17.03.2006

Selbstbräuner: Weg mit weißen Waden

Selbstbräuner Test

Der Frühling lässt in diesem Jahr besonders lange auf sich warten. Wer sich trotzdem nicht mit käsig-weißer Haut im Schwimmbad blamieren will, kann sich mit der Bräune aus der Tube behelfen. Die Ergebnisse der künstlichen Bräunung sind allerdings recht unterschiedlich. Stiftung Warentest untersucht 16 Selbstbräuner und eine Après-Sun Creme mit Selbstbräuner. Nur vier davon sind „gut“.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Bräunungslotionen

Ungleiche Ergebnisse

Früher hinterließen Selbstbräuner meist wenig ansehnliche Flecke auf der Haut. Das muss heute nicht mehr sein: Die gleichmäßigste und natürlichste Bräunung erzielten die Produkte von Louis Widmer, Nivea, Vichy und Garnier Ambre Solaire. Bei den übrigen Selbstbräunern - darunter auch teure Markenprodukte - war das Ergebnis nur „befriedigend“. Häufigste Kritikpunkte der Probandinnen und Testleiter: Die Färbung ist zu hell, zu gelblich, ungleichmäßig und streifig.

Wirkt nicht bei jedem

Die künstliche Farbe hält am Anfang manchmal nur einen Tag lang. Bei häufiger Anwendung stabilisiert sie sich aber. Trotzdem muss der Selbstbräuner alle paar Tage neu aufgetragen werden. Aber Achtung: Die meisten Mittel verwenden den Wirkstoff Dihydroxyaceton (DHA). Diese Substanz reagiert mit Eiweißen in der oberen Hautschicht und färbt sie bräunlichgelb. Bei 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung wirkt DHA allerdings nicht. Auf diesen Umstand weist nur der Selbstbräuner von Louis Widmer hin. Warum die Bräunungsreaktion manchmal ausbleibt, ist noch nicht ganz klar. Vermutlich produzieren die betroffenen Menschen die erforderlichen Eiweiße in der Haut nicht in ausreichender Menge.

Stark parfümiert

Der bekannte muffige Eigengeruch von DHA stört heute in der Regel nicht mehr: Die meisten Selbstbräuner sind intensiv parfümiert. Erst wenn sich dieser Duft verflüchtigt hat, kommt der typische Selbstbräunergeruch manchmal wieder zur Geltung. Riecht der Selbstbräuner allerdings schon in der Flasche oder Tube stechend, gehört er in den Müll. Die Mittel haben nur eine begrenzte Haltbarkeit. Die meisten Anbieter empfehlen, das einmal geöffnete Produkt innerhalb von sechs Monaten zu verbrauchen. Noch schneller können die Mittel verderben, wenn Flasche oder Tube lange in der prallen Sonne stehen. Dann zerfällt DHA und es entstehen geringe Mengen Formaldehyd. Gesundheitliche Schäden sind dabei zwar nicht zu befürchten, aber es riecht unangenehm.

Gut hautverträglich

In puncto Hautverträglichkeit hatten die Testerinnen nur wenig zu bemängeln. Hautärzte bestätigen: Krankhafte Reaktionen auf Selbstbräuner kommen nur selten vor. Auch Allergien treten so gut wie gar nicht auf. Wenn es in Einzelfällen doch zu Hautreaktionen kommt, dann liegt das meist an Konservierungsstoffen, Lichtschutzsubstanzen, Emulgatoren, Farbstoffen und Parfüms. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe gibt hier Aufschluss. Garnier Ambre Solaire druckt die Inhaltsstoffe allerdings in so unleserlicher Schrift ab, dass die Tester das ansonsten gute Produkt abwerteten.

Übung macht den Meister

Doch nicht nur ein gutes Produkt entscheidet über gleichmäßige Bräune. Auch die richtige Technik beim Auftragen ist wichtig. Zwar lassen sich alle Selbstbräuner problemlos entnehmen und verteilen, egal ob Creme, Lotion, Milch oder Spray. Auch ziehen sie schnell genug aber nicht zu schnell ein. Doch für streifenfreie Bräunung ist auch Übung erforderlich. Dabei helfen die Tipps. Nur so wird die künstliche Tönung rundum akzeptabel, auch wenn sie an das natürliche Braun durch die Sonne nicht immer heranreicht.

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