Die einen trinken Multivitaminsaft wegen seiner exotischen Saftmischung. Andere glauben, sie brauchen die Vitamine, die er mitbringt. Der Test sagt: Falsch gedacht. In vielen Säften ist nicht drin, was drauf steht. Die Hersteller geizen mit Fruchtaromen, setzen dafür aber zu viele Vitamine zu. Acht Säfte sind nur ausreichend oder mangelhaft. Ein einziger schlägt die Konkurrenz um Längen.
Multivitaminsäfte 3/2012 - Multivitaminsäfte
- albi Multivitamin mit 12 Vitaminen
- Aldi (Nord)/Sonniger Multivitaminsaft
- Aldi (Süd)/rio d'oro Multivitamin
- Amecke intense Multivitamin
- Bari Multivitamin
- Bauer Multi-Vitamin-Saft
- Dittmeyer's Valensina Vitamin-Frühstück Multi-Vitamin
- Edeka/gut & günstig Multivitamin Saft
- Hohes C Multi-Vitamin
- Kaiser's Tengelmann/Star Marke Multivitamin-12-Fruchtsaft
- Kaufland/K Classic Multivitamin Saft
- Kumpf Sanft wie Seide Multi
- Lidl/vitafit Multivitaminsaft
- Netto Marken-Discount/Fruchtstern Multivitaminsaft
- Norma/Trimm Multivitaminsaft
- Penny/Summerhill Multivitaminsaft
- Rabenhorst 11 plus 11
- Rauch happy day 100 % Multivitamin
- real Quality Multivitamin 12-Frucht Saft
- Rewe Multivitamin
Multivitaminsäfte 3/2012 - Rote Multivitaminsäfte
- Edeka Roter Multi
- Hohes C Roter Multi-Vitamin
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Der Sieger heißt Rabenhorst
Unangefochtener Testsieger ist der „11 plus 11“-Saft von Rabenhorst. Er ist die goldene Ausnahme unter den 22 Säften im Test. Er zeigt, was ein Multivitaminsaft bieten kann: große Fruchtvielfalt, hohe Fruchtsaftqualität und einwandfreien Geschmack – außerdem Vitaminmengen, die pro Glas gut zum Tagesbedarf beitragen. Er ist insgesamt sehr gut. Die Säfte von Amecke und Netto Marken-Discount erreichen immerhin die Note Gut.
Clevere Erfindung von Eckes
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Erfunden wurde der Multivitaminsaft vom Fruchtsafthersteller Eckes, der Ende der 60er Jahre im hauseigenen Institut für Getränkeforschung an neuen Safttypen tüfteln ließ. So kam 1979 als erster „Frucht-Multi-Vitaminsaft“ der Dr. Koch’s Trink 10 auf den Markt, benannt nach dem Institutsleiter Julius Koch. Er wurde als Mix aus „10 wohlschmeckenden Früchten“ und „10 lebenswichtigen Vitaminen“ angepriesen. Seitdem hat sich Multivitaminsaft etabliert. Heute ist er der drittbeliebteste Fruchtsaft der Deutschen – nach Orangen- und Apfelsaft. Sein Marktanteil liegt bei rund 9 Prozent.
Hohes C weniger gut als früher
Von der früheren Qualität – die Stiftung Warentest untersuchte den Dr. Koch’s Trink 10 in den Jahren 1992 und 1997 – ist nicht viel übrig geblieben. Der Saft heißt heute Hohes C Multi-Vitamin und ist nur noch ausreichend, ebenso wie der Hohes C Rote Multi-Vitamin. Wie viele andere Säfte enttäuschen beide in der Aromaqualität. Der Hohes C Multi-Vitamin enthält vor allem Fruchtsaftkonzentrate. Das heißt: Eckes verzichtet darauf, das beim Konzentrieren entwichene, ursprüngliche Fruchtaroma wieder herzustellen. Der Hohes C Roter Multi-Vitamin verwendet sogar ausschließlich Fruchtsaftkonzentrate – und als einziger auch Fremdaroma, sprich eine Fantasiemischung von Aromastoffen aus dem Labor.
Sechs Säfte sind mangelhaft
Albi, Rauch, Kaiser’s Tengelmann, Bauer, Bari und der Rote Multi von Edeka sind nur mangelhaft. Bei ihnen konnten die Tester im Labor nicht das vollständige Fruchtaromaspektrum von Fruchtsaft oder Fruchtmark nachweisen. Kurz: Es ist nicht alles drin, was drin sein muss. Von Fruchtsaft kann dann nicht die Rede sein. Schlechtestes Beispiel ist Bari. Er hat nicht nur eine mangelhafte Aromaqualität, sondern fällt auch als einziger im Geschmack durch: Er schmeckte keineswegs exotisch-fruchtig, sondern stark karottenartig, deutlich muffig, malzig und nach alten Früchten.
Die dreifache Menge an Folsäure
Was viele Verbraucher nicht wissen: Die Vitamine im Multivitaminsaft stammen nicht aus den Früchten, sondern werden als synthetische Vitaminmischung zugesetzt. Die Tester fanden bei fast allen Säften deutlich höhere Gehalte, als die Verpackung besagt – und das gegen Ende der Mindesthaltbarkeitsfrist, wo viele Vitamine sich auf natürliche Weise teilweise abgebaut haben. So enthielten die Säfte von Bari und Rewe etwa die dreifache Menge an Folsäure, wie das Etikett besagt. In Dittmeyer’s Valensina und dem Roten Multi von Edeka fanden sie etwa dreimal so viel Pantothensäure wie angegeben. Es ist anzunehmen, dass bei einem frisch abgefüllten Multivitaminsaft die Mengen noch viel höher liegen.
Ein Liter ist zu viel des Guten
Gesundheitsschädlich sind die gemessenen Vitamingehalte der Säfte weder für Erwachsene noch für Kinder. Wer ein 200-Milliliter-Glas trinkt, erreicht bei keinem Saft den Tagesbedarf eines Vitamins. Anders sieht die Sache aber aus, wenn Saftfans einen Liter trinken. Dann überschreiten sie die empfohlene Tageszufuhr für fast alle Vitamine locker: siehe Tipps.
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