Risikolebensversicherungen: Risiko Leben
Wer Angehörige zu versorgen hat, sollte sie absichern. Mit einer Risikolebensversicherung ist das bezahlbar, aber es gibt große Preisunterschiede.
Verheiratet, ein bis zwei Kinder, eigene Immobilie – so sieht der klassische Kunde für die Risikolebensversicherung aus. Wer Angehörige für den Fall absichern muss, dass er stirbt, findet hier einen preisgünstigen Weg. Unverzichtbar ist diese Police zum Beispiel für den Alleinverdiener, dessen Ehefrau zu Hause die Kinder versorgt: Mit der Versicherungssumme kommt der Rest der Familie finanziell über die ersten Jahre hinweg, falls ihr Ernährer stirbt.
Das gilt erst recht, wenn die Hinterbliebenen kaum Rentenansprüche haben oder die eigenen vier Wände auf Kredit finanziert wurden.
Keinen Sinn macht dieser Vertrag hingegen für Singles, die weder Lebenspartner noch Kinder oder Erben absichern müssen. Dasselbe gilt für Senioren, die bereits Vermögen aufbauen konnten und deren Kinder auf eigenen Beinen stehen.
Für 100 oder 400 Euro
Attraktiv ist der Schutz auch deshalb, weil er für kleines Geld zu haben ist. Ein 30-Jähriger bekommt vom günstigsten Anbieter schon für 118,12 Euro Jahresbeitrag eine Police mit 150 000 Euro Versicherungssumme und 20 Jahren Laufzeit. Allerdings nur, wenn er Nichtraucher ist. Als Raucher beim teuersten Anbieter würde die gleiche Leistung nahezu das Vierfache kosten.
Der Preis sollte bei der Auswahl der richtigen Police die entscheidende Rolle spielen, denn bei den Leistungen gibt es kaum Unterschiede. Wie viel der Vertrag kostet, hängt vor allem ab von Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und besonderen Risiken wie Beruf oder Freizeitaktivitäten. Ein Beamter am Schreibtisch zahlt weniger als ein Zirkusdompteur, ein Nichtraucher weniger als ein Raucher, Frauen wegen der höheren Lebenserwartung weniger als Männer. Teurer wirds auch für Sportler wie Fallschirmspringer, Bergsteiger, Sporttaucher, Drachenflieger oder Hochseesegler.
Auch nach Motorradfahrern wird im Antragsformular gefahndet. Wer sich erst nach Vertragsabschluss zum Kauf eines Bikes entschließt, muss dies melden.
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Im Antrag nicht schummeln
Bei bestimmten Vorerkrankungen verlangen die Gesellschaften in der Regel einen Preisaufschlag oder schließen das betreffende Leiden vom Versicherungsschutz aus. Andere nehmen den Vertrag gar nicht erst an. Dennoch sollten Fragen nach der Gesundheit im Antragsformular unbedingt wahrheitsgemäß beantwortet werden. Das gilt auch für länger zurückliegende und ausgeheilte Krankheiten. Wer hier schummelt, riskiert, dass die Versicherung im Todesfall nicht zahlen muss. Die Angehörigen erhalten dann nur die eingezahlten Beiträge.
Tipp: Wenn Sie später die Versicherungssumme heraufsetzen wollen, zum Beispiel wegen der Geburt eines Kindes, geht das nur ohne erneute Gesundheitsprüfung, wenn der Vertrag die Nachversicherungsmöglichkeit vorsieht.
Die Versicherungssumme sollte sich am individuellen Bedarf orientieren, zum Beispiel an dem Betrag, der erforderlich wäre, um nach dem Tod von Hausfrau oder Hausmann eine Haushaltshilfe einzustellen, die auch die Kinder versorgt. Bei besonders hohen Summen geben sich einige Gesellschaften nicht mit den Gesundheitsfragen im Antrag zufrieden, sondern verlangen von Neukunden ein ärztliches Attest.
Es reicht meist, den Vertrag bis zum 50. oder 55. Lebensjahr abzuschließen. Dann sind die Kinder aus dem Gröbsten heraus, ist das Haus größenteils abbezahlt oder ist sogar Vermögen aufgebaut. Wer die Police schon vorher nicht mehr braucht, kann sie zum Ablauf des Versicherungsjahrs kündigen. Es beginnt meist mit dem Datum, an dem der Versicherungsschein ausgestellt wurde.
Achtung: Viele Vertreter versuchen, den Kunden zum Abschluss einer Kapitallebensversicherung zu überreden. Ihr Argument: Die Risikoleben zahlt nur, wenn der Versicherte während der Vertragslaufzeit stirbt. Überlebt er den Ablauftermin, sind alle eingezahlten Beiträge verloren. Aus der Kapitallebenspolice hingegen gibt es in jedem Fall Geld.
Stimmt so nicht: Denn die Kapitalvariante ist nichts anderes als eine Risikolebensversicherung mit angehängtem Sparplan. Auch dort wird ein Teil der Beiträge gar nicht erst angelegt, sondern fließt gleich in die Risikovorsorge. Wer sparen will, wählt dafür besser andere Anlageformen. Zumal die Prämien für die Kapitallebensversicherung häufig das Zehnfache einer Risikolebenspolice kosten. Und verloren sind die Beiträge für die Risikolebensversicherung nicht, weil es dafür Versicherungsschutz gibt.
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