Produktfinder Handys und Smartphones: Die besten Mobiltelefone
26.04.2012
Touchscreen, Internet, Apps: iPhone und Nachahmer beherrschen den Handy-Markt. Klassische Multimediahandys führen nur noch eine Randexistenz. Der Produktfinder Handys liefert Testergebnisse, Preise und Ausstattungsdetails zu 84 Smartphones und 15 Multimediahandys. Das aktuelle Update bringt 21 Smartphones. Mit dabei: das Riesenhandy Samsung Galaxy Note.
Alle Testergebnisse für Sie
Die Stiftung Warentest testet regelmäßig Handys. Dieser Produktfinder stellt alle seit Anfang 2011 getesteten Geräte vor: Mit Fotos, Preisen, Testergebnissen und Ausstattungsmerkmalen. Hier finden Sie Ihr Modell. Alle Basisinformationen sind kostenlos. Nur für Testergebnisse müssen Sie bezahlen. Hier geht es direkt zu den Ergebnistabellen: Alle Handys zeigen
Neue Smartphones, neue Prüfungen im Update
Seit dem 26. April neu im Produktfinder: 21 Smartphones. Dabei ist auch das Riesenhandy Samsung Galaxy Note mit einer Displaydiagonale von sage und schreibe 13,4 Zentimetern (5,3 Zoll). Sechs weitere haben immerhin Bilddiagonalen über 10 Zentimeter, darunter das Motorola Razr (XT910). Außerdem dabei: Nokias erste Windows-Phone-Handys, das Lumia 710 und das Lumia 800 – jetzt mit ausführlichen Testergebnissen. Achtung: Mit diesem Update haben wir auch den Test überarbeitet. Besonders im Bereich Synchronisation und Backup und bei der Navigationsfunktion sind neue Prüfungen hinzugekommen. Und in vielen anderen Punkten sind die Bewertungen jetzt etwas strenger. Darum sind die Testergebnisse, die seit April 2012 hinzukommen, nicht mehr direkt mit den älteren vergleichbar. In den Ergebnistabellen sind die Ergebnisse aus dem neu überarbeiteten Test klar von von den älteren getrennt.
Touchscreen inzwischen Mainstream
Die meisten Smartphones folgen dem Vorbild von Apple. Zumindest äußerlich: Die Steuerung erfolgt über einen großen berührungsempfindlichen Bildschirm, den Touchscreen. Aktuelle Modelle nutzen kapazitive Touchscreens. Die reagieren flott auf Fingereingaben und verstehen in der Regel auch Gesten mit mehreren Fingern („Multitouch“). Das bringt Vorteile. Beispiel: Beim Surfen lassen sich die dargestellten Websites einfacher zoomen. Nur wenige ältere Modelle nutzen noch resistive Touchscreens. Die reagieren zäher und unterstützen kein Multitouch. Um Texte einzugeben, blenden moderne Smartphones meist eine virtuelle Tastatur auf dem Display ein. Nur wenige aktuelle Geräte folgen noch dem klassischen Smartphone-Design mit richtigen Buchstabentasten. Bei den Geräten im Produktfinder sind das vor allem die Blackberry-Geräte des Smartphone-Pioniers Research in Motion (RIM)
(Handys mit physischer Buchstabentastatur).
Smartphones für jeden Geldbeutel
Wer sich heute ein schlaues Internethandy anschaffen möchte, hat die Qual der Wahl. Positiv: Die Geräte sind längst nicht mehr so teuer wie zu Zeiten, als das iPhone praktisch das einzige Smartphone für Privatanwender war. Zwar kosten auch die Luxusmodelle der Konkurrenz beim Marktstart gern über 600 Euro. Doch die Preise für Handys sinken schnell. Und es gibt inzwischen auch Einsteiger-Smartphones, die von Anfang an für unter 300 Euro zu haben sind. Doch der Preis ist nicht das einzige Kaufkriterium. Viele wichtige Unterschiede zeigen sich erst im Test: Längst nicht alle eignen sich gut zum Surfen. Wirklich gute Kameras sind Mangelware. Manche Handys bringen schlechte Kopfhörer mit oder haben gar mit Störgeräuschen zu kämpfen. Einige vertragen keinen Regen. Wer weiß, was er von seinem Handy erwartet, kann die Auswahl über den Produktfinder eingrenzen – über die Ausstattungsmerkmale. Das funktioniert jeweils kostenlos entweder über die Gesamttabelle der getesteten Handys oder die erweiterte Suche.
