Kunststoff. Es befindet sich in den Puppenköpfen oder Körperteilen. Besonders kritisch: Nonylphenol beein­flusst das Hormon­system und schädigt vermutlich die Fort­pflan­zungs­fähig­keit. Es kann sich aus dem Kunststoff lösen und in den Körper eines Kindes gelangen. Etwa wenn kleinere Geschwister an den Puppen herum­lutschen. Stoffe, die wie Hormone wirken, können in das empfindliche Hormon­system von Kindern eingreifen und es lang­fristig schädigen. Sie sollten nicht in Spielzeug enthalten sein. Auch für Nonylphenol existieren in Bezug auf Spielzeug keine ausreichenden Rege­lungen. Zwar gibt es in der Spielzeug-Richt­linie einen Grenz­wert, der auf solche Stoffe angewendet werden kann. Er ist allerdings sehr hoch und berück­sichtigt nicht die hormon­aktive Wirkung des Stoffes. Die Tester haben deshalb hier strenger bewertet.

Viele Marken gut oder sehr gut

Die Test­ergeb­nisse zeigen aber auch: Es gibt sicheres und weit­gehend schad­stoff­freies Spielzeug für Kinder. Drei Spielzeuge schneiden sogar sehr gut ab: der Schaeff HR 16 Mini-Bagger von Bruder, das Schleich Bayala Elfenreitset Tinuveel mit dem Tennessee Walker Hengst und ein Krokodil von The nature zone Stretchy Reptiles. Weitere 15 Spielzeuge sind gut, darunter bekannte Marken wie Bully­land, Götz, Haba, Lego, Plantoys oder Playmobil.

Test­ergeb­nisse

Die Ergeb­nisse von den 18 Themensets erhalten sie kostenlos unter Testergebnisse kompakt. Die Test­ergeb­nisse von Puppen und Kunst­stoff­figuren sowie weitere Infos zum Thema inklusive der PDF zum Download gibt es im vollständigen Spielzeugtest.

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