Die Preisunterschiede bei Mietwagen sind teilweise enorm. So kann ein Auto der Golf-Klasse pro Woche 211, aber auch fast 495 Euro kosten. Im Internet bucht man meist günstiger.
Die deutschen Autovermieter sind alarmiert. Mit der britischen Firma Easycar droht der Branche, die sich ohnehin vom Preiskampf gebeutelt sieht, eine neue Billigkonkurrenz. Laut Handelsblatt will die Easygroup „vielleicht schon 2003“ in Deutschland starten.
Doch auch ohne den britischen Billigheimer liegen die Mietwagentarife weit auseinander. Wer beispielsweise eine Tagestour vorhat, bekommt ein Auto der Golfklasse schon für 55 Euro. Er kann aber auch 124 Euro dafür bezahlen.
Bei der Wochenendmiete liegt die Preisspanne zwischen 101 und 160 Euro und die Wochentarife schwanken zwischen 211 und 495 Euro. Der Vergleich lohnt also, doch muss dabei unbedingt auf die im Preis enthaltene Kilometerleistung geachtet werden.
Vor allem bei Tages- und Wochenmieten spielt die Kilometerbegrenzung eine wichtige Rolle. So könnte ein günstiger Tagestarif, der nur 250 Kilometer enthält, bei längeren Strecken teuer werden. Denn jeder Zusatzkilometer kostet extra. Je nach Anbieter und Tarif werden zwischen 7 und 36 Cent pro Kilometer berechnet. Wer einen Tarif mit unbegrenzter Fahrleistung bucht, kann sich den nervösen Blick zum Kilometerzähler sparen. Und das muss nicht einmal teurer sein, wie einige Tarife von Avis, Hertz, Holiday Autos und Sunny Cars zeigen.
Wir haben bei zwölf Autovermietern jeweils drei Tarife (Tag, Wochenende, Woche) für einen Wagen der Golfklasse erhoben, zum einen über das Internet und zum anderen telefonisch bei der Buchungszentrale.
Die Bedingungen wurden, wenn möglich, immer gleich gewählt, Mietzeit war März 2002, Mietstation der Flughafen Tegel in Berlin (Ausnahmen siehe Tabelle „Preisvergleich Mietwagen“). Es musste immer eine Vollkaskoversicherung enthalten sein. Damit ist der Mieter auch bei einem selbst verschuldeten Unfall abgesichert. Allerdings wird er im Schadensfall meist mit 550 Euro zur Kasse gebeten. Bei Budget ist die Selbstbeteiligung höher, bei Europcar und Sunny Cars niedriger. Holiday Autos übernimmt sogar den gesamten Schaden, verlangt also keine Selbstbeteiligung.
Preislisten, die für die gesamte Saison gelten, werden – Airlines und Fährreedereien haben es vorgemacht – auch bei den Autovermietern immer seltener. Stattdessen berechnen die Firmen für jede Anfrage einen individuellen Tarif, was den Preisvergleich erheblich erschwert. Bei den großen Mietwagenfirmen lohnt ein Klick ins Internet, denn Selbstbucher bekommen dort meist günstigere Preise. Anders bei Alamo: Dort ist die Wochenmiete des deutschen Reservierungsbüros wesentlich niedriger als die Angebote der amerikanischen Zentrale im Internet. Auch CC-Raule hat am Telefon oft günstigere Preise, beim Wochentarif spart der Anrufer sogar 100 Euro.
Wer im Internet bucht, muss teilweise genau hinsehen. So könnte der Nutzer sich beispielsweise bei Europcar von dem günstigen Tagespreis täuschen lassen. Der wird – deutlich hervorgehoben – mit 54 Euro angegeben. Das ist aber kein Endpreis, denn es kommen noch eine Servicepauschale von 8,10 Euro und die Vollkaskoversicherung hinzu. Macht zusammen 87,10 Euro. Bei Hertz und Avis muss der preisbewusste Kunde unbedingt auf Internet-Specials beziehungsweise Sonderangebote klicken. Die normale Buchung ist meist deutlich teurer.
Erst einmal online Preise vergleichen
Einfach und günstig ist die Order über Mietwagenmarkt.de. Dieser Anbieter vergleicht die Preise großer überregionaler Vermieter und offeriert eine Preisliste, über die ein passendes Angebot online gebucht werden kann. Da es sich um speziell ausgehandelte Preise handelt, ist Mietewagenmarkt.de oft billiger als der Originalanbieter. In unserem Fall war die Tagesmiete bei Budget mit 55 Euro am günstigsten. Bucht man direkt bei Budget, werden unter den gleichen Bedingungen 89,70 Euro fällig.
Das vom Bundesverband der Autovermieter betriebene Portal Deutscheauto vermieter.de nennt lokale Mitgliedsbetriebe, die online oder telefonisch angefragt werden können. Wir hatten uns für die Berliner Firma Karolewitcz entschieden, die dann mit günstigen Konditionen aufwarten konnte. Laut Bundesverband bieten lokale Vermieter häufig Extras wie Winterreifen, Schneeketten oder Kindersitze ohne Aufpreis. Bei den großen Vermietern können diese Positionen den Mietpreis deutlich erhöhen.
ADAC-Mitglieder und Bahncard-Besitzer bekommen bei einigen Unternehmen Sonderkonditionen. Die müssen aber nicht unbedingt am billigsten sein. Deshalb auch hier vorher vergleichen.
Unumgänglich ist das für diejenigen, die ihr Auto nach einem unverschuldeten Unfall nicht nutzen können. Sie haben Anspruch auf einen Mietwagen, der von der gegnerischen Haftpflichtversicherung bezahlt wird. Allerdings nicht zu jedem Preis. Der Geschädigte muss sich zumindest nach günstigen Tarifen erkundigen. Außerdem ziehen die Versicherungen 15 bis 20 Prozent für „ersparte Eigenkosten“ ab.
Anspruch auf einen Ersatzwagen hat jedoch nur, wer mindestens 25 bis 30 Kilometer pro Tag fährt. Bei kürzeren Strecken sind Taxis billiger. Der Geschädigte kann sich aber auch pauschal abfinden lassen. Wer auf den Ersatzwagen verzichtet, bekommt – je nach Fahrzeugklasse – zwischen 27 und 99 Euro pro Tag.
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