22.03.2005

Mit Rentenfonds anlegen: Das Beste herausholen

Mit Rentenfonds anlegen Test

Sieben Prozent Rendite im Schnitt - soviel erzielten Rentenfonds Euro im vergangenen Jahr. Ein Traumergebnis, gelten sie doch als sichere Geldanlage mit eigentlich eher bescheidenen Renditchancen. Ob Anleger in diesem Jahr ein ähnlich gutes Ergebnis erwartet, hängt vor allem davon ab, ob die Zinsen weiter sinken oder wieder steigen. Anleger können ihre Chancen aber auch erhöhen, wenn sie verschiedene Rentenfonds mischen. Finanztest hat Rentenfonds untersucht, sagt, welche Renditechancen drin sind und wie Anleger diese noch verbessern können, ohne auf Sicherheit zu verzichten.

Die aktuelle Wertentwicklung und Finanztest-Bewertungszahl finden Sie im Produktfinder Investmentfonds.

Unterschiedliche Laufzeiten

Das Prinzip von Rentenfonds: Sie investieren vorwiegend in festverzinsliche Anleihen. Die Rendite setzt sich zusammen aus den Zinserträgen und den Kursveränderungen der Anleihen. Sinken die Zinsen, steigen die Kurse der Anleihen in den Portfolios. Wenn die Zinsen dagegen steigen, sinken die Kurse der Papiere. Anleihen mit langer Laufzeit reagieren besonders sensibel auf Änderungen. Die meisten Fonds mischen Papiere mit unterschiedlichen Laufzeiten.

Rentenfonds Euro

Diese Rentenfonds investieren in sichere Papiere, die auf Euro lauten. Das sind meist Staatsanleihen, aber auch Anleihen zahlungskräftiger Unternehmen. Der beste Fonds im Test ist der Raiffeisen-Euro-RentT. Er erzielte in den vergangenen fünf Jahren das beste und dazu stabilste Ergebnis. Allein im vergangenen Jahr lag die Rendite bei 7,6 Prozent. Auf Jahressicht noch besser war der Activest Lux EuroRent. Er erzielte neun Prozent Rendite. Die Aussichten für Rentenfonds Euro: Auch wenn die Zinsen niedrig bleiben, können die Renditen trotzdem sinken. Denn ohne Kursgewinne können die Fonds derzeit keine guten Ergebnisse erzielen, da ihre Renditen dann allein aus den derzeit niedrigen Zinserträgen resultiert.

Rentenfonds Welt und Europa

Diese Fonds kaufen Anleihen in fremden Währungen. Rentenfonds Welt mischen etwa Anleihen in US-Dollar und Yen. Rentenfonds Europa haben dagegen das britische Pfund, Schweizer Franken oder auch osteuropäische Währungen im Depot. Beide eignen sich als sinnvolle Beimischung vor allem für Anleger mit größeren und gut gestreuten Vermögen. Bester Rentenfonds Welt im Test ist der Panda Renditefonds. Er erzielte im vergangenen Jahr ein Plus von 4,7 Prozent. Der Deka-EuropaBond TF erreichte in den vergangenen zwölf Monaten stolze 13,6 Prozent und war damit der beste Rentenfonds Europa im Test.

Rentenfonds Fremdwährungen

Rentenfonds Fremdwährungen investieren auch in fremde Währungen - sie konzentrieren sich aber immer nur auf eine spezielle. Die wichtigsten Fondsgruppen setzen jeweils auf US-Dollar, britische Pfund, japanische Yen und Schweizer Franken. Wichtig: Anleger müssen nicht nur auf die Währungen achten, sondern gleichzeitig die Zinsentwicklung beobachten. Die höchste Rendite erzielen sie, wenn die Zinsen sinken und gleichzeitig die entsprechende Währung steigt. Beispiel: Für langlaufende Papiere gibt es im US-Raum derzeit 4,1 Prozent Zinsen. Sollte das Niveau aber weiter steigen, sinken auch die Renditen dieser Fonds. Steigen die Zinsen beispielsweise in kurzer Zeit um ein Prozent an, verlieren lang laufende Papiere rund sieben Prozent an Wert. Wenn gleichzeitig die US-Währung weiter an Wert verliert, machen Anleger zusätzlich Verluste. Im vergangenen Drei-Jahres-Zeitraum liefen die amerikanischen Rentenmärkte aus Sicht deutscher Anleger schlecht: Sie brachten jährlich ein Minus von 7,8 Prozent. Fällt der US-Dollar nicht, könnten die Währungsgewinne die Kursverluste ausgleichen. Noch besser wäre es aber, wenn die Währung steigt und gleichzeitig die Zinsen in den USA sinken.

Rentenfonds High Yield

Anleihen von Schuldnern mit geringer Bonität sind Anlageziele von Rentenfonds High Yield. Die Fonds legen ihr Geld entweder in Staatsanleihen von Schwellenländern (Emerging Markets) an oder sie konzentrieren sich auf Unternehmensanleihen (Corporate Bonds) von minderer Qualität. Sie sind sehr riskant, bieten aber auch höhere Renditechancen als andere Rentenfonds. Bester Fonds im Test ist der Espa Bond Emerging-Marktes T. Er erzielte im vergangenen Jahr ein Plus von 11,5 Prozent.

Fonds kombinieren

Anleger können Rentenfonds kombinieren und so bei gleicher Sicherheit ihre Renditechancen verbessern. Die Basis sollten Rentenfonds Euro bilden. Als Beimischung sind Rentenfonds High Yield oder Fremdwährungen sowie Aktienfonds Welt geeignet. Wichtig ist die richtige Mischung. Ideal ist ein Verhältnis von 75 Prozent Rentenfonds Euro mit 25 Prozent High-Yield oder Fremdwährungen. Das Risiko ist dann annährernd genauso groß wie bei Rentenfonds Euro pur. Beim Mix mit Aktienfonds steigt das Risiko schneller an, wenn Anleger das Mischungsverhältnis zugunsten dieser Fonds verändern. Rentenfonds Welt und Europa sind weniger geeignet als Beimischung, denn sie enthalten bereits einen hohen Anteil Euro-Anleihen.

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