20.12.2001

Schöne Zähne: Weiß wie Schnee

Schöne Zähne Meldung

Zähne sollen nicht nur gesund sein, sondern auch schön aussehen ­ vor allem weiß. Das wünschen sich viele. Wir sagen Ihnen, was heute machbar ist und worauf Sie achten sollten.

Weg mit dem Gilb: Zahnreihen weiß wie Neuschnee sind nicht mehr allein den Stars und Sternchen aus dem Showgeschäft vorbehalten. Jeder kann heutzutage zum perfekten Strahlemann werden ­ mithilfe der aus den USA kommenden "ästhetischen Zahnmedizin". Voraussetzung ist allerdings ein gut gefülltes Portmonee. Denn für Zahnbehandlungen, die nur der Optik dienen und medizinisch nicht notwendig sind, zahlen die Krankenkassen im Allgemeinen keinen Pfennig. Viele stört das wenig: Laut einer Emnid-Umfrage sind immerhin 49 Prozent der Deutschen gewillt, mehr Geld als früher für das Aussehen ihrer Zähne auszugeben.

Bevor man sich in Unkosten stürzt, so viel vorab: Mitteleuropäer haben nun einmal keine wirklich weißen Zähne. Ihr "Weiß" ist leicht gelb-gräulich. Zum blassen Ton der Haut sieht das auch natürlicher aus. Viele Menschen wissen zudem gar nicht, wie weiß ihre eigenen Zähne normalerweise sind, weil sie sich im Lauf der Jahre durch Pigmentablagerungen zum Beispiel von Rotwein, Nikotin, Kaffee oder Tee verfärbt haben. Ehe man sich dazu entschließt, seine Zähne künstlich aufhellen zu lassen, ist es sinnvoll, erst einmal zu prüfen, ob das Originalweiß nicht schon schön genug ist. Dazu verhilft eine professionelle Zahnreinigung (Individualprophylaxe), die heute in immer mehr Zahnarztpraxen angeboten wird. Schon dabei wird ein aufhellender Effekt erzielt, der allein mit Zahnbürste und -pasta nur schwer zu erreichen ist, auch nicht mit Weißmacher-Zahnpasten.

Profireinigung

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Nach der professionellen Reinigung sind die Zähne sauber und heller.

Meist ist es nicht der Zahnarzt selbst, sondern eine speziell ausgebildete Prophylaxehelferin, die die Zähne mit Ultraschallgerät, besonderen Handinstrumenten und Zahnseide penibel reinigt. Dabei entfernt sie auch die Verfärbungen an der Zahnoberfläche. Im Anschluss werden die Zähne auf Hochglanz poliert. Die etwa einstündige Prophylaxebehandlung, die übrigens nicht nur der Zahnschönheit, sondern vor allem auch der -gesundheit dient, kostet ­ je nach Aufwand ­ zwischen 60 und 125 Euro. Ergebnis: Die Zähne glänzen, sind sauber und heller.

Zusätzlich besteht oft die Möglichkeit, mit einem speziellen Pulverstrahlgerät auch noch die letzten hartnäckigen Verfärbungen aus Zahnzwischenräumen "wegzusprengen". Bei empfindlichen Zahnhälsen kann das allerdings manchmal unangenehm sein. Kosten pro Kiefer: rund 30 bis 45 Euro.

Jetzt glänzen die Zähne im natürlichen Original-Weiß. Nun kann man sich immer noch entscheiden: Weiter aufhellen ­ oder reicht es? Wenn es noch nicht reicht, bietet sich oft das Bleichen an.

Chemisch aufhellen

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Die Passgenauigkeit der Schiene ist maßgeblich für den Erfolg des Bleichens.

Beim Bleichen, auch "Bleaching" genannt, werden die Zähne chemisch aufgehellt (zum Beispiel mit Carbamid-Peroxid oder Wasserstoffperoxid). In den USA ist das Bleichen schon lange an der Tagesordnung. Und auch hiesige Zahnarztpraxen bieten diese Leistung immer häufiger an. Bleichen ist angesagt, wenn innere Ursachen ­ zum Beispiel altersbedingte Farbveränderungen oder die Einnahme spezieller Medikamente ­ für die störenden Schmelzverfärbungen verantwortlich sind.

Neben Bleaching-Methoden mit vergleichsweise hoch dosierten Bleichmitteln, die ausschließlich in der Praxis durchgeführt werden, bieten Zahnärzte häufig auch das "Home-Bleaching" an:

Zuerst wird von den Zähnen ein Abdruck genommen und anhand dieses Modells eine perfekt sitzende Gebissschiene aus Kunststoff hergestellt. Auf diese Schiene trägt der Patient ­ nach Anleitung durch den Zahnarzt ­ den Wirkstoff auf und setzt sie dann entweder am Tag oder über Nacht zu Hause ein. Der Wirkstoff durchwandert die Zähne und löst dabei die abgelagerten Farbpigmente aus dem Schmelz heraus. Abhängig vom Grad der gewünschten Auf- hellung kann die Behandlung zwei bis sechs Wochen dauern und muss vom Zahnarzt kontrolliert werden.

