Ein gefährliches Stethoskop, Kleinteile, die sich lösen, bedenkliche Schadstoffe – im Test von 40 Spielzeugen ist jedes sechste mangelhaft. Erfreulich: Rund die Hälfte der getesteten Spielzeuge ist gut oder sehr gut, darunter viele Produkte bekannter Marken. test.de informiert.
Themensets 11/2011
- Brio Safari Figure 8 Set
- Bruder Schaeff HR 16 Mini-Bagger
- Chuggington Werkstatt mit Waschanlage
- Eichhorn Achterbahn
- Haba Einkaufsnetz Obst
- Ikea / Duktig Frühstücks-Set
- Its Imagical to be ... doctor set
- Klein Doktorkoffer
- Lego Bausteine Flughafen
- My little Pony Meerjungfrauenschloss
- Ostheimer Traktor und Pferdeanhänger
- Plantoys Parkhaus
- Playmobil Raubritterburg
- Selecta Mein erster Ponyhof
- Simba Knights Angriffsturm
- Tanner Torte zum Schneiden
- Tedi Modellzug
- Woolworth / Dream collection Ponyspiele Set
Puppen 11/2011
- Barbie Zauber-Haarspiel Prinzessin
- Eddy Toys Modepuppe Ballerina
- Galeria Kaufhof / Kidz Only Baby's erste Worte
- Götz Muffin
- Lissi Helena
- Nenuco coloretes
- Sigikid Die Puppe
- Sparkle Girlz Fantasy Doll
- Steffi Love Madrid
- Toys"R"Us / You & Me Werd' wieder gesund
- Zapf Creation Baby born
Kunststofffiguren 11/2011
- Bandai Power Rangers RPM Turbo Cycle
- Bob the builder Sprinti und Flitzer
- Bullyland Pantherjunges
- KiK Glitzer Pony
- Littlest Pet Shop Zebra #2078
- Mattel Cars Eiskremator
- Papo Prinz Philipp und Pferd
- Schleich Bayala Elfenreitset Tinuveel und Tennessee Walker Hengst
- Simba Magic Fairies
- The nature zone Stretchy Reptiles
- Toys"R"Us / Universe of imagination Baby Dino Spielset
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Unmittelbare Gefahren
Im Test dabei: 40 Spielzeuge, die die Anbieter für Kinder ab 3 Jahren empfehlen, darunter 11 Puppen, 11 Kunststofffiguren und 18 Themensets wie Eisenbahnen, Doktorkoffer oder ein Ponyhof. Zwei Spielzeuge scheitern bereits bei den ersten Sicherheitsprüfungen zu verschluckbaren Kleinteilen oder Strangulationsgefahren. Bei der Puppe „You & Me, Werd´ wieder gesund“ von Toys“R“Us gibt es im Zubehör ein Stethoskop mit Schlaufe, die sich über den Kopf ziehen lässt. Ein kleines Kind könnte sich damit im schlimmsten Fall strangulieren. Die Schlaufe öffnet sich auch bei stärkeren Zug nicht. Bei einem Pferdeanhänger der Firma Ostheimer lösen sich bei den Prüfungen Kleinteile. Kleine Kinder könnten sie in den Mund nehmen und verschlucken. Bei beiden Spielzeugen fehlen die erforderlichen Warnhinweise. So heißt es hier: Sicherheit mangelhaft.
Langfristige Gefahren
Im Spielzeugtest geht es aber nicht nur um Gefahren, die unmittelbar eintreten können. Es geht auch um gesundheitsgefährdende Schadstoffe, die langfristig im Körper wirken. In fünf Spielzeugen sind sie in zu hohen Mengen enthalten. Mangelhaft sind: Brio, Eichhorn und Tedi sowie der Knights-Angriffsturm von Simba und die Kidz-Only-Puppe von Galeria Kaufhof. Die Spielzeuge enthalten bestimmte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Phthalate oder Nickel. Diese Stoffe können Krebs erzeugen, die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen oder Allergien auslösen. Die Kunststoffschienen vom Tedi Modellzug zum Beispiel enthalten krebserzeugendes PAK. Die Eisenbahn von Eichhorn hat den fortpflanzungsgefährdenden Phthalat-Weichmacher DIBP im Lack. Die Metallräder der Brio-Lok setzen Nickel frei. Nickel kann eine lebenslange Kontaktallergie auslösen.
Grenzwerte oft zu hoch
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Ob PAK, Phthalate oder Nickel – solche Stoffe können sich lösen, wenn Kinder intensiv mit einem Spielzeug spielen, es in der Hand halten oder sogar in den Mund nehmen. Kinder müssen deshalb vor ihren Wirkungen geschützt werden – aus Vorsorge. Die gesetzlichen Regelungen für Spielzeug reichen bisher nicht aus. Die Grenzwerte sind oft zu hoch oder ungenau geregelt. Die Tester haben deshalb strenger bewertet – beim Thema Nickel zum Beispiel: In der Spielzeug-Richtlinie ist der Hautkontakt mit Nickel nicht eindeutig reguliert. Dabei ist bereits jetzt jedes zehnte Kind gegenüber Nickel sensibilisiert. Oft wird daraus eine lebenslange Kontaktallergie. Kinder sollten deshalb so wenig wie möglich mit Nickel in Kontakt kommen.
Kritischer Stoff in Puppen
Bei sieben von elf getesteten Puppen steckt Nonylphenol im Kunststoff. Es befindet sich in den Puppenköpfen oder Körperteilen. Besonders kritisch: Nonylphenol beeinflusst das Hormonsystem und schädigt vermutlich die Fortpflanzungsfähigkeit. Es kann sich aus dem Kunststoff lösen und in den Körper eines Kindes gelangen. Etwa wenn kleinere Geschwister an den Puppen herumlutschen. Stoffe, die wie Hormone wirken, können in das empfindliche Hormonsystem von Kindern eingreifen und es langfristig schädigen. Sie sollten nicht in Spielzeug enthalten sein. Auch für Nonylphenol existieren in Bezug auf Spielzeug keine ausreichenden Regelungen. Zwar gibt es in der Spielzeug-Richtlinie einen Grenzwert, der auf solche Stoffe angewendet werden kann. Er ist allerdings sehr hoch und berücksichtigt nicht die hormonaktive Wirkung des Stoffes. Die Tester haben deshalb hier strenger bewertet.
Viele Marken gut oder sehr gut
Die Testergebnisse zeigen aber auch: Es gibt sicheres und weitgehend schadstofffreies Spielzeug für Kinder. Drei Spielzeuge schneiden sogar sehr gut ab: der Schaeff HR 16 Mini-Bagger von Bruder, das Schleich Bayala Elfenreitset Tinuveel mit dem Tennessee Walker Hengst und ein Krokodil von The nature zone Stretchy Reptiles. Weitere 15 Spielzeuge sind gut, darunter bekannte Marken wie Bullyland, Götz, Haba, Lego, Plantoys oder Playmobil.
Testergebnisse
Die Ergebnisse von den 18 Themensets erhalten sie kostenlos unter Testergebnisse kompakt. Die Testergebnisse von Puppen und Kunststofffiguren sowie weitere Infos zum Thema inklusive der PDF zum Download gibt es im vollständigen Spielzeugtest.
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