Handytarife: Gute Nachrichten
Noch immer liefern sich die Telefongesellschaften keinen echten Preiskampf. Doch neue Tarife mit Freiminuten satt könnten das starre Preisgefüge endlich aufbrechen.
Vergessen Sie alles, was Sie bisher zum Thema Freiminuten gehört haben: Bei E-Plus können alle Kunden mit Time-&-More-Tarif seit August mit zusätzlichen fünf Euro pro Monat 1 000 Freiminuten kaufen. Das sind fast 17 Stunden im Monat – allerdings beschränkt auf die Wochenendtage. Der Minutenpreis sinkt dann auf einen halben Cent– für Gespräche zu anderen E-Plus-Kunden, zum Anrufbeantworter und ins Festnetz (keine Sondernummern). Auch wenn Gespräche beispielsweise werktags und zu Funktelefonen anderer Netze so teuer bleiben wie bisher, lohnt diese Offerte für alle Wochenend-Dauertelefonierer. In unseren Tarifvergleichen taucht diese Option allerdings nicht auf. Das Rechenmodell hieße wohl „Wochenend-Plaudertasche“.
Nachmachen
Auch Platzhirsch T-Mobile (D1) hat seit August einen Aktionstarif: „Telly 100“. Im Grundpreis von 25 Euro monatlich sind 100 Freiminuten (nur Festnetz Deutschland, eigenes Funknetz und Mailbox, gelten auch an Wochentagen) enthalten. Vor der E-Plus-Offerte wäre das noch eine kleine Schlagzeile wert gewesen. Jetzt mahnen wir mit Blick auf die E-Plus-Konkurrenz: Nachmachen!
Bleibt die Frage, was sich sonst so bei den Handytarifen geändert hat. Nichts. Zumindest so gut wie nichts. Konkurrenz, so scheint es, findet in der Mobilfunkbranche kaum statt. Die letzte große Änderung waren Tarife mit reduziertem Grundpreis plus Mindestumsatz. Die sind eine „Erfindung“ der Serviceprovider, der Telefongesellschaften ohne eigenes Funknetz wie Hutchison. Deren Erfolg veranlasste die großen Netzbetreiber, mit gleichen Tarifangeboten nachzuziehen. Doch seitdem blieben die Eckdaten der Tarife gleich.
In etwa gleich geblieben ist auch die Rang- und Reihenfolge der günstigen Anbieter. Besonders oft steht Hutchison ganz weit vorn in der Tarifhitliste. Und der Flair des Preisbrechers, der E-Plus immer umwehte, schmilzt dahin.
Der Trick mit dem Telefon
Im aktuellen Tarifvergleich haben wir bei den Tarifen mit Vertrag nur solche berücksichtigt, bei denen es ein neues Handy zum Vertragsabschluss gibt. Bislang veröffentlichten wir die Tarifhitliste allein unter dem Aspekt der monatlichen Kosten. Und Tarife ohne Mobiltelefon sind oft besonders günstig. Bringt der Kunde das Handy mit, sind diese Tarife unter dem Kostenaspekt nach wie vor eine gute Option. Doch inzwischen fragen auch „alte“ Mobilfunkkunden verstärkt nach neuen Handys. Die sind klein, bieten bunte Displays oder sind mit Kamera, Radio, mp3-Musikplayer und ähnlich witzigen Zugaben ausgestattet. Dieser starken Nachfrage nach einem neuen Mobiltelefon werden wir gerecht und berücksichtigen bei den Vertragstarifen nur solche mit Handy (gilt nicht bei den Guthabenkarten).
Was es sonst Neues gibt
Mit mehr Komfort wollen E-Plus und Vodafone D2 überzeugen. Beide Netzbetreiber bieten einen in Italien schon lange bekannten Service. Per Kurznachricht SMS informieren sie darüber, von welcher Telefonnummer während der Nichterreichbarkeit angerufen wurde. Diese Info gibt es sogar, wenn der Anrufer nichts auf die Mailbox spricht, sondern gleich wieder auflegt. Mit diesem Service hebt sich das Handy weiter vom altbackenen Festnetztelefon ab. Erscheint die Rufnummer der oder des Liebsten, können es nur gute Nachrichten sein.
Dieser Artikel ist hilfreich. Nutzer finden das hilfreich.
Schreiben Sie bitte einen Kommentar
Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen.
Jetzt einloggen oder Neu registrieren.
Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice

Kommentare (0)
weitere Kommentare anzeigen