Eine Frage des Systems
Eine wichtige Vorentscheidung bei der Suche nach dem passenden Smartphone fällt durch die Wahl des Betriebssystems. Momentan konkurrieren auf dem europäischen Markt sechs Systeme um die Gunst der Käufer: Die Betriebssysteme im Überblick. Ein wichtiger Unterschied ist die Zahl der verfügbaren Zusatzprogramme, der Apps: Für das iPhone-Betriebssystem iOS gibt es über 400 000, für das Google-System Android immerhin weit über 200 000 Apps. Für die anderen Systeme sind es längst nicht so viele (mehr Informationen im Test von App-Stores, dessen Ergebnisse Sie übrigens beim Kauf des gesamten Produktfinders Handys ebenfalls erhalten). Weiterer Unterschied bei den Betriebssystemen: Es gibt eher offene wie Android und Symbian und geschlossenere wie iOS und Windows Phone. Letztere setzen ihren Nutzern enge Grenzen: Apps gibt es nur aus einer einzigen Quelle, der interne Speicher ist nicht mit Speicherkarten erweiterbar, und zum Datenaustausch mit dem PC sind spezielle Programme nötig. Innerhalb dieser Grenzen ist das Leben besonders für Einsteiger oft einfacher und sicherer. Technisch versiertere Nutzer schätzen es dagegen, dass sie etwa ein Android-Handy am Rechner einfach als USB-Laufwerk anmelden können und dass sie Apps darauf auch aus anderen Quellen installieren können als nur dem App-Shop eines einzigen Anbieters.
Bildschirmgröße, Akkuleistung, Antennenprobleme
Besonders flüssig geht das Surfen im Internet auf den großen und hochauflösenden Touchscreens von Edelsmartphones wie dem Apple iPhone 4S, dem HTC Titan oder dem Samsung Galaxy Nexus. Doch dieser Surfspaß hat seinen Preis. Zum einen im Wortsinn: Solche Geräte sind relativ teuer. Aber auch im übertragenen Sinn: Zumindest einige von ihnen sind recht schwer und sperrig. Ein extremes Beispiel ist das Samsung Galaxy Note: Auf seinem Riesendisplay lässt sich ganz prima surfen. Doch mit 175 Gramm und 14,7 mal 8,4 mal 1 Zentimeter sprengt es schon fast die Grenze zum Tablet-Rechner. Hier muss jeder Nutzer abwägen: Welcher Kompromiss von Preis, Displaygröße und Tragekomfort ist für mich der beste? Ein weiterer Nachteil besonders großer Bildschirme: Sie verbrauchen mehr Strom. Nicht immer sind die Akkus großer Smartphones dem gewachsen. Bei den Akkulaufzeiten im Surfbetrieb zeigen sich im Test erhebliche Unterschiede (Handys mit großem Display). Neben immer größeren Displays geht der Trend bei Edel-Smartphones auch zu immer flacheren Bauformen. Die Entwickler müssen dabei immer aufwendigere Technik in immer flachere Gehäuse quetschen. Zuweilen scheint das zu Antenneproblemen zu führen: Bei etlichen aktuellen Smartphones bricht die Funkleistung ein, wenn der Nutzer an einer bestimmten Stelle berührt.
Kamera und Musikspieler
Die Werbung prahlt oft mit hohen Pixelzahlen der eingebauten Kameras. Davon sollten sich Handykäufer nicht beeindrucken lassen: Die Auflösung in Megapixel sagt noch nichts über die Bildqualität einer Kamera. Die hängt viel stärker von der Qualität der Optik ab. Das gilt für Handykameras genauso wie für reine Fotoapparate. Nur wenige Handys haben richtig gute Kameras. Viele schwächeln bei der Videoqualität, oder sie haben eine zu lange Auslöseverzögerung. Bei der Klangqualität der Musikspielerfunktion ist oft der mitgelieferte Kopfhörer das schwächste Glied. Diese Schwäche lässt sich meist ausgleichen: Die meisten Handys besitzen einen 3,5mm-Standard-Kopfhöreranschluss – ein schwacher mitgelieferter Kopfhörer lässt sich so leicht durch einen besseren ersetzen. Seltener ist auch die Klangqualität des Handys selbst dürftig. Der Kopfhörerausgang des Samsung Galaxy 550 zum Beispiel bringt Störgeräusche. Die lassen sich auch mit den besten Kopfhörern nicht beseitigen. Manche günstigeren Einsteigergeräte wie das HTC Explorer oder das Samsung Galaxy Y werden ganz ohne Kopfhörer ausgeliefert. Das fließt negativ in die Note für den Klang ein.
