Der Anlageskandal rund um die S & K Unternehmensgruppe beschert mehreren zehntausend Anlegern vermutlich schwere Verluste bis hin zum Totalverlust, siehe Meldung Geschlossene Immobilienfonds: S & K-Chefs in Haft vom 21.02.. test.de sagt, was Anleger tun können, um ihr Geld eventuell doch noch zu retten.
Schnell zum Fachanwalt
Betroffene sollten einen Anwalt einschalten. Das gilt für Anleger, die aus dem Verkauf von Lebensversicherungen noch Geld von der Asset Trust bekommen müssten, sowie für solche, die Anteile an geschlossenen Immobilienfonds bei der S & K Unternehmensgruppe, der DCM Deutsche Capital Management AG (DCM AG), der SHB Innovative Fondskonzepte AG aus Oberhaching bei München und anderen mit S & K verbundenen Unternehmen gezeichnet haben. Da die Sachlage kompliziert ist, kommt für die Prüfung von Schadenersatzansprüchen gegen Anbieter, Vermittler und Prospektherausgeber vor allem ein Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht infrage.
Verschiedene Ansprüche möglich
Anleger, die einen Anteil an dem Fonds „Deutsche S & K Sachwerte Nr. 2“ – seit November 2012 ist dieser Fonds auf der Finanztest-Warnliste – gezeichnet haben, können gegen den Anbieter United Investors Ansprüche aus Prospekthaftung geltend machen, erklärt Peter Mattil, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht. Ein Prospektherausgeber ist zur Prüfung aller Vertragspartner (in dem Fall S & K) und zur Aufklärung über alle Risiken verpflichtet. Außerdem seien Schadenersatzansprüche gegen Berater denkbar, wenn diese ihre Beratungspflichten verletzt haben. Auch gegen Treuhänder können Anleger Ersatzansprüche haben, da diese ebenfalls zur Risikoaufklärung verpflichtet sind. Schließlich können Anlegern Schadenersatzansprüche wegen Betrugs direkt gegen die in der S & K-Unternehmensgruppe Verantwortlichen zustehen.
Ansprüche verjähren nach drei Jahren
Schadensersatzansprüche gegen Verantwortliche verjähren drei Jahre ab Ende des Jahres, in dem Geschädigte von dem Betrug erfahren, sagt Rechtsanwalt Mattil. Auch Prospekthaftungsansprüche sind noch nicht verjährt. Trotzdem sollten Betroffene sich schnell einen in Anlagebetrugsfällen erfahrenen Anwalt suchen. Denn die wirtschaftliche Lage der Fonds ist unklar. Bei einer Insolvenz laufen betroffene Anleger Gefahr, trotz Schadenersatzansprüchen kein oder nur wenig Geld zurück zu bekommen.
Zugriff auf beschlagnahmtes Geld
Zur Sicherheit sollten Betroffene ihren Anwalt beauftragen, einen Arrest auf das von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmte Geld in Höhe von rund 100 Millionen Euro zu erwirken. Anleger können dann aus diesem Geld entschädigt werden, wenn sie ihren Schaden nachweisen können.
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