24.01.2008

Monitore: Design vor Funktion

Monitore Test

Bildschirme für den PC gibt es bei unserem Test schon ab 200 Euro. Doch mit den niedrigen Preisen schwindet oft auch die Qualität. Wir haben 18 Monitore getestet.

Der beste Flachbildschirm aus unserem aktuellen Test kostet rund 300 Euro. Das ist in etwa der Preis des Siegers aus dem letzten Test Monitore (12/06) – diesmal allerdings bei erheblich größerem Bildschirm. Was heutzutage auf deutsche Schreibtische kommt, hat mit 56 Zentimetern Bildschirmdiagonale fast schon die Dimensionen eines Wohnzimmerfernsehers.

Jährlich werden etwa 3,5 Millionen Computermonitore verkauft. Der Trend geht zu besonders breiten Modellen mit einem Seitenverhältnis von 16 : 10 und hier zu den 56-Zentimeter-Geräten (22-Zoll Monitore). Auf den ersten Blick sehen sie ebenso wie die geprüften Modelle mit 48 Zentimetern (19 Zoll) passabel aus – modernes, schickes Design. Wie es um die inneren Werte steht, haben wir an 18 Monitoren untersucht.

Keiner liegt deutlich vorn

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Das günstigste geprüfte Modell kostet 207 Euro, kommt von LG und hat eine Bildschirmdiagonale von 48 Zentimetern. Mit 440 Euro inklusive Versand stellte Dell den teuersten Prüfkandidaten, einen Monitor mit 56-Zentimeter-Diagonale. Unabhängig von Größe und Preis liegen die Ergebnisse im gesamten Testfeld recht nah beieinander. Zwar bekam der Asus als einziger im Gesamturteil ein „Gut (2,4)“, dennoch hebt er sich kaum von den anderen untersuchten Monitoren in diesem Preissegment ab. Unser Test ergab, dass die 48-Zentimeter-Bildschirme in den Reaktionszeiten und den Betrachtungswinkeln keine besseren Ergebnisse liefern als ihre 56-Zentimeter-Konkurrenten. Auch beim Kontrastverhältnis konnten wir keine besseren Werte feststellen. Auffallend ist jedoch, dass die 48-Zentimeter-Bildschirme im Prüfpunkt Bildqualität schlechter abschnitten als in unserem letzten Test Monitore (12/06).

Spieler gehen leer aus

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Vor allem die Reaktionszeiten der Displays enttäuschten. Wer häufig schnelle Spiele wie zum Beispiel Autorennen spielt, braucht einen Monitor mit niedrigen Bildaufbauzeiten. Sonst kann es passieren, dass beim Spielen die Kanten des Autos nicht mehr scharf erkennbar sind oder das Renngefährt einen Schweif hinter sich herzieht. Das bedeutet, je kleiner die Reaktionszeiten eines Displays, desto schneller kann das Bild wechseln, ohne dass Schlieren und Nachzieheffekte entstehen. Actionspieler werden bei den getesteten Modellen nicht froh. Immerhin „befriedigend“ in diesem Prüfpunkt waren Asus, Fujitsu Siemens (19 Zoll), LG und Samsung. Die Konkurrenz war zum Teil deutlich schlechter.

Spiegelnde Displays selten

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Spiegelnde Displays sind bei PC-Monitoren bislang seltener, im Unterschied zu Notebooks. Das einzige Modell im aktuellen Test mit einem spiegelnden Display wurde abgewertet: Der HP reflektiert bei hellem Umgebungslicht stark. Davon abgesehen ist er aber ein recht interessantes Gerät, da er ungewöhnliche Funktionen hat. Man kann ihn als einzigen geprüften Monitor um 90 Grad drehen und dann hochkant nutzen. Das ist beim Betrachten von Dokumenten und Internetseiten vorteilhaft, da weniger gescrollt werden muss. Auch bei der Textverarbeitung hat sich diese Funktion bewährt, eine ganze A4-Seite ist gut sichtbar.

Lange Weckzeiten, viele Anschlüsse

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Guter Schalter, böser Schalter: Nicht immer ist der Netzschalter so gut zu erkennen wie hier.