Navigieren mit und ohne Datenverbindung
Alle geprüften Smartphones verfügen über einen Empfänger für das Satelliten-Ortungssystem GPS. Doch längst nicht alle bringen schon ab Werk Software zum Navigieren mit. Oft ist nur eine reine Kartensoftware installiert. Die hilft zwar bei der Orientierung, bietet aber keine Routenführung mit Sprachansagen. Für Android-Handys ab der Systemversion 2.1 gibt es die Navigationssoftware Google Maps Navigation. Die ist meist schon vorinstalliert. Sonst lässt sie sich gratis nachladen. Google Maps weist jedoch eine wichtige Einschränkung auf: Es handelt sich um eine Offboard-Navigation. Das heißt, das Kartenmaterial ist nicht auf dem Handy gespeichert, sondern lädt sich bei Bedarf von Großrechnern des Anbieters. So entsteht ständig Datenverkehr. Mit dem passenden Datentarif ist das im Inland kein Problem. Im Ausland allerdings ist eine solche Lösung wegen sehr hoher Onlinekosten kaum sinnvoll einsetzbar. Anders ist das bei „richtigen“ Onboard-Navigationsprogrammen. Hier lässt sich das Kartenmaterial auf dem Handy speichern. Das Navigieren klappt auch ohne Datenverbindung. Symbian-Handys von Nokia bringen ein solches vollwertiges Navigationsprogramm schon mit (Handys mit Onboard-Navigation). Auch für die ersten Windows-Phone-Handys von Nokia, das Lumia 710 und das Lumia 800, gibt es inzwischen ein Update, mit dem die vorinstallierte Navigations-App auch ohne Datenverbindung funktioniert. Besitzer anderer Geräte müssen solche Programme nachkaufen. Je nach Anbieter und Kartenmaterial kosten sie zwischen 30 und über 100 Euro.
Neue Extras für Luxus-Smartphones
Telefonieren, Mailen, Surfen – all das klappt auch mit vielen Mittelklasse-Smartphone ordentlich. Und so setzen manche Anbieter auf neue Extras, um ihre höherpreisigen Geräte von der Konkurrenz abzuheben. Ein prominentes Beispiel ist die sprachgesteuerte Assistentenfunktion „Siri“, die Apple seinem neuen iPhone 4S verpasst hat – nicht aber dem ebenfalls noch erhältlichen Vorgängermodell iPhone 4. Anders als einfacher gestrickte Sprachsteuerungen, wie sie bei Handys schon länger üblich sind, hört Siri nicht nur auf vorgegebene Kommandos, sondern analysiert Nutzeranfragen inhaltlich, um mithilfe von Online-Diensten wie Wolfram Alpha Antworten zu finden. Das funktioniert derzeit allerdings auf Englisch noch deutlich besser als auf Deutsch. Etwas obskurer fällt das Alleinstellungsmerkmal aus, das HTC seinem Evo 3D und LG dem Optimus 3D verpassen: Beide Geräte haben stereoskopische Kameras und Displays. Damit können sie dreidimensionale Fotos und Videos machen und darstellen. Das funktioniert zwar, doch bleibt der Sinn dieser Innovation etwas unklar.
Multimediahandys für Minimalisten
Nicht jeder braucht all die tollen Internetfunktionen moderner Smartphones. Wer einfach nur telefonieren möchte, findet vielleicht das passende Gerät unter den 15 klassischen Multimediahandys im Produktfinder. Die haben zwar keine überzeugenden Kameras. Doch gut telefonieren lässt sich mit den meisten von ihnen schon. Auch überzeugen die meisten mit guten Akkulaufzeiten.
Falltrommel und Regentest
Die Stabilität der Handys prüft die Stiftung Warentest unter anderem durch Fall- und Regentests. In der Falltrommel muss jedes Handy 50 Stürze aus 80 Zentimeter Höhe überstehen. Bis auf die eine oder andere Schramme überstanden alle diesen Test ohne Totalausfall. Anders beim Regentest: Der simuliert einen fünfminütigen Schauer. Zwei der etwas teureren Smartphones verkrafteten das nicht: Nach der Beregnung funktionierten sie auch nach einer angemessenen Trocknungszeit nicht mehr. Das führt zu schlechten Noten für die Stabilität, das Qualitätsurteil wird entsprechend abgewertet.
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