Wieder auf oder für immer zu? Für drei offene Immobilienfonds beginnt jetzt die entscheidende Phase: CS Euroreal, KanAm grundinvest und SEB ImmoInvest nehmen zurzeit keine Anteile zurück. Die Frist, bis zu der sie wieder öffnen müssen, endet im Mai. Sonst müssen die Fonds, die zusammen rund 16 Milliarden Euro verwalten, abgewickelt werden.
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3 Milliarden Euro reichen nicht
Für Anleger kam die Hiobsbotschaft kurz vor Weihnachten. Anstatt wie ursprünglich vorgesehen noch im alten Jahr wieder zu öffnen, bleiben die Fonds weiter geschlossen - und das, obwohl sie teilweise schon ordentlich Geld flüssig gemacht haben. Der CS Euroreal beispielsweise hat seit Mai 2010 insgesamt 14 Immobilien verkauft und 1,5 Milliarden Euro Liquidität aufgehäuft. Auch der SEB ImmoInvest wird nach Vollzug der planmäßigen Verkäufe Mittel in Höhe von 1,4 Milliarden Euro flüssig haben.
Ein klassisches Dilemma
Anleger sitzen in der Klemme. Sie können ihre Anteile verkaufen, das geht, obwohl die Fonds geschlossen sind. Allerdings müssen sie dazu über die Börse gehen und dort werden die Fonds mit 20 bis 25 Prozent Abschlag auf den eigentlichen Preis gehandelt. Sie können ihre Anteile auch behalten und darauf hoffen, dass die Fonds wieder öffnen. Klappt das, kann ihre Geldanlage noch jahrelang weiter laufen und stabile, steuergünstige Erträge bringen. Klappt es nicht und werden die Fonds aufgelöst, können die Verluste noch höher sein als bei einem sofortigen Verkauf.
Die Fonds im Test
Offene Immobilienfonds können ein gut gestreutes Depot sinnvoll ergänzen. Die besten Fonds haben in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt mehr als vier Prozent Rendite erwirtschaftet. Am besten hat der Fonds grundbesitz europa von der Deutschen Bank abgeschnitten: Er hat ein Plus von 5,9 Prozent pro Jahr geschafft. Die Fonds erwirtschaften ihre Erträge zum einen aus der Vermietung von Immobilien - was die Geldanlage vor Inflation schützt, vorausgesetzt die Mieteinnahmen sind an die Preissteigerungsrate gekoppelt. Zum anderen machen sie Gewinne aus dem Immobilienverkauf - nach Ablauf von zehn Jahren hierzulande steuerfrei.
Kein Basisinvestment
Ein Basisinvestment sind offene Immobilienfonds nicht. Sie eignen sich nur zur Beimischung und sollten nicht mehr als ungefähr 10 Prozent eines Depots einnehmen. Anleger, die einen zu großen Bestand an offenen Immobilienfonds haben, sollten diesen sukzessive zurückfahren. Anleger, die Anteile an derzeit geschlossenen Fonds halten oder an Fonds, die aufgelöst werden, sollten prüfen, ob sie ihren Schaden von der Bank ersetzt bekommen. Gute Aussichten auf Schadenersatz hat, wer seine Fonds bei einer Bank oder Sparkasse gekauft hat. In vielen Fällen haben deren Berater nämlich nicht auf die sogenannten Kick-Backs hingewiesen, Provisionen, die von der Fondsgesellschaft an die Bank zurückgeflossen sind. Auch aufgrund von falscher Beratung kann es Schadenersatz geben.
Chat Offene Immobilienfonds
Sollten auch nach der Lektüre des Beitrags noch Fragen zum Thema offen sein, helfen unsere Experten Karin Baur und Bernd Brückmann im Onlinechat weiter. Am Mittwoch, den 25. Januar, von 13 bis 14 Uhr, stehen sie Ihnen Rede und Antwort. Ihre Fragen können Sie bereits jetzt stellen.
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