Alle Welt schreibt und spielt am Computer. Oder rückt den Urlaub ins rechte Bild. Doch welcher PC bringt wem am meisten? Reichen 500 Euro oder müssen es 1 000 sein?
Computerkauf gleich Hindernislauf: Statt voller Regale finden sich in großen Technikmärkten derzeit oft nur geschrumpfte Bestände. Die angebotenen Modelle sind manchmal veraltet, nur wenige sind vorrätig. Auskunftsfreudige, kompetente Fachverkäufer scheinen ebenfalls Mangelware zu sein: „Bestellen Sie doch einfach im Internet!“, hörten wir genauso wie den Hinweis: „Wenn Sie Beratung brauchen, gehen Sie zur Information.“ Dabei ist gerade für Einsteiger oder wenig versierte Nutzer guter Rat Gold wert.
Was bekomme ich für welchen Preis?
Wir haben zwölf Computer eingekauft, darunter vier für rund 500 Euro das Stück und acht für jeweils etwa 1 000 Euro. Von der günstigeren Variante erwarteten wir solide technische Daten, die den Ansprüchen zur Textverarbeitung und zum Internetsurfen genügen. Auch einfache Spiele sollten diesen Geräten keine Probleme bereiten. Die empfehlenswerte Mindestausstattung: DVD-Laufwerk, CD-Brenner und Windows XP als Betriebssystem. Die teureren Modelle mussten mehr bieten. Neben schnelleren Prozessoren sollten DVD-Brenner, eine gute Grafikkarte, Firewire und ein digitaler Signalausgang für einen Flachbildschirm (DVI) dabei sein. Bewertet wurden auch Stromverbrauch, Handhabung und Geräuschkulisse.
Gleich zwei Geräte fielen im ersten Testversuch aus: Ein Fujitsu Siemens schaltete sich nach 15 Minuten immer wieder ab, ein Packard Bell startete zunächst gar nicht. Hier besonders ärgerlich: Da keine Recovery-CD beilag – sie versetzt den Computer wieder in den technischen Zustand wie bei der Auslieferung – und der PC sich nicht hochfahren ließ, konnte die Software nicht installiert werden. Der Umtausch war aber kein Problem und die nachfolgend eingekauften Modelle absolvierten den Test routinemäßig, deshalb gab es für den Patzer keinen Punktabzug.
Teuer lohnt sich nicht für jeden
Schnelle Computer sind gute Computer. Doch hochgerüstete Modelle lohnen sich nicht für jeden. Die günstigen PCs im Test können trotz ihres „befriedigenden“ Urteils in der Rechenleistung die wichtigsten Ansprüche vieler Nutzer erfüllen. Nur die Fans aufwendiger 3D-Spiele werden an ihnen verzweifeln. Der Packard Bell iXtreme 1623 schnitt bei den preiswerten Geräten am besten ab. Für 485 Euro bekommt der Nutzer einen sehr leisen PC, der sich gut für Büroanwendungen eignet: mit einem recht schnellen Prozessor und 128 Megabyte Grafikspeicher.
In der Gruppe der teureren Computer sticht der Hewlett Packard Pavilion mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis heraus. Im Durchschnitt satte 150 Euro günstiger als die Konkurrenz bietet dieses Gerät mehr als mancher vergleichbare PC: Firewire-Anschluss, Modem, einen Kartenleser für Fotofans, die lieber eine Speicherkarte in den Computer schieben wollen, als ihre Digitalkamera anzustöpseln, TV-Karte, DVI-Ausgang und 256 Megabyte Grafikspeicher. Auch im Stromverbrauch kann sich der Hewlett Packard sehen lassen. Mit 98 Watt im Betrieb ist er eines der drei sparsamsten Modelle in seiner Kategorie. Sony Vaio und Maxdata MX bieten auch Lautsprecher inklusive, Dell Dimension sogar qualitativ gute. Die einzige Funktatastur und Funkmaus gibt es beim Fujitsu Siemens.
Kaum Standard-Software dabei
Weise ist, wer die Software-CDs seines alten Rechners aufgehoben hat. Die darf er auf dem neuen PC installieren. Bei den neu gekauften Geräten ist teure Software nämlich Mangelware. Keins der getesteten Modelle bot zum Beispiel Word von Microsoft. Stattdessen gabs mal die abgespeckte Version Works 7.0 oder die Microsoft-Office Alternative Star Office plus Mal-, Bildbearbeitungs- oder Videoprogramme und Antivirensoftware im Paket.
Bilder und Spiele für Anspruchsvolle
Bei den grafischen Herausforderungen scheiden sich teure von günstigen Modellen. Um große Bilddateien oder Videos zu bearbeiten, wird ein schneller Prozessor gebraucht und für 3D-Spiele eine leistungsfähige Grafikkarte. Im Test erreichten hier Dell Dimension, Hewlett Packard und Fujitsu Siemens die besten Ergebnisse: Anspruchsvolle, dreidimensionale Spiele kamen ruckelfrei auf den Bildschirm. Dagegen hatten Maxdata MX und Terra Orbis M Silentium damit Probleme.
Mehr Leistung braucht aber auch mehr Strom: Im Vergleich zum letzten Test (10/03) ist der Stromverbrauch der Geräte deutlich angestiegen. Lag er im Test des vergangenen Jahres noch oft um 70 Watt, schaffte das im aktuellen Test keiner der 1000-Euro-Computer: Fünf der acht Modelle kamen sogar auf mehr als 110 Watt. Negativer Spitzenreiter ist der Fujitsu Siemens mit stolzen 142 Watt. Ursache sind die schnelleren Prozessoren und die vielen Komponenten in den Geräten. Bei den 500-Euro-Computern verbrauchte nur der Microstar Professional Celeron über 100 Watt.
Viele Geräte fressen schon im Stand-by zu viel Strom. Ist kein separater Ausschalter am Rechner vorhanden (meist versteckt er sich an der Rückseite), kann eine abschaltbare Steckerleiste dafür sorgen, dass der PC auch wirklich Feierabend hat.
Tipp: Wer mit diesem test-Heft zum Einkaufen geht, sollte neben dem Produktnamen auch die Ausstattung genau im Blick behalten. Wegen des schnellen Modellwechsels könnten nicht mehr alle geprüften Geräteversionen zu haben sein.
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