26.10.2009

Mini-Notebook von Lidl: Zwischen den Stühlen

Ein Mini-Notebook von Dell bietet Lidl seit Montag an. Kostenpunkt: 399 Euro. Das Inspiron 11z ist ein paar Zentimeter größer als Netbooks, aber deutlich kleiner als herkömmliche Notebooks. Der Schnelltest auf test.de klärt, was das Mini-Notebook kann und was nicht.

Ein Mini-Notebook von Dell bietet Lidl seit Montag an. Kostenpunkt: 399 Euro. Das Inspiron 11z ist ein paar Zentimeter größer als Netbooks, aber deutlich kleiner als herkömmliche Notebooks. Der Schnelltest auf test.de klärt, was das Mini-Notebook kann und was nicht.

Markenware im Discount

Dell hat einen guten Namen und verkauft seine Waren eigentlich ausschließlich selbst - bis vor einigen Monaten. Da gabs zum ersten Mal Dell bei Lidl - ein Netbook. Hintergrund laut Branchenfunk: Der renommierte Direktvertreiber will über die Zusammenarbeit mit Discountern offenbar mit Kunden ins Geschäft kommen, die er sonst nie erreichen würde. Der Preisvorteil für Lidl-Kunden beträgt über 100 Euro. Im regulären Dell-Angebot ist das Inspiron 11z ab 379 Euro zuzüglich 29 Euro Versand zu haben, aber Windows 7 Home Premium statt Vista Basic, WLAN mit schneller n-Verbindung und nicht bloß a/b/g sowie Bluetooth und 90 Gigabyte größere Festplatte kosten bei Dell rund 135 Euro Aufpreis.

Kleiner Akku

Für Leistung und Qualität ist es egal, ob ein Gerät per Post oder aus dem Laden kommt. Wie alle anderen Schnelltest-Kandidaten auch muss das Dell-Mini aus dem Lidl-Angebot im Schnelltest-Labor zeigen, was es kann. Erste Enttäuschung: Drin steckt ein kleiner 3-Zellen-Akku mit nur knapp 27 Wattstunden Kapazität. „Lange Laufzeit“, hatte der Lidl-Prospekt getönt und auf den 6-Zellen-Akku aus dem Dell-Sortiment hoffen lassen.

Wenig Ausdauer

Stattdessen ist der kleine Akku erwartungsgemäß schnell am Ende. Nicht mal anderthalb Stunden hält das Dell Mini-Notebook beim DVD-Abspielen (über externes USB-Laufwerk bei voller Lautstärke und Helligkeit) ohne Steckdose durch. Das ist schon für Notebooks schwach und gegenüber guten Netbooks richtig schlecht. Bei Simulation von notebook-typischem Mischbetrieb vergehen drei Stunden, bis das Mini-Notebook ans Netz muss. Das ist genau so wenig wie die konditionsschwächsten Netbooks im aktuellen Test Net- und Notebooks schaffen. Gut funktioniert das Aufladen beim Dell-Notebook aus dem Lidl-Angebot. Nach etwas mehr als anderthalb Stunden ist der Akku wieder voll.

Bescheidene Leistung

Auch bei der Leistung hält sich das Dell Mini-Notebook enttäuschend weit zurück. Obwohl ein gegenüber der für Netbooks typischen Atom-Technologie nominell stärkerer Celeron 743 Prozessor eingebaut ist, kann sich das Mini-Notebook kaum von Netbooks absetzen. Mit anderen Worten: Tippen, Surfen und Videos abspielen sind problemlos drin. Einfache Multimediaanwendungen laufen auch, aber bei Bearbeitung großer Bild- und erst recht Videodateien kommt der Dell Mini an seine Grenzen.

Besser Tippen

Der gegenüber Netbooks etwas größere Bildschirm macht das Arbeiten etwas weniger mühsam. Allerdings ist dazu eine Anpassung der Einstellungen nötig. Mit den Windows-Standard-Vorgaben zeigt der Bildschirm beim Mini-Notebook erheblich mehr an als Netbooks bei gleicher Einstellung. Dafür sind die Zeichen noch mal kleiner. Hinzu kommt: Der Bildschirm glänzt. Beim Arbeiten in heller Umgebung stören Reflektionen. Bemerkbar macht sich der Größengewinn gegenüber Netbooks vor allem bei der Tastatur. Menschen mit großen Händen tun sich mit dem Dell-Mini leichter als mit Netbooks.

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