Voraussetzung für das Bleichen ist, dass Zähne und Zahnfleisch gesund sind und die aufhellenden Wirkstoffe vertragen. Bleiben zum Beispiel Stellen mit Karies unentdeckt, können die chemischen Substanzen in die Zahnstruktur eindringen und sie schädigen.

Die Farbe von Füllungen ändert sich beim Bleichen übrigens nicht. Das muss der Zahnarzt im Nachhinein möglicherweise korrigieren.

Die Zähne werden beim Bleaching um ein bis zwei Farbtöne heller. Der Effekt hält ­ je nach Ursache der Verfärbung ­ ein bis drei Jahre lang und lässt sich meist unkompliziert auffrischen. Für die Behandlung zahlt man pro Kiefer rund 200 Euro. Auch einzelne wurzelbehandelte "tote" Zähne können chemisch aufgehellt werden. Dazu füllt der Zahnarzt den Zahn von innen mit dem Bleichmittel. Kosten: etwa 80 Euro.

Tipp:

Auf jeden Fall sollten Sie die Finger von freiverkäuflichen Bleichmitteln lassen, die für die Anwendung zu Hause ­ ohne Kontrolle durch den Zahnarzt ­ angeboten werden. Sie enthalten zum Teil fragwürdige Inhaltsstoffe in genauso fragwürdiger Dosierung. Auch sind die mitgelieferten Gebissschienen oft nicht ausreichend passgenau.

Nebenwirkungen

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Die Bleichsubstanz wird ­ genau dosiert ­ auf die Gebissschiene aufgetragen.

Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass Bleichsubstanzen Zähnen, Zahnfleisch und Füllungen schaden ­ solange die Behandlung unter ärztlicher Kontrolle stattfindet.

Nebenwirkungen bei der Behandlung sind allerdings möglich, zum Beispiel Zahnfleischreizungen oder eine erhöhte Empfindlichkeit der Zahnhälse. Meist vergehen diese Missempfindungen aber schnell von selbst wieder.

Lieber verzichten

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Die mit dem Wirkstoff gefüllte Schiene wird meist über Nacht getragen.

Das Bleichen eignet sich allerdings nicht für jeden und in jedem Fall:

- Menschen mit schweren Krankheiten scheiden als Kandidaten aus.

- Wer allergisch auf Bestandteile des Bleichmittels oder der Kunststoffschiene reagiert, muss ebenfalls verzichten.

- Ebenso starke Raucher und Tabakkauer, da sie das Rauchen während der gesamten Behandlung lassen müssten.

- Bei bereits stark zerstörten oder stark gefüllten Zähnen macht die Bleichbehandlung keinen Sinn.

- Wer schon vor dem Bleichen an hypersensiblen Zahnoberflächen leidet, also beispielsweise bereits auf das Polieren der Zähne empfindlich reagiert, sollte lieber aufs Bleaching verzichten.

In diesen Fällen sind oft Veneers die Mittel der Wahl.

Veneers

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Ein Veneer (von englisch to veneer = verblenden) ist eine dünne Keramikverschalung, die individuell hergestellt und durch eine besondere Klebetechnik fest mit der Zahnfront verbunden wird. Mit Veneers lassen sich nicht nur verfärbte Zähne abdecken, sondern auch diverse Zahnfehlstellungen korrigieren. Den Zähnen geht es dabei allerdings an die Substanz. Sie müssen ­ wenn auch weit weniger als bei Herstellung einer Krone ­ angeschliffen werden.

Mit Veneers lassen sich superweiße Zahnfronten herstellen, völlig unabhängig von der Ursprungsfarbe der Zähne. Doch Achtung: Die neue Zahnfarbe muss mit den natürlichen Farbtönen des Gesichts harmonieren ­ mit Augen und Haaren, dem Ton der Lippen und der Haut. Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt beraten.

Für und wider

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Vorher ­ nachher: Mit Veneers lassen sich Zahnfarbe und -form verändern.

Diese Keramikverschalungen empfehlen sich besonders, wenn Bleichmittel aus gesundheitlichen Gründen tabu sind. Oder wenn sich Verfärbungen durch Bleichen nicht ausreichend beeinflussen lassen. Zum Beispiel bei wurzelbehandelten, sehr stark verfärbten Zähnen, die sich nicht mehr besonders häufig chemisch aufhellen lassen.

Wenn ein Zahn in seiner Substanz schon zu stark geschädigt ist, kann aber auch ein Veneer nicht mehr helfen.

Fachlich gut gemachte Veneers halten ­ obwohl nur einen halben Millimeter dünn ­ jahrelang allen normalen Belastungen stand. Auch auf den Biss in den Apfel muss niemand verzichten. Eine Risikogruppe sind allerdings diejenigen, die zu extrem hartem Aufeinanderbeißen, Bleistiftkauen oder nächtlichem Zähneknirschen neigen. Diese Angewohnheiten können die ansonsten gute Haltbarkeit von Veneers beeinträchtigen und den finanziellen Aufwand infrage stellen. Schließlich zahlt man für ein Veneer stolze 600 Euro.

Muss ein Veneer wieder entfernt werden, bleibt aufgrund der stabilen Befestigung kein anderer Weg, als das Keramikschälchen abzuschleifen. Anschließend muss der Zahn allerdings wieder mit einem Veneer oder einer Krone versorgt werden.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Zahnschmuck

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