Aus dem Standbymodus heraus dauert es in einigen Fällen ziemlich lange, bis die Monitore ein Bild zeigen. Am längsten braucht mit fast zehn Sekunden der große Fujitsu Siemens – da könnte man als Anwender glatt glauben, der Monitor sei defekt. Auch die mehr als fünf Sekunden, die die 22-Zoll-Monitore HP sowie Hyundai brauchen, um aus ihrem Schlaf aufzuwachen, sind nichts für Ungeduldige.

Bis auf den Iiyama verfügen alle Geräte im Test neben der analogen VGA-Schnittstelle zum Anschluss an den Computer auch über eine digitale DVI-Schnittstelle. Das ist heutzutage Standard. Im Sehtest ist der DVI-Betrieb dem VGA-Betrieb manchmal überlegen, oft aber nur gleichwertig (siehe „Glossar“).

Vielseitige Geräte zeichnen sich durch eine größere Anzahl von Anschlüssen aus. Doch hier wird oft gespart: Analoge Video-Eingänge (S-/Video oder Component) fehlen meist. Praktisch, aber noch nicht sehr weit verbreitet sind Monitore mit HDMI-Buchse. Ein solcher Anschluss ist empfehlenswert, wenn der Monitor ohne zusätzlichen Adapter zum Betrachten von DVDs genutzt werden soll, die mit hochwertigen Playern abgespielt werden.

Für den Einsatz als Heimkino sind die meisten Monitore aber wenig geeignet: Die Bildqualität hängt sehr stark vom Betrachtungswinkel ab, und hier schnitten alle bis auf den Belinea „befriedigend“ oder schlechter ab. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen mit mehreren Freunden vor dem Rechner, um eine DVD anzusehen – der Spaß geht verloren, wenn das Bild nur von einem einzigen Platz mitten vor dem Schirm gut zu erkennen ist.

Die in die Monitore eingebauten Lautsprecher liefern, sofern überhaupt vorhanden, nur eine mäßige Tonqualität.

Der Schein trügt

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Oftmals ähneln sich die Tasten, manche sind schwer zugänglich. Minus auch in der Verarbeitung: In diesem Fall waren sie locker und eine Taste fiel sogar ab.

Unnötig hoch waren die Werte der abgestrahlten elektromagnetischen Felder bei LG (19 Zoll), Samsung und V7. Für den Nutzer sind zwar keine gesundheitlichen Folgen bekannt, aber es deutet doch auf lieblose Konstruktion hin. Dass es auch anders geht, zeigen die geprüften Modelle der Konkurrenz.

Auch bei den Tasten und Schaltern gab es Schwächen. Diese sollten gut erreichbar und gut verarbeitet sein. Beim Fujiutsu Siemens (22 Zoll) ließ die Verarbeitung aber zu wünschen übrig, die Tasten waren locker, eine fiel sogar ab. Des Weiteren sollten Sie beim Kauf darauf achten, dass die Monitore sicher stehen und nicht wackeln. Wünschenswert ist außerdem eine Höhenverstellung – in unserem Test konnte das nur der HP.

Nicht zu viel erwarten

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Alles im Blick: Automatisch gesteuert wird die Monitoroberfläche abgetastet.

Insgesamt entsteht der Eindruck, als ob dem Design der geprüften Monitore mehr Aufmerksamkeit als der verbauten Technik gewidmet wurde. Schnitten die meisten Geräte bei den Umwelteigenschaften mit „sehr gut“ und „gut“ ab, gab es jedoch drei, die diese Noten nicht erreichten. Gute Bildqualität und Abschirmung sowie haltbare, nicht wackelnde Tasten sollten auch für die recht günstigen Preise ab 200 Euro möglich sein. Wer sich für keinen der aktuell geprüften Monitore entscheiden mag, kann es auch mit einem älteren Modell versuchen. Der Testsieger aus unserem letzten Test im Dezember 2006 war zu Redaktionsschluss noch über das Internet zu haben. Der Fujitsu Siemens Scaleoview H19-1 kostet etwa 260 Euro, hat eine Diagonale von 48 Zentimetern (19 Zoll) und eine bessere Note in der Bildqualität als alle aktuell geprüften Modelle.

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