02.03.2012

Multivitaminsäfte: Saftiger Flop

Multivitaminsäfte Test

Die einen trinken Multivitaminsaft wegen seiner exo­tischen Saftmi­schung. Andere glauben, sie brauchen die Vitamine, die er mitbringt. Der Test sagt: Falsch gedacht. In vielen Säften ist nicht drin, was drauf steht. Die Hersteller geizen mit Frucht­aromen, setzen dafür aber zu viele Vitamine zu. Acht Säfte sind nur ausreichend oder mangel­haft. Ein ein­ziger schlägt die Konkurrenz um Längen.

Multivitaminsäfte 3/2012 - Multi­vitaminsäfte

  • albi Multi­vitamin mit 12 Vitaminen
  • Aldi (Nord)/Sonniger Multi­vitaminsaft
  • Aldi (Süd)/rio d'oro Multi­vitamin
  • Amecke intense Multi­vitamin
  • Bari Multi­vitamin
  • Bauer Multi-Vitamin-Saft
  • Ditt­meyer's Valensina Vitamin-Früh­stück Multi-Vitamin
  • Edeka/gut & günstig Multi­vitamin Saft
  • Hohes C Multi-Vitamin
  • Kaiser's Tengelmann/Star Marke Multi­vitamin-12-Frucht­saft
  • Kauf­land/K Classic Multi­vitamin Saft
  • Kumpf Sanft wie Seide Multi
  • Lidl/vitafit Multi­vitaminsaft
  • Netto Marken-Dis­count/Frucht­stern Multi­vitaminsaft
  • Norma/Trimm Multi­vitaminsaft
  • Penny/Summerhill Multi­vitaminsaft
  • Rabenhorst 11 plus 11
  • Rauch happy day 100 % Multi­vitamin­
  • real Quality Multi­vitamin 12-Frucht Saft
  • Rewe Multi­vitamin

Multivitaminsäfte 3/2012 - Rote Multi­vitaminsäfte

  • Edeka Roter Multi
  • Hohes C Roter Multi-Vitamin

Kompletten Artikel freischalten

Test Multivitaminsäfte test 03/2012
Sie erhalten den kompletten Artikel mit Testtabelle (inkl. PDF, 10 Seiten).

Der Sieger heißt Rabenhorst

Unangefochtener Testsieger ist der „11 plus 11“-Saft von Rabenhorst. Er ist die goldene Ausnahme unter den 22 Säften im Test. Er zeigt, was ein Multivitaminsaft bieten kann: große Fruchtvielfalt, hohe Fruchtsaftqualität und einwandfreien Geschmack – außerdem Vitaminmengen, die pro Glas gut zum Tagesbedarf beitragen. Er ist insgesamt sehr gut. Die Säfte von Amecke und Netto Marken-Discount erreichen immerhin die Note Gut.

Clevere Erfindung von Eckes

Audio

Multimedia-Inhalt: Sie benötigen den Flash-Player, um dieses Multimedia-Objekt zu sehen. Flash-Player herunterladen (1 MB, dauert 1-2 Minuten)

Erfunden wurde der Multivitaminsaft vom Fruchtsafthersteller Eckes, der Ende der 60er Jahre im hauseigenen Institut für Getränkeforschung an neuen Safttypen tüfteln ließ. So kam 1979 als erster „Frucht-Multi-Vitaminsaft“ der Dr. Koch’s Trink 10 auf den Markt, benannt nach dem Institutsleiter Julius Koch. Er wurde als Mix aus „10 wohlschmeckenden Früchten“ und „10 lebenswichtigen Vitaminen“ angepriesen. Seitdem hat sich Multivitaminsaft etabliert. Heute ist er der drittbeliebteste Fruchtsaft der Deutschen – nach Orangen- und Apfelsaft. Sein Marktanteil liegt bei rund 9 Prozent.

