13.11.2007

Riester-Rentenversicherungen: Gut für treue Sparer

Riester-Rentenversicherungen Test

Die klassische Riesterrente verlangt Disziplin von den Sparern. Wer sie mitbringt, kann sich eine gute Zusatzrente ansparen. Bei der Auswahl des Vertrages sollte er sorgfältig vorgehen. Finanztest nennt die besten.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Riester-Rentenversicherung

Zwei Tarife sind „sehr gut“

Riester-Rentenversicherungen sind die am besten verkauften Verträge der staatlich geförderten Altersvorsorge. Mehr als 5,5 Millionen Kunden haben inzwischen eine klassische Riester-Rentenversicherung. Klassisch meint, die Sparer erhalten eine Zinsgarantie von 2,25 Prozent auf den Sparanteil im Beitrag. Und ihr Geld fließt überwiegend in sichere Kapitalanlagen. Finanztest hat 35 dieser Verträge genau untersucht und miteinander verglichen. Zwei haben mit dem Qualitätsurteil „sehr gut“ und acht mit „gut“ abgeschnitten.

Gleiche Rente für Mann und Frau

Testsieger sind die Angebote von CosmosDirekt und HanseMerkur. Beide überzeugen besonders mit ihrer Rentenzusage, die mit 50 Prozent Gewicht ins Qualitätsurteil einging. Für Riester-Produkte hat der Gesetzgeber Unisex-Tarife vorgegeben. Das heißt zwischen Männern und Frauen gibt es beim Ansparen und der Auszahlung keine Unterschiede.

Unterschiede bei garantierter Rente

Als Beispiel haben die Tester einen Riester-Sparer ohne Kinder gewählt, der Ende dieses Jahres seinen 40. Geburtstag feiert. Brutto verdient er im Jahr 30 000 Euro. Für 2007 zahlt er einen Jahreseigenbeitrag von 786 Euro. Dafür bekommt er 114 Euro Grundzulage. Diese Zulage ist der staatliche Zuschuss, den er auf Antrag bekommt. Von Jahr 2008 an spart er immer 1 046 Euro jährlich, dazu kommen 154 Euro Zulage. Ab 65 Jahren will der Modellkunde die lebenslange Rente beziehen. Trotz standardisiertem Modellfall bieten ihm die Versicherer eine ganz unterschied­lich garantierte Rente. Die Zulagen eingerechnet lagen die Rentenzusagen zwischen monatlich 159 Euro und nur 130 Euro. Die CosmosDirekt kam auf 151 Euro, die HanseMerkur auf 152 Euro.

Überschüsse kommen dazu

Im Gegensatz zur garantierten Rente sind die zusätzlichen Anteile aus Überschüssen dem Kunden nicht sicher. Diese Überschüsse hängen weitgehend vom Erfolg des Versicherers am Kapitalmarkt ab. Bewertet haben die Tester, wie viel eine Gesellschaft mit Guthaben, das den Sparern zuzurechnen ist, in den vergangenen drei Jahren erwirtschaftet hat. Die beiden Testsieger bekamen für ihren Anlageerfolg ein „gut“. Spitzenreiter hier ist die Debeka mit einer Rendite von durchschnittlich 5,8 Prozent pro Jahr. Dagegen brachte es die Itzehoer nur auf 4 Prozent. Im Alter bringen solche Differenzen richtig Geld. Die Debeka prognostiziert dem Modellkunden mit 215 Euro Gesamtrente plausibel 50 Prozent Aufschlag auf die Garantierente inklusive staatlicher Zulagen. Die Itzehoer dürfte das nach Betrachtung der vergangenen drei Jahre bei weitem nicht erreichen.

Ein unflexibles Produkt

Die Riester-Rentenversicherung braucht den disziplinierten Sparer. Denn die Kunden lassen sich oft mit Vertragsschluss auf hohe Abschlusskosten für den Vermittler ein. Einen vorzeitigen Ausstieg oder Umstieg zu einem anderen Anbieter müssen sie teuer bezahlen. Diese Kosten werden nämlich oft nur über die ersten fünf Jahre verteilt in voller Höhe von den Kundenbeiträgen abgezogen. Wer wechselt, hat viel zu viel für Kosten ausgegeben. Wer dagegen bis zum Ende der Vertragslaufzeit durchhält, kann bei „sehr guten“ und mit Abstrichen bei „guten“ Angeboten eine attraktive Zusatzrente bekommen.

Kunden werden nicht nach Wunsch beraten

Testkunden haben bei verdeckten Erhebungen festgestellt, dass die Angaben der Anbieter teilweise sehr unübersichtlich sind und mit den Kundenwünschen nicht übereinstimmen. Häufig sind ihnen trotz ihres ausdrücklichen Wunsches, keine Fondsinvestments abzuschließen, genau diese angeboten worden.

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