27.12.2008

Sekt und Champagner: Der Beste für Sie

Sekt und Champagner Test

An Silvester, zum Geburtstag oder zur Beförderung: Die Deutschen lassen gerne Korken knallen. Sagenhafte 420 Millionen Mal im Jahr. Dabei müssen sie nicht einmal tief in die Tasche greifen. Ansprechenden Sekt und Champagner gibt es auch für wenig Geld, wie der Test zeigt.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Schaumwein

Gerüttelt statt gerührt

Champagner steht für Lebensfreude, Leichtigkeit und Luxus. Seine Herstellung ist jedoch ein aufwändiger Prozess: Aus erlesenen Rebsorten entsteht zunächst Wein. Die Trauben dürfen nur aus der Champagne stammen. Die so genannte Cuvée wird in Flaschen abgefüllt und mit Zucker und Hefe vergoren. Dabei entsteht Alkohol und Kohlensäure. Nach monatelanger Reifezeit wird die Hefe entfernt. Dazu werden die Flaschen so lange gerüttelt und gedreht bis sich die Hefe im Flaschenhals gesammelt hat und entfernt werden kann. Abschließend füllen Champagnerhersteller die Flaschen mit süßen Weinen auf, verkorken sie und lassen sie erneut ruhen.

Champagner für Einsteiger und Profis

Von der Traubenernte bis zum fertigen Champagner vergehen also Jahre. Umso erstaunlicher ist es, dass Discounter das edle Gesöff schon für 14 Euro verkaufen. Sogar mit Erfolg: Jede dritte Champagnerflasche in Deutschland stammt vom Discounter. Der Test bestätigt: Die Tropfen von Aldi, Lidl und Plus überzeugen alle durch gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Typisch sind ihre hefig-brotigen Noten und der sehr trockene, herbe Charakter. Im Fachjargon heißt das „brut“ und steht für höchstens 15 Gramm Restzucker pro Liter. Wer gern einmal Champagner probieren möchte, kann zum Einstieg den Veuve Deloynes von Plus kaufen. Er schmeckt nur schwach nach Hefe und ähnelt eher einem Rebsortensekt. Liebhabern des klassischen, reifen Champagners dürfte dagegen der Veuve Monsigny von Aldi Süd gefallen. Er ist sehr aromatisch, sehr trocken und perlt intensiv.

Rebsortensekte voller Fruchtaromen

Audio

Multimedia-Inhalt: Sie benötigen den Flash-Player, um dieses Multimedia-Objekt zu sehen. Flash-Player herunterladen (1 MB, dauert 1-2 Minuten)

Eine ganz andere Welt öffnet sich bei den zwei weißen Rebsortensekten Menger Krug und Rotkäppchen. Sie schmecken sehr vollmundig und spiegeln die Fruchtaromen deutlich wider. Ähnlich wie Champagner gären beide Sekte auf klassische Weise in Flaschen. Somit liegen sie in Qualität und Preis mit den günstigen Champagnern etwa gleichauf. Sie kosten 15 Euro pro Flasche. Jeder sollte selbst ausprobieren, ob er die hefig-brotigen Aromen des Champagners mag oder fruchtige Rebsortensekte bevorzugt.

Günstige Marken punkten mit Frische

Deutlich preiswerter als in Flaschen gegärter Champagner und Rebsortensekt ist Sekt aus dem Tank. Bei der Massenware findet die zweite Gärung im Großtank statt. So schmecken Sekte einer Marke immer einheitlich. Spitzenqualität ist im Großtank kaum zu erzielen. Einige Hersteller schummeln auch etwas und setzen Fremdkohlensäure zu. Trotzdem: Auch preiswerte Sekte überzeugten im Test vor allem durch Frische. Zum Beispiel MM extra, Faber Finesse, Feist Belmont, Mumm & Co., Nymphenburg sowie Söhnlein Brilliant. Sie kosten zwischen 2,89 und 4,35 Euro je Flasche. Teurere Marken aus dem Tank wie Fürst von Metternich und Henkell schnitten kaum besser ab als die günstigen.

Rote Beerenaromen dominieren Rosé

Bei Rosésekt gilt ebenfalls die Unterscheidung zwischen Flaschen- und Tankgärung. Fast alle Rosé im Test zeichnen sich durch Frische und das Aroma roter Trauben und Beeren aus. Den besten Eindruck hinterließen der in der Flasche gegärte Rosé aus der Geldermann Privatsektkellerei sowie Henkell Rosé Trocken aus dem Tank.

Bezeichnungschaos

Trocken ist nicht gleich trocken. Die meisten Sekte im Test nennen sich trocken. Trotzdem enthalten die in Großtanks hergestellten Sekte auffällig viel Restzucker. Einige schmecken deutlich süß. Zum Beispiel der Rotkäppchen Rosé Trocken mit 32,4 Gramm Restzucker je Liter. Wer einen wirklich trockenen Tropfen sucht, sollte daher beim Sekt- oder Champagnerkauf auf die Bezeichnung „Brut“ achten. Sie steht für höchstens 15 Gramm Restzucker. Zum Vergleich: Trockener Wein darf maximal 9 Gramm Restzucker je Liter enthalten.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Tabelle: Ergebnisse kompakt

Dieser Artikel ist hilfreich. Nutzer finden das hilfreich.

Kommentare (1)

weitere Kommentare anzeigen

Alle Kommentare anzeigen

Schreiben Sie bitte einen Kommentar

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Jetzt einloggen oder Neu registrieren.
Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice