04.01.2013

Pflege­versicherung: Mehr Hilfe für Demenz­kranke

Pflegeversicherung Meldung

Seit 1. Januar erhalten Demenz­kranke etwas mehr Leistung aus der Pflege­versicherung. Dafür steigt der Beitrag. test.de erklärt, was sich konkret ändert. Es gibt auch schon erste Angebote für staatlich geförderte Zusatz­versicherungen – die neuen Angebote für „Pflege-Bahr“-Produkte hat Finanztest bereits unter die Lupe genommen.

Anspruch auch bei Pfle­gestufe 0

Erst­mals haben Demenz­kranke ohne körperlichen Pflegebedarf (Pfle­gestufe 0) Anspruch auf ein Pflegegeld. Wer zuhause von Angehörigen betreut wird, erhält 120 Euro monatlich. Für die Betreuung durch einen professionellen Pflege­dienst (Sach­leistung) zahlt die Pflegekasse bis zu 225 Euro monatlich.

Mehr­leistung in den höheren Pfle­gestufen

Auch in den Pfle­gestufen I und II erhalten Pflegebedürftige mit Demenz etwas höhere Leistungen. In Pfle­gestufe I erhöht sich der Zuschuss um 70 Euro auf 305 Euro im Monat, die Sach­leistung steigt um 215 Euro auf 665 Euro im Monat. Demenz­kranke in Pfle­gestufe II erhalten monatlich 525 Euro und damit 85 Euro mehr als bisher. Alternativ können sie 1 250 Euro Pflegesach­leistungen abrufen – 150 Euro mehr als bisher. Für Pflegebedürftige der Stufe III verbessert sich nichts.

Betreuungs­zuschuss von bis zu 200 Euro

Zusätzlich erhalten Demenz­kranke und psychisch Kranke, die im Alltag nicht mehr allein klar­kommen einen Zuschuss. Dieser ist unabhängig von ihrer Pfle­gestufe und beträgt 100 oder 200 Euro im Monat für professionelle Betreuung zuhause oder zum Beispiel in einer Kurz­zeit­pfle­geeinrichtung.

Hilfe für die Pflege-Auszeit

Brauchen pflegende Angehörige eine Pause, etwa weil sie krank sind oder Urlaub machen, bezahlt die Pflegekasse bis zu vier Wochen eine Ersatz­pflege. Ab 2013 über­weist sie für diese Zeit zusätzlich die Hälfte des Pflegegeldes.

Beitrag für gesetzlich Versicherte steigt

Der Beitrags­satz für gesetzlich Versicherte steigt von 1,95 auf 2,05 Prozent des Monats­brutto­einkommens. Kinder­lose zahlen 2,3 Prozent statt bisher 2,2. Bei einem Monats­einkommen von 4 000 Euro oder mehr bedeutet dies eine Beitrags­erhöhung um 3,94 Euro im Monat.

Tipp: Viele weitere Informationen für pflegende Angehörige finden Sie im Beitrag: Kraft geben, Kraft tanken aus test 1/2013 sowie im Themenpaket Pflege. Und die neuen Angebote von „Pflege-Bahr“-Produkten hat Finanztest schon unter die Lupe genommen.

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