Hohes C weniger gut als früher

Von der früheren Qualität – die Stiftung Warentest untersuchte den Dr. Koch’s Trink 10 in den Jahren 1992 und 1997 – ist nicht viel übrig geblieben. Der Saft heißt heute Hohes C Multi-Vitamin und ist nur noch ausreichend, ebenso wie der Hohes C Rote Multi-Vitamin. Wie viele andere Säfte enttäuschen beide in der Aromaqualität. Der Hohes C Multi-Vitamin enthält vor allem Fruchtsaftkonzentrate. Das heißt: Eckes verzichtet darauf, das beim Konzentrieren entwichene, ursprüngliche Frucht­aroma wieder herzustellen. Der Hohes C Roter Multi-Vitamin verwendet sogar ausschließlich Fruchtsaftkonzentrate – und als einziger auch Fremdaroma, sprich eine Fantasiemischung von Aromastoffen aus dem Labor.

Sechs Säfte sind mangelhaft

Albi, Rauch, Kaiser’s Tengelmann, Bauer, Bari und der Rote Multi von Edeka sind nur mangelhaft. Bei ihnen konnten die Tester im Labor nicht das vollständige Fruchtaromaspektrum von Fruchtsaft oder Fruchtmark nachweisen. Kurz: Es ist nicht alles drin, was drin sein muss. Von Fruchtsaft kann dann nicht die Rede sein. Schlechtestes Beispiel ist Bari. Er hat nicht nur eine mangelhafte Aromaqualität, sondern fällt auch als einziger im Geschmack durch: Er schmeckte keineswegs exotisch-fruchtig, sondern stark karottenartig, deutlich muffig, malzig und nach alten Früchten.

Die dreifache Menge an Folsäure

Was viele Verbraucher nicht wissen: Die Vitamine im Multivitaminsaft stammen nicht aus den Früchten, sondern werden als synthetische Vitaminmischung zugesetzt. Die Tester fanden bei fast allen Säften deutlich höhere Gehalte, als die Verpa­ckung besagt – und das gegen Ende der Mindesthaltbarkeitsfrist, wo viele Vitamine sich auf natürliche Weise teilweise abgebaut haben. So enthielten die Säfte von Bari und Rewe etwa die dreifache Menge an Folsäure, wie das Etikett besagt. In Dittmeyer’s Valensina und dem Roten Multi von Edeka fanden sie etwa dreimal so viel Pantothensäure wie angegeben. Es ist anzunehmen, dass bei einem frisch abgefüllten Multivitaminsaft die Mengen noch viel höher liegen.

Ein Liter ist zu viel des Guten

Gesundheitsschädlich sind die gemessenen Vitamingehalte der Säfte weder für Erwachsene noch für Kinder. Wer ein 200-Milliliter-Glas trinkt, erreicht bei keinem Saft den Tagesbedarf eines Vitamins. Anders sieht die Sache aber aus, wenn Saftfans einen Liter trinken. Dann überschreiten sie die empfohlene Tageszufuhr für fast alle Vitamine locker: siehe Tipps.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Tipps

Jetzt freischalten

Test Multivitaminsäfte test 03/2012
0,75 €
Sie erhalten den kompletten Artikel mit Testtabelle (inkl. PDF, 10 Seiten).

Wie möchten Sie bezahlen?

  • Unser Tipp
    test.de-Flatrate

    Freier Zugriff auf alle Testergebnisse und Online-Artikel für 7 € pro Monat oder 50 € im Jahr. Abonnenten von test oder Finanztest zahlen die Hälfte.

    Flatrate neu erwerben
  • Diesen Artikel per Kreditkarte kaufen.
  • Diesen Artikel per PayPal kaufen.
  • Diesen Artikel per Handy kaufen.
  • Spar-Guthaben
  • Gutschein einlösen
Preise inkl. MwSt. Beim Kauf eines digitalen Produkts besteht kein gesetzliches Widerrufsrecht.
  • kauft alle Testprodukte anonym im Handel ein,
  • nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch,
  • lässt mit wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten testen,
  • ist vollständig anzeigenfrei,
  • erhält nur rund 10 Prozent ihres Etats als öffentlichen Zuschuss.

Dieser Artikel ist hilfreich. Nutzer finden das hilfreich.

Kommentare (12)

weitere Kommentare anzeigen

Alle Kommentare anzeigen

Schreiben Sie bitte einen Kommentar

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Jetzt einloggen oder Neu registrieren.
Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice