Spezielle Einfachhandys für Senioren werden immer besser. Im Vortest vor knapp drei Jahren konnten wir nur ein Gerät wirklich empfehlen. Im aktuellen Test schneiden jetzt 8 von 15 Seniorenhandys gut ab. Testsieger ist ein Gerät des japanischen Panasonic-Konzerns, dicht gefolgt von zweien des schwedischen Spezialanbieters Doro. Einige andere patzen dagegen mit unbefriedigenden Anleitungen, schwachen Displays oder Tastaturen. Zwei halten den Stabilitätstests nicht stand.
Seniorenhandys 02/2013
- Alcatel One Touch 536
- Amplicomms PowerTel M7000
- Auro C2030
- Bea-fon SL 550
- Doro PhoneEasy 515
- Doro PhoneEasy 612
- Emporia Click
- Emporia Elegance plus GPS
- Olympia Chic
- Panasonic KX-TU327
- Pearl/Simvalley Mobile XL-937
- Saturn/OK. OMP 100
- Swissvoice MP33
- Swissvoice MP50
- Tiptel Ergophone 6020+
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Spezielle Handys für spezielle Bedürfnisse
Unterwegs erreichbar sein – das wollen ältere Leute genauso wie junge. Doch wenn irgendwann Augen, Gehör oder Motorik nachlassen, können reguläre Handys zur Herausforderung werden. Hier soll ein wachsendes Angebot spezieller, besonders leicht zu bedienender Seniorenhandys helfen. Neben den üblichen Prüfungen zu Telefonfunktion, Handhabung, Stabilität und Akku durchlaufen diese Geräte einen aufwendigen Praxistest: Je drei ältere Probanden mit Einschränkungen beim Sehen, beim Hören und bei der Motorik bewerten dabei, wie gut die Geräte sich für ihre Bedürfnisse eignen. Aktuelle Smartphone-Topmodelle sind da auf keinen Fall erste Wahl, wie der Schnelltest Apple iPhone 5 und Samsung Galaxy S III: Smartphones im Seniorentest zeigt.
Komfortabel wählen trotz Sehschwäche
Nutzer mit Sehschwäche profitieren von hellen, kontraststarken Displays und großen, gut beschrifteten Tasten. Auch kann es helfen, wenn das Handy beim Wählen die Ziffern ansagt. Der Testsieger von Panasonic bietet all das. Nur die beiden Handys von Tiptel und Amplicomms kommen bei den Testpersonen mit Sehschwäche noch etwas besser an. Etwas seltsam wirkt dagegen das C2030 von Auro: Es soll extra für Sehbehinderte ausgelegt sein. Tatsächlich sind seine Tasten mit Blindenschrift beschriftet. Doch die Braille-Zeichen sind hintergrundbeleuchtet. Wozu? Wer Blindenschrift ertasten kann, braucht keine Beleuchtung. Und wer sie nicht lesen kann, wird von den zusätzlichen Leuchtzeichen nur verwirrt.
Telefonieren mit Hörgerät und Motorikschwäche
Beim Test mit Hörgeräteträgern gab es im aktuellen Test keine größeren Probleme. Allerdings haben nicht alle Handys eine Induktionsspule für Hörgeräte. Wer darauf Wert legt, muss beim Kauf nach einem entsprechend ausgestatteten Gerät Ausschau halten siehe Tipps. Bei Einschränkungen in der Motorik helfen große Tasten mit klarem Druckpunkt. Eine gummierte Oberfläche wie die des Doro PhoneEasy 612 kann zudem das ganze Gerät griffiger machen. Schwächen zeigen hier zum Beispiel das Emporia Click, dessen Tasten teilweise doppelte Druckpunkte haben, und das Olympia Chic mit kleinen Menütasten und fummeliger Tastensperre.
Schwache Anleitungen, Probleme bei Stabilitätstests
Längst nicht alle Geräte im Test bieten gut lesbare Anleitungen. Am schlechtesten ist die von Alcatel: Statt eines Handbuchs gibt es nur ein eng bedrucktes Faltblatt. Vier andere Geräte bekommen ebenfalls Punktabzug für schwache Anleitungen. Zwei Seniorenhandys im Test scheitern in den Stabilitätsprüfungen: Das Olympia Chic hält dem Regentest nicht stand. Und das Auro überlebte die Falltests nicht.
Anrufbeantworter stoppt Notruffunktion
Alle Telefone im Test haben auch eine Notruffunktion. Wird der Notrufknopf gedrückt, rufen sie nacheinander eine Reihe zuvor einprogrammierter Rufnummern an, bis ein Helfer erreicht wird. In der Regel wird das ein Angehöriger in der Nähe sein, der dann je nach Notlage selbst helfen oder einen Rettungsdienst verständigen kann. Bei einigen Geräten kann dieser Notrufmechanismus allerdings durch einen Anrufbeantworter bei der Gegenstelle abgebrochen werden.
Tipp: Wenn Sie am Ende doch lieber ein normales Handy kaufen wollen: Schauen sie in den Produktfinder Handys. Die große Datenbank liefert Testergebnisse, Preise und Ausstattungsdetails zu 124 Smartphones und 15 Multimediahandys.
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